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Netzwelt-Ticker: Skype-Nutzer klagen über ungewollte Spiele-Software

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Nein sagen nützt nichts, die Spiele-Software eines Skype-Partners installierte sich trotzdem auf vielen PC. Außerdem im Überblick: Nintendo-Spiel wird in Skandinavien aus dem Verkehr gezogen, der Bundesrat will Telefonwerbern das Leben schwer machen, und das iPad geht in die Luft.

Internet-Telefoniedienst Skype: Spiele-Software für alle - auch ohne Einwilligung Zur Großansicht
DPA

Internet-Telefoniedienst Skype: Spiele-Software für alle - auch ohne Einwilligung

Geschenke sind eine feine Sache - meistens. Sie kosten den Beschenkten nichts und erfreuen ihn. Allerdings sehen das viele Skype-Nutzer derzeit anders. Sie wurden nämlich, ob sie wollten oder nicht, mit der Installation eines Spieleprogramms namens "Easybits Go" beglückt, das ihnen in einem Popup-Fenster angeboten wurde. Das Ungewöhnliche dabei: Auch wenn man das Angebot ablehnte, installierte sich die Software auf dem jeweiligen Rechner - und ließ sich nicht ohne weiteres wieder entfernen.

Im Grunde handele es sich nur um ein Update einer bereits seit 2006 im Skype-Extras-Angebot enthaltenen Spiele-Software, erklärt die norwegische Entwicklerfirma Easybits Media. Auch wenn sich das Programm so zu benehmen scheine, sei es keine Schadsoftware, heißt es in der Erklärung weiter. Vielmehr gebe es einen Fehler im Installationsprogramm, der zu den ungewollten und schwer zu tilgenden Installationen führe: "Wir bedauern die dadurch für Skype-Nutzer entstandenen Unannehmlichkeiten." Man habe das Update derzeit gestoppt. Außerdem bietet der Hersteller jetzt ein Deinstallationsprogramm an, mit dem sich die Software entfernen lasse.

Immerhin jedoch hat der Software-Fehler die Zahl der Easybit-Gamer quasi auf die harte Tour beinahe verzehnfacht. Laut Easybit wurden bisher bestenfalls 850.000 Spiele-Sessions gestartet. Am Sonntag waren es dann plötzlich über sieben Millionen. Für den Anbieter hatte der Fehler also durchaus sein Gutes.

Kinderporno-Verdacht: Manga-Spiel aus dem Handel genommen

Manga-Comics haben meist kindliche Figuren mit großen Spiegelei-Augen zum Helden. Deren Aktionen aber sind oft nicht ganz so lieblich wie ihr Äußeres. Wie zum Beispiel bei dem Spiel "Dead or Alive: Dimensions" für die neue Mitnehmkonsole Nintendo 3DS. Dort prügeln sich teilweise auch virtuelle Manga-Mädchen mit ansehnlicher Oberweite. Trotzdem käme wohl niemand auf die Idee, hier Pornografie zu wittern.

Doch der Teufel steckt im Detail. Einige der Spielcharaktere werden als "unter 18" klassifiziert. Womit ein Mensch im richtigen Leben in vielen Ländern rechtlich noch als Kind gilt. Da in vielen Kampfszenen im Ingame-Modus den Kämpferinnen gleichsam in die Bluse geschaut werden könnte, hat der Spielevertrieb Bergsala im Einvernehmen mit Nintendo den Titel vorsorglich in Schweden, Dänemark und Norwegen aus seinem Angebot gestrichen, wie Gulli.com meldet.

Heise.de weiß sogar von einem ganz konkreten Grund für die Entscheidung, die bei "Dead or Alive"-Fans für lange Gesichter sorgen dürfte: Voriges Jahr wurde ein schwedischer Übersetzer wegen Besitzes von kinderpornografischem Material zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Bei näherem Hinsehen habe sich das strittige Material als Konvolut von 51 Manga-Zeichnungen entpuppt.

In Deutschland sei man hier etwas entspannter, hier habe die USK das Spiel für Spieler ab zwölf Jahren freigegeben.

Bundesratsinitiative gegen Telefonwerbung

Eine Initiative des Bundesrats soll der lästigen Plage von Werbeanrufen endlich Grenzen setzen. Zwar werden die telefonisch durchgeführten Verkaufsveranstaltungen nicht verboten, aber in ihrer Zulässigkeit stark eingeschränkt. Die soll zukünftig nur noch nach expliziter schriftlicher Einwilligung gelten. Bisher konnten sich die Reklameanrufer auf mündliche Zustimmungen berufen, so "Zdnet".

