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Netzwelt-Ticker: Schüler knackt staatlichen Pornofilter

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Satte 60 Millionen Euro war Australiens Politikern eine staatliche Jugendschutz-Software wert. Ein 16-jähriger brauchte nur 30 Minuten, um den Schutz zu überwinden. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Das Google-Handy soll nach Indien kommen, Microsofts Echtheitsprüfung patzt und vieles mehr.

In der vergangenen Woche ging in Australien der lange angekündigte regierungsamtliche Pornofilter online. Die zum Herunterladen angebotene Software soll Eltern den Schutz ihrer Kinder vor unliebsamen Inhalten ermöglichen, wenn die lieben Kleinen durchs Internet surfen. Dumm nur, dass die Zielgruppe sich wenig dankbar für die staatliche Fürsorge zeigt, sondern im Gegenteil sofort damit beginnt, die lästigen Scheuklappen wieder loszuwerden. Als erstem gelang das Tom Wood, einem 16-jährigen Schüler aus Melbourne, der den Regierungsfilter innerhalb von einer halben Stunde mit nur wenigen Klicks deaktivieren konnte.

Pornodarsteller: Vor ihren Filmen sollte eine australische Filtersoftware Jugendliche schützen. Tat sie auch, für eine halbe Stunde
REUTERS

Pornodarsteller: Vor ihren Filmen sollte eine australische Filtersoftware Jugendliche schützen. Tat sie auch, für eine halbe Stunde

Dabei bleibt die Menüleiste des Programms unverändert. Besorgten Eltern scheint daher nach wie vor alles zum Besten zu stehen. Den Verantwortlichen war das verständlicherweise peinlich, und so legten sie schnell mit einer verbesserten Version des Programms nach. 40 Minuten später hatte der Schüler auch diese Herausforderung geschafft. Diese doppelte Schlappe ist auch deshalb besonders ärgerlich, weil die staatlichen IT-Spezialisten in dem Projekt mit dem schönen Namen "National Filter Scheme" bislang bereits gut 60 Millionen Euro versenkt haben - anscheinend umsonst.

Österreich: Zwangsversteigerungen auf eBay

In Deutschland nutzen Behörden wie der Zoll schon seit längerem das Internet, um beschlagnahmte Güter meistbietend und zum Wohle des Fiskus an den Mann zu bringen. In Österreich geht man jetzt ähnliche Wege, spart sich aber die Einrichtung eigener Internetseiten für diesen Zweck. Zukünftig sollen Autos, Möbel, Computer und was sonst noch im Laufe einer Zwangsvollstreckung an Beweglichem zusammenkommt, bei Online-Auktionatoren wie eBay oder OneTwoSold verhökert werden, meldet futurezone.

Entsprechende Pläne der österreichischen Justizministerin Maria Berger (SPÖ) werden derzeit geprüft. Bisher gestaltete sich die Versteigerung der Besitztümer insolventer Schuldner recht umständlich. Entweder wurden die Dinge in ein nahegelegenes Versteigerungshaus gebracht oder die Auktion fand in den vier Wänden der Betroffenen statt. Eine traurige Veranstaltung, die zudem nicht besonders viel Geld einbrachte. Das soll nun anders werden. Vom Schritt ins Internet erhoffen sich die Planer höhere Erlöse, weil online ein viel größerer Bieterkreis erreicht werden kann.

GooglePhone schon in zwei Wochen in Indien?

In Indien dampft es gerade tüchtig in der Gerüchteküche. Wie der indische Nachrichtendienst Rediff zu berichten weiß, befindet sich Google in der Endphase von Verhandlungen mit mehreren Telefonanbietern, um in zwei Wochen auf dem Subkontinent mit dem lang erwarteten GooglePhone an den Markt zu gehen.

In der Endausscheidung sind die indischen Nummern Eins und Drei unter den Telkos, Bharti Airtel und Vodafone Essar, außerdem noch der staatliche Mobilfunker Bharat Sanchar Nigam.

