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Netzwelt-Ticker Scheckkarten-Sender verrät Bankräuber

Dollarbündel: Scheckkartengroßer GPS-Sender zwischen den ScheinenZur Großansicht
Corbis

Dollarbündel: Scheckkartengroßer GPS-Sender zwischen den Scheinen

Um Bankräubern schneller auf die Schliche zu kommen, setzen Banken vermehrt auf dünne GPS-Sender, die sie zwischen Geldscheinen verstecken. Außerdem: Yahoo will ins Fernsehen, europäisches Nexus One kann Multitouch und Probleme bei der Akku-Evolution. Das und mehr im Überblick.

Mit Hilfe eines unscheinbaren GPS-Senders konnten drei mutmaßliche Bankräuber in Calumet City im US-Staat Illinois von der Polizei geschnappt werden. Der Sender, gerade einmal so groß wie eine Kreditkarte, war in den erbeuteten Geldbündeln der Bank versteckt, schreibt der "Chicago Tribune". Die nach dem Überfall alarmierten Polizeibeamten konnten innerhalb weniger Minuten die Verfolgung des Senders aufnehmen und schließlich die drei mutmaßlichen Räuber im Elternhaus eines der Verdächtigen festnehmen.

So ein GPS-Sender funktioniert ähnlich wie die GPS-Empfänger in einem Navigationsgerät. Er empfängt seine genaue Position durch den Abgleich mit GPS-Satelliten, überträgt die Positionsdaten aber per Funk an einen Computer, der den aktuellen Standort des Senders erfasst.

Das "Threat Level"-Blog von "Wired" hat sich den "Tribune"-Artikel genauer angeschaut und stellt nun Vermutungen über den Hersteller der GPS-Tracking-Technik an. Hauptverdächtiger ist der US-Sicherheitstechnik-Anbieter 3SI Security, der 2006 schon lang und breit - und sehr interessant - die Möglichkeiten von GPS-Verfolgung von geklautem Geld beschrieb (PDF-Datei). Das in dem Papier vorgestellte Gerät versendet allerdings nicht nur seine GPS-Koordinaten, sondern pingt auch Mobilfunk-Zellen an und sendet zusätzlich ein Funk-Leuchtfeuer. Damit wäre eine Aufklärungsrate von 70 Prozent möglich. Dass Diebe künftig strahlendichte Tiefkühlbeutel aus dem Supermarkt zum Transport ihres Diebesgut einsetzen könnten, verrät der Artikel von 3SI natürlich nicht.

Yahoo will ins Fernsehen

Mit speziell für Fernsehgeräte entwickelten Internetangeboten will Yahoo in das boomende TV-Geschäft einsteigen. Dazu kündigte das Unternehmen auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas die Zusammenarbeit mit Fernseherherstellern an. Während sich die TV-Branche auf neue, hochauflösende Geräte mit Festplattenrekorder und Internetanschluss einschießt, will Yahoo die dazu passenden Bildschirmangebote bereitstellen: Widgets, also kleine Computerprogramme, die eine spezielle Aufgabe lösen; das Wetter, die Programmvorschau, Nachrichten aus sozialen Netzwerken wie Facebook oder Wer-kennt-wen. Vor allem aber der Online-Handel könnte von der TV/Web-Symbiose profitieren. Per Klick könnten die Fernsehzuschauer künftig Dinge kaufen, die gerade im Fernsehen zu sehen sind: Die Jacke des Schauspielers, den Soundtrack der Schmonzette, das Buch zur Serie. Ein Fest für die Marketingabteilung.

Was weitere Gerüchte anfeuert: Fast gleichzeitig mit der CES-Ankündigung teilte Yahoo mit, zusammen mit der TV-Produktionsfirma Electus des ehemaligen NBC-Vizevorsitzenden und TV-Produzenten Ben Silverman "episodische Inhalte" für Yahoo zu entwickeln, also Serien und locker zusammenhängende Kurzfilme. Was Yahoo konkret damit vorhat, soll noch am heutigen Freitag bekanntgegeben werden.

BetaNews hat vor all der Web-und-TV-Euphorie auf der CES einmal tief durchgeatmet und die einfache Frage gestellt: Und wie bedient man all den neuen Web-Kram? Maus und Tastatur auf dem Sofa? Nein: Superfernbedienungen seien die Antwort - meinen zumindest Superfernbedienungshersteller auf der CES.

Europäisches Nexus One kann Multitouch?

Die amerikanischen "Engadget"-Blogger sind empört: "Ok, Google, wir haben's verstanden: du hasst Amerika", schreiben sie. Das in den Vereinigten Staaten veröffentlichte Google-Handy Nexus One hat zwar einen Touchscreen, kann also per Finger oder Stylus bedient werden. Im Gegensatz etwa zum iPhone versteht das amerikanische Nexus One jedoch keine Multitouch-, also mit zwei oder mehreren Fingern ausgeführte Gesten, wie sie etwa vom iPhone bekannt sind (z.B. Zoom mit zusammengeführten Daumen- und Fingerspitzen).

Grund für den "Engadget"-Groll ist ein Hands-on-Bericht der Kollegen von Heise.de. Die bekamen auf der CES in Las Vegas eine Vorführung der europäischen Ausführung des Nexus One - das offensichtlich die begehrten Multitouch-Gesten beherrscht. Skandal! Heise.de vermutet hinter den US/Europa-Unterschieden jedoch keine Böswilligkeit Googles, sondern vielmehr Patentstreitigkeiten: "Wie man am Motorola Droid (kein Multitouch) und dessen internationaler Version Milestone (mit Multitouch) sieht, scheint Multitouch unter Android eher eine Frage von Patenten denn von technischer Machbarkeit zu sein".

Der lange Weg zum Langlauf-Akku

Ein wichtiger, aber selten beachteter Baustein in der Entwicklung von technischem Gerät ist die Energieversorgung aus Akkumulatoren. Die Industrie forscht intensiv an Verbesserungen: Kleinere, leichtere Akkus mit höherer Energiedichte - stößt dabei aber ständig an Grenzen, technisch wie finanziell. Die ORF Futurezone hat mit österreichischen Experten gesprochen. Deren Urteil. "Den Superakku mit hoher Energiedichte und langer Lebensdauer zu einem günstigen Preis wird es nicht so schnell geben."

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Emil Peisker 08.01.2010
Nun ja, nett dass man das jetzt bekannt gibt. Da werden die Bankräuber dankbar zu Taschen aus Material greifen, die elektromagnetische Strahlung eindämmt. Und auspacken werden sie ihre Beute dann im Stahlcontainer. Netter [...]
Zitat von sysopUm Bankräubern schneller auf die Schliche zu kommen, setzen Banken vermehrt auf dünne GPS-Sender, die sie zwischen Geldscheinen verstecken. Außerdem: Yahoo will ins Fernsehen, europäisches Nexus One kann Multitouch und Probleme bei der Akku-Evolution. Das und mehr im Überblick. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,670799,00.html
Nun ja, nett dass man das jetzt bekannt gibt. Da werden die Bankräuber dankbar zu Taschen aus Material greifen, die elektromagnetische Strahlung eindämmt. Und auspacken werden sie ihre Beute dann im Stahlcontainer. Netter Umsatz für die GPS-Kartenhersteller.:-))
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Zum Autor
Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.






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