Von Carolin Neumann
Das Innenministerium des Landes Sachsen hat sich wegen des Vorgehens im Fall kino.to eine Abmahnung eingehandelt. Das Portal mit Links zu illegalen Video-Streams war kürzlich von den Behörden stillgelegt und die unter der Domain weiterhin erreichbare Seite mit einem Warnhinweis versehen worden - jedoch ohne weitere Informationen zum Urheber dieser Informationen zu geben.
Wegen des fehlenden Impressums nutzt das Online-Magazin Cineastentreff.de den Fall jetzt, um Aufmerksamkeit für die rechtlichen Schwierigkeiten bei der Erstellung einer Website zu schaffen. Jährlich würden Tausende Homepage-Betreiber abgemahnt, weil sie der Impressumspflicht nicht nachkommen, heißt es in dem Anwaltsschreiben (PDF). Für eine Behörde gelte die Informationspflicht genauso wie für jeden anderen Betreiber, wenn nicht sogar noch mehr.
Gegenüber Netzpolitik.org bestätigte der Rechtsanwalt die Echtheit der Abmahnung und erklärte: "Wenn mehrere Polizisten und Verwaltungsbeamte keinen ordnungsgemäßen Auftritt hinkriegen, wie sollen das einfache Internet-User schaffen?" Das Telemediengesetz fordert in bestimmten Fällen von Website-Betreibern ein Impressum, Hinweise dazu gibt das Justizministerium (PDF). Letztlich könnte ein Gericht entscheiden müssen, ob die Website mit dem Warnhinweis der Polizei ein "geschäftsmäßig" angebotenes Telemedium ist - oder doch etwas ganz anderes.
Facebooker haben die intensiveren Freundschaften
Im Internet vereinsamt man und virtuelle Freundschaften sind nichts wert? Von wegen! Laut einer aktuellen Studie des renommierten amerikanischen Pew Centers könnte das Gegenteil der Fall sein. Die Forscher haben mit über 2000 Amerikanern ab 18 Jahren über ihr Nutzungsverhalten von sozialen Netzwerken gesprochen. Ergeben hat sich ein komplexes Bild von Beziehungen, das dem Vorurteil von Oberflächlichkeit im Netz in Ansätzen widerspricht. Darunter sind erwartungsgemäß Erkenntnisse, die viele von uns an sich selbst beobachten: Etwa dass der durchschnittliche Facebook-Nutzer nicht etwa mit Fremden "befreundet" ist, sondern einen Großteil seiner Online-Kontakte auch schon mal im wahren Leben getroffen hat.
Doch darüber hinaus wurde Onlinern etwa Vertrauensseeligkeit sowie ein größeres und zum Teil besseres Netzwerk bescheinigt. Verglichen mit der letzten Erhebung der gleichen Daten im Jahr 2008 hat das Institut eine gestiegene Zahl enger Vertrauter festgestellt, die im Zusammenhang stehen könnte mit der gestiegenen Nutzung von Social Networks. Der Durchschnittsnutzer von Seiten wie Facebook habe mehr Freundschaften als der Offliner und empfinde diese als intensiver, heißt es in der Studie. Empfinden ist jedoch das Schlüsselwort: Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen, da sie lediglich die gefühlten Beziehungen spiegeln, aber keinen direkten Vergleich zur Prä-Facebook-Ära ermöglichen.
"Duke Nukem Forever"-Entwickler feuern Werber
So sollte PR nicht laufen: Die Agentur, die für den Launch von "Duke Nukem Forever" beauftragt wurde, hat Testern öffentlich gedroht, im Falle schlechter Bewertungen keine Muster mehr auszugeben. Dass Kritiker an dem Game kaum ein gutes Haar lassen, sei kein Grund für derartig unprofessionelles Verhalten, meint Spielentwickler 2k Games und trennte sich von der PR-Agentur. Der Autor der Droh-Tweets kam mit seiner getwitterten Entschuldigungzu spät.
Google hilft beim Identitäten- und Reputationsmanagement: Unter dem etwas versteckten Menüpunkt "Me on the Web" kann sich der Inhaber eines Google-Accounts eine eigene Profilseite anlegen und damit lenken, was über ihn zu finden ist. Ähnlich wie bei Personensuchmaschinen wie Yasni informiert ein (Google) Alert über neue Einträge, die dann dem eigenen Namen zugeordnet werden können.
Facebook kommt aufs iPad
Gerade machten Gerüchte über eine HTML5-Offensive bei Facebook die Runde, jetzt will das Unternehmen auch offiziell und ohne Umwege auf iOS-Geräte. In wenigen Wochen werde eine Applikation speziell fürs iPad veröffentlicht, berichtet NYTimes.com unter Berufung auf Insider. "TechCrunch" hatte zuvor berichtet, Facebook bereite eine Seite vor, die allein auf dem künftigen Web-Standard HTML5 basiert, um so den App Store umgehen zu können.
Rat will Anlaufstelle für Online-Verbraucher werden
Internet- und Werbewirtschaft wollen den Verbraucher im Netz schützen und haben einen gemeinsamen Rat für Datenschutz in der Online-Werbung geschaffen. Ziel ist es, die Branche auf einen Verhaltenskodex zu verpflichten, für Transparenz zu sorgen und eine direkte Beschwerdestelle zu schaffen, heißt es in der Mitteilung des Werberverbandes ZAW, unter dessen Dach der Rat gegründet wurde.
Chinesisches Handy tötet jungen Mann
In Indien ist ein 25-jähriger Mann gestorben, weil er mit seinem chinesischen Handy telefonieren wollte. Dem Fernsehsender IBN Live zufolge erlitt er einen tödlichen Stromschlag, als er das Telefon benutzen wollte, das zum Aufladen an einer Steckdose hing.
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