Netzwelt-Ticker: Pinterest-Spammer prahlt mit hohen Einnahmen

Ein Spammer berichtet von 1000 Dollar Einnahmen über Pinterest - am Tag. Ein britischer Provider muss Daten von Porno-Nutzern herausgeben und Googles Dropbox-Gegenstück ist fast fertig. Das und mehr im Überblick.

Pinterest: Spammer automatisieren das Bilder-Pinnen Zur Großansicht

Pinterest: Spammer automatisieren das Bilder-Pinnen

Pinterest funktioniert wie ein Bilderalbum für das Internet: Nutzer kleben Fotos auf ihre Seiten, diese können mit Links auf Online-Shops und Werbung hinterlegt sein. Spammer machen sich das zu Nutze und lassen von Programmen automatisch massenweise solcher Bilder posten. Zum Beispiel ein Kleid, dass es bei Amazon zu kaufen gibt, hinterlegt mit einem Affiliate-Link. Klickt ein anderer Pinterest-Nutzer auf diesen Link und kauft das Kleid, gibt es Geld.

Nachdem "The Daily Dot" über diese Technik berichtet hatte, meldete sich offenbar ein Pinterest-Spammer und verriet mehr über seine Arbeitsweise. Zunächst habe er es von Hand versucht: Nach vier Stunden Bilder posten kam er auf 20 Dollar Einnahmen. Inzwischen lässt der 24-Jährige ein Script so viele Bilder auf Pinterest veröffentlichen, dass er pro Tag fast 10 Gigabyte Webtraffic verursacht - und mit diesen Pinterest-Pins derzeit angeblich täglich 1000 Dollar über mehrere Amazon-Accounts einnimmt.

Es gebe praktisch keine Investitionskosten, sagte der Mann "The Daily Dot". Bisher unternehme Pinterest nicht besonders viel gegen Spammer, von seinen diversen Accounts sei erst ein einziger gelöscht worden. Nur die Anzahl an Bildern, die von einem Account aus gepostet werden können, sei mittlerweile reduziert worden. Dennoch erwartet er, demnächst sogar 2000 bis 2500 Dollar am Tag mit seinem Pinterest-Spam einzunehmen. Eine Garantie dafür, dass sein System auch morgen noch funktioniere, gebe es aber nicht. (ore)

O2 muss Daten zu IP-Adressen von Pornokonsumenten herausgeben

Beinahe 10.000 Kunden des britischen Internetproviders O2 steht Ärger ins Haus. Ihr Anbieter muss auf richterliche Anordnung des High Court die zu ihren IP-Adressen passenden Anschlussdaten herausrücken. Der Grund für die Maßnahme ist der Vorwurf, dass von ihren Anschlüssen aus illegal pornografisches Material von British Ben Dover Productions und zwölf weiteren Schmuddel-Produzenten heruntergeladen worden sei.

Golden Eye, das als Rechteinhaber für Erotik-Produzenten auftritt, hatte ursprünglich auf einer Forderung von umgerechnet knapp 840 Euro für jede einzelne IP-Adresse bestanden. Dieses Ansinnen wurde jedoch vom High Court verworfen, der entschied, die betroffenen O2-Kunden müssten zunächst die Gelegenheit bekommen, ihre Unschuld vom Vorwurf der Urheberrechtsverletzung zu belegen. Schon früher hatte in einem ähnlich gelagerten Fall die britische Abmahnkanzlei ACS Law an die 20.000 Abmahnschreiben versandt.

Kommt Google Drive im April?

Vor sechs Jahren gab es die ersten Gerüchte über Pläne für Googles Einstieg ins Geschäft mit Online-Speichern. Nun soll das Angebot unter dem Namen "GDrive" angeblich in der ersten Aprilwoche mit einem Speichervolumen von vorerst einem Gigabyte offeriert werden. Mit dieser eher spartanischen Mengenbegrenzung scheint eines klar: Ins Filesharing, wie es mit Hilfe von Online-Hostern wie Rapidshare & Co. betrieben wird, wollen die Macher des Suchmaschinen- und Reklamegiganten nicht einsteigen. Vielmehr dürfte sich das Angebot an Nutzer richten, die vor allem Dokumente abspeichern wollen. Dem "Google Watchblog" ist dabei aufgefallen, dass der GDrive-Speicherplatz exakt dem entspricht, der für das GoogleDocs-System zur Verfügung steht: "Und wenn wir uns Docs einmal genauer anschauen, muss man sagen, dass wir das GDrive schon lange benutzen, ohne es wirklich zu wissen."

Auch das noch:

  • Anonymous kündigt Internet-Blackout am 31. März an. Mal wieder Weltuntergang, diesmal am Sonntag. Indem sie 13 DNS-Server lahmlegen wollen, hoffen die Hacker, die Funktionen des Webs nachhaltig stören zu können. Anlass für die Aktion sei der Protest gegen "Sopa und die Wallstreet". In Österreich will Anonymous angeblich am 1. April für Unruhe sorgen: Mit der Veröffentlichung von E-Mails aus den Konten österreichischer Politiker, angeblich um gegen den Beginn der Vorratsdatenspeicherung dort zu protestieren.

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insgesamt 2 Beiträge
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1. absurd aber effektiv
Arno Nühm 28.03.2012
---Zitat--- Inzwischen lässt der 24-Jährige ein Script so viele Bilder auf Pinterest veröffentlichen, dass er pro Tag fast 10 Gigabyte Webtraffic verursacht - und mit diesen Pinterest-Pins derzeit angeblich täglich 1000 Dollar über mehrere Amazon-Accounts einnimmt. ---Zitatende--- Hm, ich sollte in die Werbebranche gehen. Geld für nichts - hört sich gut an...
2.
kubwa 30.03.2012
---Zitat--- Anonymous kündigt Internet-Blackout am 31. März an. Mal wieder Weltuntergang, diesmal am Sonntag. Indem sie 13 DNS-Server lahmlegen wollen, hoffen die Hacker, die Funktionen des Webs nachhaltig stören zu können. Anlass für die Aktion sei der Protest gegen "Sopa und die Wallstreet". In Österreich will Anonymous angeblich am 1. April für Unruhe sorgen: Mit der Veröffentlichung von E-Mails aus den Konten österreichischer Politiker, angeblich um gegen den Beginn der Vorratsdatenspeicherung dort zu protestieren. ---Zitatende--- Absolut lächerlich. Ich kugel mich vor Lachen auf dem Boden. Mal ganz davon abgesehen das es tausende und aber tausende Spiegel dieser DNS Server gibt. Jedes Land hat verschiedene Internet Provider und jeder dieser Provider hat mehrere, eigene DNS Server die ALLE Daten dieser Rootserver zwischenspeicher um eben diese Rootserver zu entlasten. Das ist so als wenn man für einen Tag die weltweite Produktion von Mikrochips einstellen würde. Es gibt so enorm große Reserven dass das nicht ins Gewicht fällt. We are Anonymous. We are dumb. We do not think. We do not know. Expect us!
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