Netzwelt-Ticker Samwer-Brüder verkaufen Facebook-Anteile

Einsatz verdreifacht: Die Samwer-Brüder verkaufen ihre Facebook-Anteile. Außerdem im Überblick: Rätselraten um "Na pohybel janas", US-Republikaner greifen Netzneutralität an - und wie die Zukunft aussieht.

dpa

Hamburg - Die drei deutschen Internetinvestoren Marc, Oliver und Alexander Samwer sind aus dem US-Unternehmen Facebook ausgestiegen. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag im Handel erhältlich ist. Oliver Samwer bestätigte gegenüber dem Wirtschaftsblatt: "Wir haben unsere Anteile an Facebook verkauft, weil wir uns auf den Frühphasen- und Wachstumsbereich konzentrieren."

Die drei Brüder hatten Anfang 2008 eine Beteiligung an Facebook erworben. Nach Berechnungen des manager magazins dürften sie ihren damaligen Kapitaleinsatz etwa verdreifacht haben. Nachdem die US-Großbank Goldman Sachs und die russische Beteiligungsgruppe Digital Sky Technologies Anfang des Jahres 500 Millionen Dollar in Facebook investiert hatten, stieg der Wert des Netzwerks auf 50 Milliarden Dollar.

Die Samwer-Brüder waren mit der Gründung von Online-Unternehmen wie dem Auktionshaus Alando bekannt geworden, das sie ein halbes Jahr nach der Gründung für 50 Millionen Dollar an das Vorbild Ebay verkaufen konnten. Danach schufen sie mit Jamba den größten Anbieter von Klingetönen in Europa. Als Investoren haben sie unter anderem an StudiVZ und Citydeal mitverdient - letzteres Unternehmen wurde vergangenes Jahr an den US-Konkurrenten Groupon verkauft.

US-Republikaner greifen Netzneutralität an

Bei einer Anhörung zur Zukunft der Netzneutralität in den Vereinigten Staaten sprachen sich republikanische Abgeordnete scharf gegen eine Regulierung des Internetverkehrs aus. "Warum sollte die Regierung für das Internet verantwortlich sein," fragte Fred Upton, Vorsitzender des United States House Committee on Energy and Commerce ( Originaltext bei "WSJ", kostenlose Alternative bei Betanews).

Der Vorsitzende der Regulierungsbehörde FCC, Julius Genachowski, wurde heftig dafür kritisiert, entsprechende Vorschriften bereits umzusetzen. Dieser rechtfertigte sich damit, dass dieses Vorgehen das Richtige für die US-Wirtschaft gewesen sei. Rückendeckung bekam er von seinen Parteifreunden von den Demokraten: "Ohne klare Regeln für den Straßenverkehr können große Firmen das Internet in schnelle und langsame Fahrspuren aufteilen, für Inhalte Geld verlangen und Innovatoren davon abhalten, auf die Daten-Superautobahn aufzufahren," sagte eine Demokratin aus dem Repräsentantenhaus, zu deren Wahlbezirk viele Firmen des Silicon Valley gehören.

Die Republikaner stemmen sich gegen Regeln zur Netzneutralität - um die FCC vom Handeln abzuhalten, versuchen sie sogar deren Budgetierung mit juristischen Winkelzügen zu verhindern. Eine Resolution zur Aufhebung der FCC-Regulierung könnte zwar die Zustimmung des Kongresses erhalten, nicht aber den für die Umsetzung nötigen Segen Präsident Obamas - der steht hinter der FCC und ihren Regeln zur Netzneutralität.

Gelöst: Das Mysterium von Na pohybel janas

Warum nur suchte alle Welt plötzlich bei Google nach dem Begriff "Na pohybel janas" - besonders die Deutschen? Warum tauchten in vielen Website-Statistiken diese seltsamen Worte auf? Ein australischer "Suchmaschinen-Experte" will das Mysterium gelüftet haben: Vermutlich ein osteuropäische Hackerbande habe die Muskeln ihres Botnets spielen lassen, einer Armee gekaperter Rechner, die massenhaft bei Google nach den Worten "Na pohybel janas" suchten.

Der Begriff selbst sei trivial, bezeichne eine polnische Rockband: "Zum Henker mit Janas." Im Netz gibt es bessere Erklärungen: Nicht der Name einer Rockband, sondern ein bekannter Fußballspruch sei "Na pohybel janas", jener Janas der polnische Fußballtrainer Pawel Janas. Ein Fußballerschlachtruf, mit dem eine Hackerbande für ihr Botnet wirbt? Oder eine Provinzband, die sich für ein paar Zloty auf dem Internet-Schwarzmarkt weltweiten Ruhm erkauft? Klar ist: Seit 10. Februar 2011 ist es still geworden - ob Google, die Hacker, die Band dem ganzen ein Ende gemacht haben, aber unklar. Mysteriöses Internet.

Entscheidung vertagt: Muss Twitter WikiLeaks-Unterstützer entblößen?

Ein US-Distriktrichterin verschiebt eine Entscheidung, ob der Kurznachrichtendienst Twitter die persönlichen Details dreier Twitter-Mitgliedern, die wegen ihrer angeblichen Mitarbeit bei WikiLeaks Ziel von Ermittlungen der US-Regierung geworden sind, herausrücken muss. Gleichzeitig will sie einen Antrag der Verteidigung überdenken, ob geheime Details in den dem Gericht vorliegenden Unterlagen der klagenden US-Regierung veröffentlicht werden können. Wann eine schriftliche Anordnung und Begründung folgt, ist unbekannt.

Und das ist die Zukunft? Gruseliges Video ...

Wenn Gesichtserkennung, Smartphones und soziale Netzwerke verschmelzen - und das werden sie - dann sind mehr Dinge möglich, zwischen Werbung, Ermittlung und Liebe, als die Freunde der technologischen Fortentwicklung sich erträumen lassen. Hier eine Video-Demonstration ...

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
spon.li 17.02.2011
1. Typo
Zitat von sysopEinsatz verdreifacht: Die Samwer-Brüder verkaufen ihre Facebook-Anteile. Außerdem im*Überblick: Rätselraten um "Na pohybel janas", US-Republikaner greifen Netzneutralität an -*und wie die Zukunft aussieht. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,746126,00.html
Typo: "Klingetönen"
52m.de 17.02.2011
2. Es muss halt schnell gehen ...
Zitat von spon.liTypo: "Klingetönen"
... in dieser heutigen Zeit. Das ist nicht der einzige - ich nenn es mal - Flüchtigkeitsfehler, der auf spiegel.de und Seiten von Mitbewerbern auftaucht. Vieleicht haben die Redakteure keine gute Rechtschreibkorrektur installiert oder waren total im Stress. Gehen wir mit dem Schwamm drüber. Nobody's perfect.
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