Netzwelt-Ticker Skype drängt auf den Smartphone-Markt

In Sachen mobile Videotelefonie hinkt Skype bislang hinterher, der Kauf des Streamingdienstes Qik könnte das ändern. Außerdem: Google kämpft mit einem SMS-Fehler in Android, mit Kritik aus Südkorea und einem Auftrag der US-Regierung an Microsoft. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.

Skype-Videotelefonat: Bald auch Konferenzen, bald auch auf dem Smartphone
Reuters

Skype-Videotelefonat: Bald auch Konferenzen, bald auch auf dem Smartphone

Von Carolin Neumann


Auf dem iPhone ist Videotelefonie mit Skype endlich möglich, neue Apps für Android und andere Handy-Betriebssysteme sollen folgen. Einen wichtigen Schritt in Richtung mobiler Videochats ist das Unternehmen nun mit der Akquise des kalifornischen Start-ups Qik gegangen. CEO Tony Bates kündigte die Übernahme des jungen Videostreaming-Dienstes am Donnerstag auf der Consumer Electronics Show CES in Las Vegas an.

Mit Qik kann man Videos live ins Internet übertragen. Laut Bates gelten die Dienste als Ergänzung der eigenen Videotelefonate - und was für eine, denn anders als bislang die Skype-Telefonie läuft Qik bereits auf Hunderten verschiedenen Smartphonetypen vom Blackberry über HTC-Modelle bis zu Nokia-Geräten. Wie viel der Firmenkauf gekostet hat und wie die Pläne genau aussehen, blieb zunächst im Dunkeln.

Dafür wurde die Lösung für ein weiteres Manko im Skype-Angebot vorgestellt: Videokonferenzen. Künftig kann man auch mit mehreren Leuten sprechen und sich gleichzeitig sehen. Videokonferenzen mit mehr als zwei Personen waren bislang nicht möglich. Kostenpunkt: unter zehn Dollar im Monat. Nur einer muss das Premiumpaket abonnieren, um bis zu zehn Leute per Video miteinander zu verknüpfen.

Flicken für SMS-Fehler in Android angekündigt

Zwei Fehler beim Simsen plagen offenbar zurzeit einige Android-Nutzer: Mal werden SMS an die falschen Empfänger geschickt, in anderen Fällen wählt die App einen anderen Kontakt als den, dem man eigentlich schreiben wollte. Google verspricht laut dem GoogleWatchBlog eine Lösung. Wann man auf die hoffen darf, ist unklar.

Weitere Klage wegen Google Street View bahnt sich an

Mit etwas Verspätung beschwert sich auch Südkorea über die W-Lan-Schnüffelei von Google Street View. Wie der britische "Guardian" berichtet, soll eine entsprechende Untersuchung bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Ob Südkorea dann nebst über 20 anderen Ländern gegen Google klagt, wurde nicht bekannt.

Das Unternehmen hatte bei den Kamerafahrten für seinen Straßenkartendienst Street View Daten aus offenen Wireless-Netzwerken abgegriffen. Das Unternehmen entschuldigte sich später, der Skandal initierte trotzdem in etlichen Ländern Klagen, in Deutschland eine Debatte um Datenschutz, Hausverpixelungen und sogar einen noch nicht ausgestandenen politischen Prozess, der mit verschärften gesetzlichen Regelungen gegen solche Dienste enden könnte.

Google blockiert Auftrag der US-Regierung an Microsoft

Und Google zum Dritten: Dem Konzern passt es gar nicht, dass im US-Innenministerium demnächst Microsofts Online Business Productivity Suite eingesetzt werden soll, während Google Apps nicht einmal die Chance auf den Auftrag bekam. Deswegen wurde prozessiert - jetzt hat eine Richterin Googles Wettbewerbsbedenken Recht gegeben. Die Regierung muss die Vergabe des Auftrages einer E-Mail- und Collaborations-Plattform erneut überprüfen.

Foursquare setzt Limit für Kontakte

Schluss mit falschen Freunden: Als Maßnahme gegen zunehmenden Spam setzt der Location-Service Foursquare dem Freundeskreis seiner Nutzer ein Limit. Wo die Grenze liegt, ab der keine weiteren Freundschaftsanfragen mehr möglich sind, wird noch ausgetüftelt. Bei Diensten wie Foursquare beschränken sich die Nutzer für gewöhnlich auf einen kleineren Kreis an Kontakten als etwa bei Twitter. Firmen jedoch gehen den entgegen gesetzten Weg: Seit sie erkannt haben, wie gut sich Dinge über ortsbasierte Dienste vermarkten lassen, wird Foursquare immer spammiger.

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