Eine weitere Hürde sieht das Vorhaben für telefonische Vertragsabschlüsse vor. Sie geht weit über das bisherige Widerrufsrecht hinaus, wenn ein am Telefon zustande gekommener Vertrag zukünftig nur dann gültig sein soll, wenn er innerhalb von zwei Wochen schriftlich bestätigt wird. Gerade ältere und arglose Menschen werden am Telefon immer wieder überrumpelt, davor soll die Vorlage die Verbraucher schützen. Mit dem geplanten Gesetz solle "die wirtschaftliche Attraktivität unerwünschter Telefonwerbung effektiv" gemindert werden, heißt es im Gesetzentwurf (PDF).

Google-Suche jetzt auch mit Flug-Infos

Suchmaschinenbetreiber Google spendiert seinen Nutzern ein kleines Gimmick, das den Gang zum Reisebüro einmal mehr verkürzt. In den Suchergebnissen werden jetzt auch Fluginformationen angezeigt. Dazu muss der Nutzer nur noch "Flüge von Hamburg nach Köln" oder beliebig andere Verbindungen ins Suchfenster eingeben, um eine Auflistung der Verbindungen zu erhalten. Das Feature funktioniert auch in der deutschen Google-Version, mit der Suchoption lassen sich außerdem sämtliche Flüge eines Flughafens anzeigen.

Damit wird auch für Otto Normaluser Googles vermehrtes Interesse am Reisegeschäft deutlich. Erst unlängst hatte der Konzern den Flugsuch-Spezialisten ITA erworben - dessen Daten für das neue Feature aber offenbar nicht verwendet werden.

In Alaska geht das iPad in die Luft

Und wo wir schon gerade in der Luft sind: Für Piloten der Alaska Airlines ist spürbare Erleichterung zu vermelden. Die Flugkapitäne mussten bislang wie alle ihre Kollegen anderer Fluglinien eine Pilotentasche mitschleppen, in der mehr als 12 Kilo an Flughandbüchern und anderen Unterlagen stecken. Damit ist bald Schluss, die Piloten bekommen iPads als Ersatz ausgehändigt, auf denen die PDF-Versionen von insgesamt 41 Handbüchern, Referenzkarten und sonstigen benötigten Unterlagen abgespeichert sind. Mit der digitalen Initiative "Tschüs, Pilotentasche" wolle man 2,4 Millionen Blatt Papier einsparen, teilte die Fluggesellschaft mit.

Auch das noch:

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insgesamt 8 Beiträge
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1. No sex please, we are scandinavians....
LouisWu 30.05.2011
Zitat von sysopNein sagen nützt nichts, die Spiele-Software eines Skype-Partners installierte sich trotzdem auf vielen PC. Außerdem im Überblick:*Nintendo-Spiel wird in Skandinavien aus dem Verkehr gezogen, der Bundesrat will Telefonwerbern das Leben schwer machen und das iPad geht in die Luft. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,765636,00.html
Die Skandinavier, noch vor 30 Jahren bekannt für ihre sexuelle Freizügigkeit, werden immer verrückter.
2. nix neues
ralf_si 30.05.2011
"Immerhin jedoch hat der Software-Fehler die Zahl der Easybit-Gamer quasi auf die harte Tour beinahe verzehnfacht." Tja, deswegen versucht Google auch laufend die Toolbar mit jedem updaten von Skype zu installieren. Derartiges geschäftliches Handeln sollte verboten werden. Wer nicht aufpasst - und dazu sollte die MAsser der Nutzer zählen - hat den Mist von Google drauf.
3. Skype
Meckermann 30.05.2011
Skype wird leider auch mit jeder neuen Version immer schlechter...
4. 12-kg-Pilotentasche...
VIXUN 30.05.2011
---Zitat--- Die Flugkapitäne mussten bislang wie alle ihre Kollegen anderer Fluglinien eine Pilotentasche mitschleppen, in der mehr als 12 Kilo an Flughandbüchern und anderen Unterlagen stecken. ---Zitatende--- *Das* wage ich doch mal stark zu bezweifeln. Die NAV-Kits werden nicht von jedem Piloten mitgeschleppt, sondern gehören zum "Inventar" eines jeden Fliegers.
5. Akku
Si_iso, 30.05.2011
Zitat von sysopNein sagen nützt nichts, die Spiele-Software eines Skype-Partners installierte sich trotzdem auf vielen PC. Außerdem im Überblick:*Nintendo-Spiel wird in Skandinavien aus dem Verkehr gezogen, der Bundesrat will Telefonwerbern das Leben schwer machen und das iPad geht in die Luft. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,765636,00.html
12 Kilo hin oder her ... einer gedruckten Seite im Handbuch kann niemals der Akku leer laufen - und Systemabstürze gibt es im gedruckten Buch auch nicht.
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.


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