Von Felix Knoke
Der Online-Dienst Pinterest reagiert auf Vorwürfe, Urheberrechtsverstöße zu unterstützen und schiebt die Verantwortung Website-Betreibern zu: Sie sollen künftig selbst bestimmen, ob Pinterest-Nutzer ihre Web-Inhalte über Pinterest weiterverbreiten dürfen. Wer etwas dagegen hat, dass Pinterest automatisch Fotos von seinen Web-Seiten kopiert, muss eine Zeile im Quelltext seiner Seiten ergänzen, um Pinterest auszusperren.
Die Methode erinnert an die Robots.txt-Datei, mit der Suchmaschinen-Roboter von der Indizierung einer Website abgehalten werden sollen. Die Maßnahme könnte etwas Druck von dem jungen Web-Dienst nehmen. Dieser Vorwurf steht bei Pinterest im Raum: Pinterest unterstütze seine Nutzer beim Urheberrechtsverstoß. Wer Links einbindet, muss ein Foto von der entsprechenden Seite ziehen - ohne Foto kein Pin. Pinterest setzt also für jede Veröffentlichung in seinem Angebot eine Kopie der Fotos anderer voraus.
So interessant der Pinterest-Vorschlag ist: Sollen Seitenbetreiber nun für jeden ein bisschen in die Gänge kommenden Web-Dienst ein eigenes Verbotsschild aufstellen?
Angriff auf Dropbox: Windows 8 in der Wolke
Microsofts neues Betriebssystem Windows 8, schreibt das "MSDN-Blog", wird standardmäßig an die SkyDrive-Cloud angeschlossen sein. Windows-Nutzer sollen so ihre Apps, Dateien, PC und Mobilgeräte mit einem Microsoft-Rechenzentrum verknüpfen können - beispielsweise für Backups oder als zentrale Adressensammelstelle. Microsofts SkyDrive trete in Windows 8 als Metro-App, als Explorer-Funktion und - wie Dropbox - als Cloud-Ordner in Erscheinung. Ein Video erklärt, wie das im Betrieb aussieht.
Microsoft folgt damit dem Beispiel von Apples iCloud, einen Anschluss an die Datenwolke als zentrale Funktion eines Betriebssystems anzubieten - und damit die Abhängigkeit von einem bestimmten Rechner oder Mobilgerät aufzulösen.
US-Politiker befragen Twitter zu Filtertechnik
Twitter sieht sich nun auch mit offizieller Kritik an seinen neuen Filtermaßnahmen konfrontiert. Zwei US-Senatoren schrieben Firmenchef Dick Costolo, die Erklärung von Twitter lasse wichtige Fragen unbeantwortet. Sie fordern weitere Informationen.
Twitter hat angekündigt, Nachrichten von Nutzern in bestimmten Ländern nachträglich zurückzuhalten, sollten Inhalte gegen lokale Gesetze verstoßen.
Wie Twitters Zensurmechanismus funktioniert, wollen die Senatoren Dick Durbin und Tom Coburn nun genauer wissen. "Wie überprüft Twitter, ob ein Antrag zum Löschen eines Beitrags gerechtfertigt ist?", fragen sie. Sie wollen wissen, ob Twitter dabei auch die Menschenrechte der Nutzer abwägt. Außerdem fordern sie eine Erklärung des Unternehmens, wie die Privatsphäre von Nutzern geschützt wird, wenn Strafverfolgungsbehörden auf Twitter-Informationen zugreifen wollen. (mak/dpad)
Was am Dienstag sonst noch wichtig war
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