Netzwelt-Ticker Samsung verkauft Galaxy Tab trotz Verbot

Patentkrieg hin oder her: Einer von Apple erwirkten einstweiligen Verfügung zum Trotz wurde Samsungs Tablet-PC Galaxy Tab am Wochenende munter verkauft. Außerdem im Überblick: Ein Gerichtsurteil deckelt Erst-Abmahnkosten auf 100 Euro und vieles mehr.

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SPIEGEL ONLINE

Der Patentstreit zwischen Apple und Samsung geht weiter. Erst vergangene Woche hatte Apple den Vertrieb des Tablet-Computers Galaxy Tab 10.1 in der Europäischen Union per einstweiliger Verfügung untersagen lassen. Doch das wollen die Koreaner nicht auf sich sitzen lassen und kündigten umgehend Berufung gegen die Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts an. Die entsprechende Anhörung ist für den 25. August angesetzt. Währenddessen denken die Samsung-Verantwortlichen gar nicht daran, den Verkauf ihres neuen Plattrechners in Europa einzustellen.

So war das Galaxy Tab am Wochenende bei der Elektronik-Kaufhauskette Media Markt zu bekommen, die für ihr Sonderangebot zum Preis von 469 Euro im Vorfeld auch ordentlich getrommelt hatte. Was zunächst wie ein Verstoß gegen die gerichtliche Verfügung aussieht, scheint aber von der Rechtslage gedeckt. Denn, so Afterdawn, das Verkaufsverbot richte sich nur gegen Samsung direkt, das die Geräte weder in die EU einführen noch dafür Reklame machen darf. Von Samsung unabhängige Vertriebsunternehmen aber seien von dem Verbot nicht betroffen.

Gericht begrenzt Abmahn-Entgelt

Erstmalige Abmahnungen für Bagatellverstöße im Internet dürfen mit nicht mehr als 100 Euro Kosten berechnet werden. Auf diese weithin unbekannte Regelung macht heise.de aufmerksam. Der Grund: Das Amtsgericht Köln hat sie einer im April ergangenen, aber erst jetzt veröffentlichten Entscheidung zugrunde gelegt.

In dem Verfahren ging es um sechs Fotos, die ein Anbieter von Autoreifen von einem anderen Angebot auf eBay kopiert und für seine eigene Auktion verwendet hatte. Woraufhin sich der Anwalt des Foto-Urhebers mit einer Abmahnung über knapp 1200 Euro zuzüglich 1800 Euro Schadenersatz beim Reifenverkäufer meldete. Zuviel, befand das AG Köln und begrenzte die Abmahnkosten unter Verweis auf die entsprechende Regelung § 97a Abs. 2 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) auf 100 Euro. Auch die Schadenersatzforderung wurde ordentlich zusammengestutzt, von 300 Euro pro Bild auf 45 Euro.

Rapper soll den Polizeinotruf von Los Angeles per Twitter lahmgelegt haben

Charles Louboutin ist ein mäßig bekannter Rapper aus dem kalifornischen Los Angeles, wo der Sangeskünstler unter dem Namen "The Game" auftritt. Vielleicht war er der Meinung, er müsse seiner Berühmtheit ein wenig nachhelfen, vielleicht langweilte er sich auch nur. Jedenfalls soll er am vergangenen Freitagnachmittag über seinen Twitter-Account eine Kurznachricht abgesetzt haben, in der er seine immerhin 580.000 Follower aufforderte, die Telefonnummer einer bestimmten Polizeistation anzurufen, wenn sie ein Musik-Praktikum machen wollten.

Die Fans ließen sich nicht lange bitten, riefen die genannte Nummer zu Hunderten an und blockierten damit die Kommunikation der Polizeistation im Stadtteil Compton. Die meisten legten einfach wieder auf, sobald sich jemand meldete, doch viele fragten die Polizeibeamten tatsächlich nach einem Praktikumsplatz im Musikstudio. Die Polizeiführung fand die Aktion nicht besonders lustig, zumal ernstgemeinte Anrufe aufgrund der Aktion nicht durchkamen.

"The Game" wurde von der Polizei aufgefordert, seinen Tweet zu löschen. Doch stattdessen kam per Twitter die Meldung: "Einen Tweet könnt ihr zurückverfolgen, aber mit Mördern werdet ihr nicht fertig." Schließlich machte "The Game" dem Spiel ein Ende und entfernte den Tweet. Jetzt droht dem Sänger juristischer Ärger. "Die öffentliche Sicherheit war absolut gefährdet", erklärte der örtliche Sheriff.

Der Rapper wies per Twitter alle Schuld von sich, erklärte, jemand habe seinen Twitter-Account gehackt und ohne sein Wissen benutzt, um die fraglichen Tweets abzusetzen.

Auch das noch:

  • McAfee bringt Diebstahlsicherung fürs iPhone heraus. Das Smartphone kommt damit zwar nicht wieder, aber zumindest soll man damit wertvolle Daten fernlöschen können.
  • Firefox 6 ist fertig zum Download. Der aktualisierte Browser soll schneller starten und bietet außerdem eine verbesserte Plugin-Verwaltung.

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
prescot 15.08.2011
1. ...
Ihre Aussage zum Galaxy Tab ist leider falsch ! Die Tablets werden nicht von Samsung sondern von Einzelhändlern und Elektronikketten verkauft.Diese können verkaufen, solange ihr Vorrat reicht.
Nonvaio01 15.08.2011
2. Ein Geniales Geraet
Hallo, ich hab das Galaxy Tab und kann nur sagen das es kein wunder ist das Apple versucht es zu verhindern. Technisch ist es dem IPAD und dem Ipad2 weit ueberlegen.
olymp666 15.08.2011
3. Koan Titel
Zitat von prescotIhre Aussage zum Galaxy Tab ist leider falsch ! Die Tablets werden nicht von Samsung sondern von Einzelhändlern und Elektronikketten verkauft.Diese können verkaufen, solange ihr Vorrat reicht.
Wieso ist der Bericht falsch ? Es wird exakt das gesagt: Zitat:"Von Samsung unabhängige Vertriebsunternehmen aber seien von dem Verbot nicht betroffen" Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen ?
m-pesch, 15.08.2011
4. ...
War auch eine gute Werbung für das Galaxy Tab. Die Preise für das 7 Zoll Gerät sind dann auch prompt um 100 € gestiegen. :-)
lassehoffe, 15.08.2011
5. soso
Zitat von Nonvaio01Hallo, ich hab das Galaxy Tab und kann nur sagen das es kein wunder ist das Apple versucht es zu verhindern. Technisch ist es dem IPAD und dem Ipad2 weit ueberlegen.
Deshalb verkauft es sich auch so gut, oder?
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