Netzwelt-Ticker: Sicherheitslücke in griechischer Sony-Website

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Sony fürchtet um Kundendaten und nimmt in Griechenland eine Musik-Website offline. Hierzulande wird das PSN erneut ausgeschaltet - vorübergehend. Außerdem im Überblick: Apple-Justiziar springt App-Entwicklern bei, und Facebook hat ein neues Sicherheits-Feature.

Sony-Manager am Montag: Düstere Geschäftszahlen, neue Hacker-Angriffe Zur Großansicht
REUTERS

Sony-Manager am Montag: Düstere Geschäftszahlen, neue Hacker-Angriffe

Von einer Musik-Website des japanischen Konzerns Sony in Griechenland sind möglicherweise die Daten von rund 8500 Nutzern gestohlen worden. Sony-Sprecher Shigenori Yoshida erklärte am Dienstag, Kreditkartennummern seien nicht betroffen, aber die Namen der Nutzer, Telefonnummern und E-Mail-Addressen seien möglicherweise in die falschen Hände geraten. Die Website wurde nach Angaben von Sony bereits am Sonntag geschlossen, es wurden Ermittlungen zu dem Angriff aufgenommen.

Daten-Angriffe auf Sony sind derzeit so etwas wie Hacker-Sport: Am Montag gab die LulzSec-Hackerbande einen erfolgreichen Einbruch in einen japanischen Sony-Server bekannt. Als Beweis veröffentlichte LulzSec die Inhalte einer "leckeren, aber nicht sonderlich aufregenden" Datenbank - die Tore zu zwei weiteren stünden sperrangelweit offen, heißt es in einem Bekennerschreiben.

Als Grund für den Einbruch gibt LulzSec niedere Beweggründe an: "Wir wollten Sony nur noch ein wenig mehr blamieren." Das dürften sie erreicht haben. Je nach Zählweise waren dies der siebte und achte Hack-Angriff seit dem spektakulären wie teuren Datenklau Ende April.

Sony kündigte unterdessen an, das Playstation Network für seine Konsole Playstation 3 am Mittwochabend deutscher Zeit erneut auszuschalten - aber vorübergehend, wegen "Wartugnsarbeiten". Von 17.00 Uhr am 24. Mai bis 1.00 Uhr morgens am 25. Mai soll das PSN offline bleiben, wie das Branchenblatt "Gamesmarkt" berichtet.

(ore/cis/dpa)

Apple an Patentsammler Lodsys: Lass unsere Entwickler in Ruhe

Apples Rechtsabteilung nimmt die App-Entwickler-Gemeinde vor angeblichen Lizenz-Ansprüchen der Patent-Firma Lodsys in Schutz. In einem offenen Brief an Lodsys-Geschäftsführer Mark Small erklärt Apple-Justitiar Bruce Sewell, dass Apple zwar zweifelsohne gegen Lizenzgebühr Lodsys-Patente nutze. Damit seien aber auch etwaige Ansprüche gegenüber unabhängigen App-Entwicklern abgegolten. "Lodsys Anschuldigungen gegen Apples 'App-Maker' entbehren jeder Grundlage", heißt es in dem Schreiben.

Lodsys hatte in den vergangenen Wochen Mahnbriefe an unabhängige App-Entwickler verschickt, in denen diese aufgefordert werden, für die Verwendung von In-App-Kaufsystemen Lizenzgebühren zu bezahlen. Immerhin böten die Lodsys-Erfindungen finanzielle Vorteile, weswegen "es nur fair ist, von der Partei bezahlt zu werden, die für die ganze Lösung [die App mit In-App-Kauffunktion] verantwortlich ist und den ganzen Wert abschöpft" - nämlich vom App-Entwickler und nicht von Apple.

Die Briefe schreckten viele Entwickler auf; die amerikanische Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation (EFF) rief Apple gar dazu auf, sich vor die Entwickler zu stellen und "den Patent-Trollen eine Lektion erteilen". Der Vorwurf: Lodsys vergreife sich an den Kleinen und Apple schaue zu, froh, selbst keinen Schaden zu erleiden.

