Netzwelt-Ticker: Nokia macht Apple Musikshop-Konkurrenz

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Attacke gegen Apple: Nokia setzt aufs mobile Internet und eröffnet einen Online-Musikshop und eine Spiele-Plattform. Außerdem im Nachrichtenüberblick: TorrentSpy sperrt Amerikaner aus, ein Hacker tauscht sein iPhone gegen einen Roadster ein und vieles mehr.

Der Begriff "Ovi" steht im finnischen für das Wort "Tür". Ovi heißt aber künftig ein neues Internet-Angebot, das der finnische Handy-Hersteller Nokia heute in London präsentiert hat. "Ovi ist die Vision von Nokia Internet und Mobilität zu verbinden", sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo den zur Ovi-Präsentation angereisten Journalisten. Ovi solle Nokia-Anwender als virtuelle Tür zu Internet-Diensten und Online-Communitys dienen. Innerhalb der kommenden zwölf Monate wollen die Finnen-Funker unter dem Ovi-Dach weitere Dienste und Communitys starten.

Multimedia-Handy Nokia N81: MP3-Player, Spielkonsole und Telefon in einem

Multimedia-Handy Nokia N81: MP3-Player, Spielkonsole und Telefon in einem

Den Anfang machen freilich zwei Nokia eigene Dienste. Das ist zum einen der Nokia Music Store, über den die finnische Firma nun auch in den digitalen Musikvertrieb einsteigt. Songs sollen dort vorwiegend im WMA-Format (Windows Media Audio) mit einer Auflösung von 192 Kilobit pro Sekunde bereitgestellt werden. Das verspricht zumindest gute Klangqualität. Einzeltitel sollen rund einen Euro, komplette Alben zehn Euro kosten. Der Zugriff auf den Shop ist wahlweise über Musikhandys oder vom PC aus möglich.

Der zweite Ovi-Dienst heißt N-Gage, also ebenso wie ein von Nokia vor wenigen Jahren entwickeltes mobiles Spielgerät. Das wird man künftig nicht mehr benötigen, um N-Gage-Games spielen zu können. Stattdessen soll von der Nokia-Seite ladbare eine Software, die auf einigen aktuellen Handys aus Nokias N-Serie läuft, die Mobiltelefone in mobile Spielkonsolen umwandeln. Passende Spiele soll man dann in Nokias N-Gage-Shop kaufen.

Darüber hinaus wurden in London natürlich auch einige neue Mobiltelefone vorgestellt. Das Highlight darunter dürfte das N81 sein, das nicht nur via Mobilfunk, sondern auf per W-Lan auf das Internet zugreifen kann und bis zu acht Gigabyte Speicher mitbringt. Je nach Ausstattung soll der Multimedia-Mobilfunker zwischen 430 und 512 Euro kosten.

mak

Neues Vista Service Pack im Umlauf

Seit einigen Wochen tauchen auf diversen Torrentseiten immer wieder Versionen des lang erwarten Vista Service Pack Eins auf. War es Anfang August zunächst ein komplettes, über drei Gigabyte schweres Vista mit einer Pre-SP1-Version, kursiert nun seit einigen Tagen eine neue Datei.

Komprimiert ist die Datei 200, entpackt 700 Megabyte groß. Die ausführbare Setup-Datei kann das Update über ein vorhandenes englischsprachiges Vista installieren. Die eigentliche Zielgruppe waren nur einige wenige Tester.

Im Übrigen ist auch noch nicht genau bekannt, welche konkreten Verbesserungen das Service Pack für Vista mit sich bringen wird. Das Auftauchen dieser Vorabversionen und einige Äußerungen von Microsoft-Mitarbeitern befeuern die Gerüchteküche, derzufolge noch im September mit einer Beta des Service Pack 1 zu rechnen wäre, auch die endgültige Version könnte noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Wir müssen leider draußenbleiben

Schon im Juni hatte die Torrent-Suchmaschine TorrentSpy nach einem entsprechenden amerikanischen Gerichtsurteil angekündigt, lieber den Zugang für amerikanische Nutzer auf ihre Seite zu verhindern, als die Nutzerdaten aufzuzeichnen und für Prozesse gegen Filesharer offenzulegen. Jetzt ist es soweit, zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer werden User mit amerikanischen IP-Adressen blockiert.

TorrentSpy hatte sich zunächst unter Berufung auf die Gesetze der Niederlande (wo die Server der Suchmaschine stehen), die keine Vorratsdatenspeicherung vorsehen, gegen die vor allem von der Filmindustrie geforderte Offenlegung der Nutzerdaten gewehrt. Auch die Argumentation, das Datenmaterial der Zugriff-Logs werde nicht permanent gespeichert, sondern sei nur für kurze Zeit im Server-RAM vorhanden, überzeugte die Richter kaum. Permanent oder nicht, das seien elektronisch gespeicherte Informationen und die falle unter die entsprechenden US-Bundesgesetze.

Der daraufhin von TorrentSpy eingelegte Einspruch wurde gestern abgewiesen. Allerdings wird sich der Schmerz bei den TorrentSpy-Betreibern in Grenzen halten, da ein Großteil ihrer Aktivitäten ohnehin nicht in den USA angesiedelt ist. Für Suchmaschinen wie Google & Co. dürften die Ereignisse hingegen noch zu einigem Kopfzerbrechen führen. Im nächsten Prozess könnten auch sie zur umfangreichen Vorratsdatenspeicherung gezwungen werden.

Guter Tausch? Gehacktes iPhone gegen Roadster

Apples iPhone entwickelt sich immer mehr zum Trainingsobjekt für begabte Hacker mit finanziellen Erwartungen. Das legt jedenfalls der Fall des 17-jährigen George Hotz aus New Jersey nah.

Dem Jungen war es gelungen, die iPhone-Sperre zu überwinden, die nur Sim-Karten von AT&T akzeptierte, aber nicht die anderer Mobilfunker. Das solchermaßen befreite Gerät wollte George nun bei eBay versilbern, womit er aber scheiterte. Denn kaum war sein Angebot online, fanden sich offensichtlich verärgerte Apple-Fans und überschwemmten es mit astronomischen Scheingeboten, die sich mit Sprüngen von jeweils 10.000 oder 20.000 erhöhten. "Da wusste ich, dass das Schwindel war", sagte George der "New York Daily News". "Kein Mensch würde Millionen für ein Telefon bezahlen."

Also zog er das Angebot zurück, hatte aber zumindest die Aufmerksamkeit eines Händlers von Gebrauchthandys erregt. Der Mann offerierte Hotz einen nagelneuen Nissan 350Z im Gegenwert von immerhin 22.000 Euro und dazu drei neue 8-GB-iPhones. Der Kinofan Hotz war erfreut: "Das ist das Auto, das der Bösewicht im Film Fast and Furious 3 fährt."

Mit seinen Hackerkünsten scheint George Hotz allerdings über eine Inselbegabung zu verfügen, von Autos versteht er jedenfalls nicht so viel. Hätte er anstelle des Nissan einen BMW genommen, könnte er seine iPhones sogar in den vorhandenen Dockingstationen der Wagen anschließen. So bleibt dem angehenden Studenten wenigstens noch die Hoffnung, dass ein paar Studentinnen in seinem Nissan-Roadster mitfahren wollen.

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