Netzwelt-Ticker: Pentagon prüft Hacker-Drohungen

Von Richard Meusers

Die US-Armee ermittelt nach Drohungen der Anonymous-Gruppierung, Twitter entschärft seine "Dick Bar" und Schweden können ihre Päckchen bald per SMS frankieren. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.

Anonymous-Logo: Die Aktivisten drohen der US-Armee Zur Großansicht

Anonymous-Logo: Die Aktivisten drohen der US-Armee

Das Pentagon ist über Meldungen beunruhigt, die Hackertruppe Anonymous plane Hacks, um gegen die Haftbedingungen des mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning zu protestieren. Manning soll des Landesverrats angeklagt werden, ihm droht die Todesstrafe.

"The Register" meldet, das Pentagon untersuche eine von Anonymous angeblich geplante Kampagne unter dem Namen "Operation Bradical", bei der die angeblich Verantwortlichen für Mannings Behandlung angegriffen werden sollen.

Ein Pentagonsprecher sagte am Dienstag, Grund für die Ermittlung seien Berichte, wonach die Hackergruppe Anonymous versuche, die Aktivitäten auf der Marinebasis Quantico im US-Bundesstaat Virginia zu stören.

Anonymous hatte im vergangenen Herbst Angriffe gegen Gegner der Internet-Enthüllungsplattform WikiLeaks angekündigt. Es hatte sich unter anderem zu Hacker-Attacken auf Webseiten von Kreditkartenunternehmen bekannt, die nach der Veröffentlichung von US-Diplomatendepeschen Zahlungen an WikiLeaks eingestellt hatten.

Menschenrechtler vergleichen die Bedingungen, unter denen Manning seit dem vergangenen Juli in Quantico in Einzelhaft festgehalten wird, mit denen im US-Gefangenenlager Guantanamo. Seine Zelle darf er nur eine Stunde am Tag verlassen, abgeschirmt von den anderen Gefangenen. Amnesty International warf der US-Regierung eine unmenschliche Behandlung Mannings vor und zeigte sich besorgt über die Hochsicherheitsverwahrung des Gefreiten und seine ständige Überwachung. Mannings Anwalt David Coombs erklärte vor wenigen Tagen, seinem Mandanten sei "ohne Erklärung" seine Kleidung abgenommen worden und er habe nachts sieben Stunden lang nackt in seiner Zelle ausharren müssen.

meu/AFP

Twitters "Dick Bar" nervt nicht mehr so sehr

Ein schwarzer Reklamebalken im Display nervte in den letzten Tagen die Nutzer der mobilen Twitter-App. Auf dem zeigte der Kurznachrichtendienst seinen Nutzern Trends und Themen auf, ob sie wollten oder nicht. Sofort hatte die Werbeleiste, die sich über die aktuellen Tweets legte, ihren leicht obszönen Spitznamen weg, "Dick Bar", unter Anspielung auf den neuen Twitter-CEO Dick Costolo. Das allgemeine Genöle hat die Twitter-Verantwortlichen offensichtlich erweicht, das neueste Update von Twitter für iOS verschiebt den Reklamebalken nun auf eine feste Position oben im Display. Und das Gezwitscher kann unverdeckt weitergehen.

Craigslist-Gründer schiebt Ehrenamt-Projekt an

Craig Newmark, der Gründer des erfolgreichen Online-Anzeigendienstes Craigslist, hat den Samariter in sich entdeckt. Um die Welt zu einem besseren Ort zu machen, legte Newmark jetzt einen Service namens "Craigsconnect" auf. Sein Ziel: Menschen und Non-Profit-Organisationen zusammenbringen, die an für die Allgemeinheit wertvollen Projekten arbeiten. "Das ist eine langfristige Angelegenheit und keine Eintagsfliege", erklärte Newmark, der die nächsten 20 Jahre in sein neues Vorhaben stecken will. Newmark ist für einen erfolgreichen Internet-Gründer eher untypisch: Er bezeichnet sich selbst gern als "Kundendienstmitarbeiter" und hat sich allen Verkaufs- oder Übernahmeofferten für seinen mit immer noch ziemlich kleiner Mannschaft betriebenen Anzeigendienst bislang konsequent verweigert.

Anzahl Malware-verseuchter Seiten hat sich 2010 verdoppelt

Laut dem Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Dasient hat sich die Anzahl der Malware-verseuchten Webseiten 2010 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Was bedeutet, dass Ende 2010 mehr als eine Million infizierter Webauftritte auf arglose Opfer warteten.

Schweden und Dänemark planen SMS-Porto

Briefmarkenkauf ist bislang immer noch eine umständliche Sache. Selbst online georderte Marken müssen immer noch extra bezahlt und dann ausgedruckt werden, bis sie auf Brief oder Paket geklebt werden können. In Schweden und Dänemark wird dieses Verfahren jetzt deutlich abgekürzt. Dort sollen ab Sommer Briefe, aber auch Päckchen bis zu zwei Kilo mit SMS-Marken verschickt werden können.

Diese Marke wird via SMS bestellt und kommt auf dem gleichen Wege in Form einer Ziffernfolge aufs Handy zurück. Der Besitzer muss die Zahlen nur auf Brief oder Päckchen schreiben - fertig. Bezahlt wird mit der nächsten Handyrechnung.

Mit Interesse dürften die Schweden dabei auf Dänemark schauen. Der kleine Nachbar im Süden will ein ähnliches Systemab dem 1. April testen, wie der schwedische Dienst "The Local" berichtet. Einen Missbrauch befürchten die Verantwortlichen nicht, die Gefahr sei nicht größer als bei herkömmlichen Marken. Die würden schließlich auch von Post-Scannern überprüft.

Genauso funktioniert seit langem schon das Handyporto der Deutschen Post - es lassen sich damit aber nur Postkarten und Standardbriefe frankieren.

Auch das noch:

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1. ...
Liopleurodon 09.03.2011
Zitat von sysopDie US-Armee ermittelt nach Drohungen der Anonymous-Gruppierung, Twitter entschärft seine "Dick Bar" und*Schweden können ihre Päckchen bald per SMS frankieren. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.
Ja... und was genau möchten Sie hier diskutiert haben?
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.


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