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02. Mai 2012, 18:15 Uhr

Netzwelt-Ticker

Microsoft nutzt Linux, Bär macht Copyright-Ärger

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Der VoIP-Dienst Skype zieht eine zentralisierte Ebene in seine Datenverwaltung ein und soll dadurch sicherer werden. Außerdem im Nachrichtenüberblick: In Colorado gab es Streit um die Rechte an einem viralen Bärenbild und Google jagt Microsoft einen Regierungsauftrag ab.

Bislang wurde der Betrieb beim Online-Telefonierdienst Skype über ein Netzwerk von P2P-Clients abgewickelt. Doch inzwischen ist die Zahl der Nutzer stark angestiegen: Seit dem Kauf des VoIP-Anbieters durch Microsoft vor einem Jahr hat nach eigenen Angaben die Zahl der Anwender einen Sprung um 37 Prozent auf 41 Millionen Nutzer gemacht.

Microsoft hat das System umgestellt. Statt eines reinen P2P-Systems gibt es nun viele von Microsoft betriebene Server, auf denen eine nicht näher bezeichnete Linux-Version läuft. Der IT-Sicherheitsforscher Kostya Kortchinsky erklärte gegenüber "Ars Technica", im alten System hätten im Schnitt 48.000 Clients als Knoten gearbeitet und jeweils bis zu 800 Nutzer verbinden können. Das vom ihm entwickelte System der Linux-Supernodes hingegen bewältige bis zu 4100 Nutzer pro Knotenpunkt, die theoretische Grenze liege sogar bei 100.000.

Der Abschied vom dezentralen P2P-System bringe ein Plus an Sicherheit, so Kortchinsky: "Es ist aus Sicherheitsgründen ziemlich gut, wenn Sie sich nicht auf Leute verlassen müssen, die zufällig auf ihren Rechnern zufällige Sachen laufen lassen. Sie haben eben etwas, das zentral und sicher ist."

Streit ums virale Bärenbild

Ein Bär verirrte sich auf den Campus der Universität von Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Herbeigerufene Sicherheitskräfte stellten das Tier in einer Baumkrone und betäubten es. Beim Herunterfallen machte Student Andy Duann ein Foto, das wenig später ohne seine Einwilligung in der Studentenzeitung der Uni "CU Independent" erschien. Von dort machte das Foto seinen Weg zur Nachrichtenagentur Associated Press (AP), die das Bärenbild im Ausland verbreitete - in der Annahme, die Studentenzeitung habe die Rechte an dem Motiv gehalten.

Doch das war ein Irrtum. Tatsächlich gab es keinerlei Vereinbarung zwischen Duann und der Zeitung. Der Student kritisierte das Vorgehen der Studentenzeitung, nach Tagen der Debatte sind sich nun alle einig: Duann ist mit Veröffentlichungen einverstanden, wenn er als Urheber anerkannt und genannt wird. Der fallende Bär hat inzwischen eine eigene Facebook-Seite, zwar nur knapp 400 Fans, aber dafür einige amüsante Foto-Remixe.

Auch das noch:

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