Doch ganz so naiv dürfte Apple nicht sein. Denn egal, ob die Lizenz-Ansprüche gerechtfertigt sind oder nicht: Sollten die App-Entwickler ihr Vertrauen in das problemlose Entwickeln verlieren, wäre das gefährlich. Die Unsicherheit könnte App-Entwickler abschrecken und Apple um die 30-Prozent-Beteiligung an den In-App-Verkäufen bringen.

Kobo nimmt's mit Kindle und Nook auf

Der Lesegerät-Hersteller Kobo will Amazon und Barnes and Noble mit einem neuen Lesegerät Marktanteile abringen. Der am Montag vorgestellte Kobo eReader Touch Edition ist technisch zwar wenig spektakulär: Touchscreen, Schwarz-Weiß-Darstellung, W-Lan- und USB-Anschluss, nur Epub- und Pdf-Formate, 1 Gigabyte eingebauten Speicher, erweiterbar per MicroSD-Karte.

Aber der Preis! Zur Markteinführung in den USA wird das neue Gerät nur 130 Dollar (rund 92 Euro) kosten, sein Vorgänger (ohne Touchscreen, ohne W-Lan) nur noch 90 Dollar (rund 70 Euro). Damit ist die kleinste Kobo-Version nur halb so teuer wie der günstigste Kindle von Amazon.

Doch neben dem Preis wird vor allem das E-Buch-Angebot über den Verkaufserfolg entscheiden. Zwar bietet Kobo in den USA derzeit 2,3 Millionen Bücher, Magazine und Zeitschriften an - wie das Angebot bei dem bald anstehenden Deutschland-Start aussehen wird, konnte Kobos Europa-Koordinator Pieter Swinkels bis Artikelschluss nicht mitteilen.

Twitter-Mitgründer will Kassen ohne Tasten

Was macht eigentlich Twitter-Mitgründer Jack Dorsey? Er versucht sich mit seinem Start-up Square an einer Touchpad-Registrierkasse: Die soll kleinen und kleinsten Unternehmen beim Umgang mit mobilen Bezahlsystemen und bei der Organisation der Finanzen helfen. Aus Käufer-Sicht ist Square Register nur ein mobiler Bezahldienst, der auf einem Smartphone als virtueller Geldbeutel installiert werden kann. Aus Perspektive der Ladeninhaber ist Square Register aber auch ein echter Ersatz für die Dienstleistungen der Kreditkarten-Anbieter. Denn - zumindest in den USA, wo Kreditkartenkäufe weit häufiger sind als in Europa - managen die Karteninstitute auch die Finanzen der Einzelhändler. Das soll Square Register überflüssig machen: Die Software übernehme Buchhaltung und Lager-Kontrolle, erklärt Dorsey im "Wired"-Interview.

Neues Sicherheits-Feature bei Facebook

Facebook hat einen wichtigen Schutz vor Datendieben installiert: eine zusätzliche Authentifizierung per SMS, falls sich jemand von einem unbekannten Computer aus ins Facebook-Konto einloggen will. Die Funktion sollte unter "Kontoeinstellungen" -> "Kontosicherheit" bei "Anmelde-Benachrichtigung" aktiviert werden.

Beim Zugriff auf Facebook von einem fremden Computer verschickt Facebook eine SMS mit einem einmaligen Sicherheitscode. Nur mit dem kann man sich von dem unbekannten Computer aus bei Facebook einloggen. Damit soll verhindert werden, dass sich Fremde mit gestohlenen Facebook-Anmeldedaten Zugang zu einem Facebook-Konto verschaffen können.

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1. Peinliche Schleichwerbung zum x-ten Male
plastikjute 24.05.2011
Wie üblich die Werbung für Amazons Kindle und das Totschweigen des besten EBook-Readers, den es derzeit gibt, nämlich den PRS-650 (Touch Edition). Im Unterschied zu dem Amazon Reader wird man damit nämlich nicht geknebelt und darf überall seine Bücher einkaufen, nicht ausschließlich bei Amazon. Wenn ich lieber bei deutschen Händlern wie libri.de, buch.de, thalia.de etc. einkaufen will, dann kann ich den Kindle nämlich vergessen. Warum also diese Schleichwerbung? Ach ja, Spiegel verkauft seine online-Ausgabe über Amazons Kindle. Wer so seine Leser verkauft, der lässt sich auch von Lobbyisten bezahlen für eine entsprechende "Berichterstattung", oder?
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Zum Autor
Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.


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