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Netzwelt-Ticker: Obama will per Web 2.0 regieren

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Die zukünftige US-Regierung Obama/Biden zeigt ihren Willen zur Veränderung nun auch im Netz: Change.gov ist das erste Zeichen einer transparenten, reformierten US-Regierung in der Internet-Gesellschaft. Außerdem: Das iPhone-Modem, W-Lan ist geknackt, und MySpace denkt über einen MyPod nach.

Obama-Website: Change.gov

Ja, wir schaffen den Wechsel, wir bringen die Veränderung. Das Gewinnermotto der US-Präsidentschaftswahl steht für eine große Aufgabe. Davon, dass es auch wirklich vorwärts geht, soll die gerade von Barack Obamas Team gelaunchte Change.gov-Website Zeugnis ablegen: "Change.gov bietet Informationen an, mit denen man besser versteht, wie der Wechsel vonstatten gehen soll und welche Entscheidungen getroffen werden müssen." Vor allem aber soll sie offensichtlich die Graswurzelenergien am Leben halten, die Obamas Sieg erst möglich gemacht haben. "Erzähl uns deine Geschichte", prangt rot und pathetisch auf der Startseite: "Die Geschichte dieser Kampagne ist deine Geschichte. Es geht um die großartigen Dinge, die wir schaffen können, wenn wir uns zu einer gemeinsamen Sache zusammentun."

Webseite Change.gov: Regierung im Netz

Webseite Change.gov: Regierung im Netz

Die zukünftige Regierung Obama zeigt auf Change.gov Transparenz - mit einem Blog, mit Hintergrundinformationen - und vielen Möglichkeiten zum Mitmachen. "America Serves", "Amerika dient" ruft zur Mithilfe am Wandel auf. Beim AmeriCorps, dem Peace Corps und den neu eingerichteten Classroom Corps, Health Corps, Clean Energy Corps und Veterans Corps. Die Obama-Freiwilligen sollen sich nach den Wahlanstrengungen für ihr Land engagieren. Wahlhelfer zu Zivildienern. Wer darüber hinaus auf einen Arbeitsplatz in der Regierung schielt, findet in der Jobs-Rubrik Optionen. Zukünftig sollen alle Bewerber für von der Regierung ausgeschriebene Stellen die Website aufsuchen. Manche dieser Stellen müsste der Senat absegnen. Ars Technica mutmaßt, dass wohl kaum der nächste Verteidigungsminister aus dem Pool der Online-Bewerber gezogen wird.

Für deutsche Wähler ist die Change.gov-Site vor allem ein Ort der Trauer. So professionell, gut und offen ist keine deutsche Partei- oder Politiker-Website. Schon im Wahlkampf machten die US-Demokraten vor, wie man moderne Medien und Medienkonsumenten zu bedienen und einzubeziehen hat. Ob so ein Web-2.0-Wahlkampf jedoch auch in Deutschland so ein großer Erfolgsfaktor wäre, stellt Netzpolitik.org jedoch zu Recht in Frage.

AT&T bestätigt iPhone-Tethering

In einem Interview mit Mobilecrunch.com enthüllte ein AT&T-Manager, man werde bald das iPhone auch offiziell als Modem für ein Laptop zulassen, sich also nicht mehr gegen das sogenannte Tethering sperren. Ob AT&T für diese Zusatzfunktion Geld verlangen wird, darüber machte AT&T-Mobility-Geschäftsführer Ralph De La Vega keine Angaben. Ist wohl auch gut so. Angesichts der vielen kostenlosen und erstaunlich einfachen Tethering-Möglichkeiten, die Nutzer eines geknackten iPhones haben, wäre jede kostenpflichtige offizielle Variante ein lächerliches Unterfangen. Bleibt zu hoffen, dass AT&T nicht an einer anderen Schraube dreht: Dem Umfang des iPhone-Datenpakets.