Microsoft-WGA erklärt Tausende Vistanutzer zu Piraten

Die Menge geraufter Haare, die Microsofts Echtheitsüberprüfung (Windows Genuine Advantage, WGA) für Windows XP oder Vista verursacht, dürfte am letzten Wochenende noch um ein paar Kubikmeter gestiegen sein. Anscheinend aufgrund eines defekten WGA-Servers konnten mehrere tausend Nutzer von Windows Vista keine Updates mehr vornehmen, weil ihre teuer bezahlten Programme als illegal eingestuft wurden. Außerdem wurden einige Funktionen wie die neue Aero-Oberfläche stillgelegt. Im Microsoft-Forum wurde die Zeit des Serverausfalls zunächst bis zum morgigen Dienstag terminiert.

Doch den Redmonder Technikern wurde es anscheinend so peinlich, dass sie noch ein paar Kohlen drauf legten. Und siehe da, noch am Wochenende funktionierte wieder alles. Dennoch, ein starkes Argument für die Vorteile des digitalen Kopierschutzes waren diese Ereignisse nicht, wenn rechtmäßige Besitzer einer Software-Lizenz aufgrund eines technischen Fehlers wie Diebe und Raubkopierer behandelt werden.

3D-Verfahren Lösung für Speicherprobleme?

Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich ungefähr alle fünf Jahre, das ist eine Binsenweisheit. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Speichermedien, die all das Datenmaterial aufnehmen sollen. Und die stoßen nun langsam an ihre physikalischen Grenzen.

Irgendwann ist Schluss mit der fortschreitenden Verkleinerung, ab einer gewissen Grenze wirkt sich der sogenannte superparamagnetische Effekt immer hemmender aus, weil Störsignale das fehlerfreie Brennen und Lesen beeinträchtigen. Zdnet zitiert den IBM-Entwicklungschef für Speichermedien Krishna Nathan, der die Zukunft der Datensicherung in holographischen Verfahren sieht: "Das Problem herkömmlicher optischer Speichermedien ist, dass wir sie nur an der Oberfläche für den Speichervorgang nutzen. Bei holographischen Speicherverfahren wird hingegen das gesamte Volumen des Mediums verwendet." Zu diesem Zweck würden Daten in Form von holographischen Bildern gespeichert.

Ein weiteres, altbekanntes Problem der Datensicherung sei die Langzeitarchivierung. Die derzeitige Lebensdauer von handelsüblichen CDs oder DVDs ist mit einigen Jahren nicht besonders beeindruckend, dasselbe gilt für die Entschlüsselbarkeit der Daten an sich. Es darf bezweifelt werden, ob in 30 oder 50 Jahren handelsübliche Computer mit den dann völlig veralteten Datenstrukturen zurechtkommen, die heute verbreitet sind.

Handyweitwurf-WM: Deutsche weit abgeschlagen

Zum achten Mal hat sich die Weltelite der Handyweitwerfer im finnischen Savonlinna getroffen, um sich bei den Weltmeisterschaften im Handyweitwurf zu messen. Erwartungsgemäß konnten die finnischen Teilnehmer ihren Heimvorteil nutzen und die Wettkämpfer anderer Nationen in allen Unterdisziplinen auf die hinteren Plätze verweisen. Beeindruckend der Rekord von Champion Tommi Huotari, der sein Mobiltelefon 89,62 Meter schleuderte. Bei den Damen wiederholte Eija Laakso mit 44,49 Metern ihren Vorjahreserfolg.

Schmachvoll war dagegen das Abschneiden der deutschen Equipe: Im Einzelweitwurf, der einzigen Disziplin mit deutscher Beteiligung, erreichte Martin Pösl mit einer Weite von 32,33 Metern nur einen enttäuschenden 31. Platz - von 32 Plätzen insgesamt.

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