Dass sie ihr iPhone nicht als mobiles Modem für ihren Laptop benutzen können, ist eines der großen Ärgernisse von Besitzern des Apple-Telefoncomputers. Wer den Datenvertrag seines Handys für seinen Laptop nutzen wollte, der musste bislang erst (illegal) die iPhone-Software knacken und eine Tethering-Software installieren. Das geht zwar ziemlich einfach und schnell, wer aber nicht gegen die Nutzungsbedingungen von Apple verstoßen will, dem bleibt: Leid.

Der deutsche iPhone-Anbieter T-Mobile will die AT&T-Pläne nicht kommentieren. Überhaupt sei die Tethering-Funktion ja auch Apples Sache, sagt T-Mobile-Sprecher von Schmettow auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Wer in Deutschland sein iPhone nicht jailbreaken will, dem bleibt erst mal nur, T-Mobiles Web-'n'-Walk-Stick für rund 30 Euro zu kaufen. Der schluckt die iPhone-SIM-Karte und stellt über sie eine Internet-Verbindung her.

W-Lan-Verschlüsselung: Deutsche Forscher knacken WPA in 15 Minuten, aber ...

Den zwei deutschen Sicherheitsexperten Erik Tews und Martin Beck ist es gelungen, die bislang als ziemlich sicher geltende WPA-Verschlüsselung von W-Lan-Signalen zu knacken. Die Details wollen sie zur PacSec-Sicherheitskonferenz in Tokio nächste Woche vorstellen. Bekannt ist bereits, dass ihr Angriff nur 12 bis 15 Minuten dauern soll und auf die Signale, die von einem Router an ein Netzgerät geschickt werden, begrenzt ist, schreibt das TechSpot-Blog. Im Gegensatz zu anderen Angriffen stecke aber ein mathematischer Durchbruch hinter dem Hack und keine stupide Wörterbuchattacke, die sehr schnell mögliche Passwörter ausprobiert. Ars Technica widmet dem Angriff einen längeren techniklastigen Artikel mit vielen - für Laien nur schwer verständlichen - Details. Unterm Strich bleibt: W-Lan-Verschlüsselung bleibt ein Sorgenkind. Zwar gilt die WPA2-Verschlüsselung noch als sehr sicher, doch nicht alle Geräte unterstützen sie, setzen auf das vermeintlich sichere WPA. Wer sich also Sorgen um seinen W-Lan-Datenverkehr macht, der sollte vor allem eines vermeiden: Brisante Daten per digitaler Luftpost zu verschicken.

MySpace denkt über eigenen Musikspieler nach

MySpace, das erfolgreiche soziale Netzwerk von Rupert Murdochs News Corp. könnte in der Zukunft ein digitales Musikabspielgerät entwickeln, das mit Apples iPod konkurriert. Allerdings gebe es dazu noch keine konkreten Pläne, verlautbarte MySpace-Mitgründer Chris DeWolfe am Donnerstag auf einer Konferenz in San Francisco. Momentan konzentriere man sich auf das Musikangebot auf den MySpace-Seiten. Ein MyPod hätte durchaus Erfolgschancen: Eine Milliarde Lieder wurden in den ersten Tagen von MySpace Music heruntergeladen, seit dem Start haben Nutzer 80 Millionen Playlists erstellt. Fünf Millionen Bands luden ihre Musik auf die MySpace-Server. Ein großartiges Reservoir für einen MySpace-Onlineshop, der wie iTunes zum zentralen Musiklieferanten für ein spezielles Musikgerät würde. Die (Ver-)Bindung von iTunes und iPod ist Apples Erfolgsgeheimnis: Nur zusammen mit einem iPod macht iTunes richtig Spaß, nur mit einem iPod lassen sich im Apple-eigenen Format gekaufte iTunes-Songs (legal) abspielen. Genau diese Bindung führte in einigen EU-Ländern zu Kritik - das proprietäre Format stehe einer gewünschten Interoperabilität im Wege, also der Möglichkeit, einmal gekaufte Musik auf möglichst vielen Geräten abspielen zu können. Norwegen als Nicht-EU-Mitglied hat Apple deswegen bereits eine Frist gesetzt: Öffne iTunes und iPod oder wir schließen unseren Markt für dich!

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