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Netzwelt-Ticker: Snow Leopard startet schneller als Windows 7

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Im Vergleichstest ist Apple Snow Leopard schneller als das neue Windows, das dafür den Zockern mehr Freude macht. Firefox sperrt und entsperrt ein Microsoft-Add-on, keiner will "Killerspiele" abgeben und Social Networks machden dumm. Das und mehr im Überblick.

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Apples Snow Leopard: Rennt am schnellsten

Alles soll mit dem neuen Betriebssystem gut werden, die Zeiten der überladenen, komplizierten und störanfälligen Plattformen vorbei sein. Das ist das Versprechen, das Microsoft sich und seinen Kunden ab dem 22. Oktober macht. Dann geht das neue Flaggschiff der Redmonder in den Serienverkauf. Abgesehen von der Frage, ob die Kundschaft in Zeiten der Gratis-Software wirklich noch bereit ist, in Massen 120 Euro hinzublättern, stellt sich noch eine andere: wird das neue Windows seinen Ansprüchen gerecht? Um das herauszufinden, haben die Techniker von "Cnet" Microsofts neueste Errungenschaft mit Apples Mac OS X Snow Leopard verglichen und beide einem Test unterzogen. Der umfasste die Disziplinen Multimedia Multitasking, Booten, Herunterfahren und schließlich iTunes Encoding.

Den Testern ging es vor allem darum, die Leistungsfähigkeit beider Systeme zu testen. Bereiche wie Anwenderfreundlichkeit oder Design blieben außen vor. In den genannten vier Feldern konnte das Produkt aus Cupertino jedes Mal die ungeliebte Konkurrenz hinter sich lassen. Apple entschied sowohl den Start für sich (36,4 Sekunden im Vergleich zu Windows mit 42,7 Sekunden) wie auch den Shutdown (6,6 zu 12,63 Sekunden). Beim iTunes Encoding ging es darum, wie lange die Konvertierung von 17 Songs vom MP3-Format nach AAC brauchte. Snow Leopard schaffte das in 149,9 Sekunden, wohingegen Windows 162 Sekunden lang Zeit ließ. Noch deutlicher fiel der Unterschied beim Test der Multimediafähigkeiten aus. Gleichzeitig mussten MP4-Dateien ins iPod-Format und iTunes-Songs umgewandelt werden. Da lag die Apple-Software 444,3 zu 723 Sekunden vorn.

Allerdings gab es dann doch noch en paar gute Werte für Windows. Beim Grafiktestprogramm Cinebench und beim Spiel Call of Duty lag die Software der Redmonder deutlich vor der gefleckten Schneekatze. An einem muss Microsoft aber noch arbeiten: am Stromverbrauch. Während Test-Akkus beim Snow-Leopard durchschnittlich für 111 Minuten Saft hatten, machten sie bei Windows schon nach 78 Minuten schlapp.

Firefox blockt Microsoft-Add-on - vorübergehend

Es gibt einen prominenten Neuzugang auf der Blocklist für Firefox-Add-ons. Nach Absprache mit Microsoft gehört jetzt auch der "Microsoft .NET Framework Assistant" zur Liste der blockierten Zusatzmodule. Sogar die Redmonder selbst empfahlen die Deaktivierung des Add-ons. Der Grund für die Sperraktion dürfte ein zweifacher sein. Zum einen installiert sich das Modul bereits seit März ungefragt mit dem Windows-Update .Net Framework 3.5 Service Pack 1, anfänglich ließ es sich dann nicht einmal mehr entfernen, sondern nur deaktivieren. Schwerer wiegt der Umstand, dass sich mit dem Progrämmchen eine Sicherheitslücke aufgetan hat, die unfreundlichen Zeitgenossen die ungefragte Installation weiterer Programme erlaubt. Immerhin sei man mit dem entsprechenden Sicherheitsupdate wieder auf der sicheren Seite.

Das und die Beteuerungen Microsofts, es gebe eigentlich gar keine Sicherheitslücke, hat die Mozilla-Verantwortlichen wohl dazu bewogen, das Add-on inzwischen wieder von der Blocklist zu nehmen, so Mozilla-Cheftechniker Mike Shaver. Allerdings scheint es in Verbindung mit dem .Net Service Sack noch ein weiteres, kritischeres Microsoft-Add-on zu geben, diesmal für das Grafik-Framework Windows Presentation Foundation.

Killerspiele machen den Container nicht voll

Mit großer Geste hatte sich das "Aktionsbündnis Winnenden" gegen die Verbreitung sogenannter Killerspiele gewandt. Die Elterninitiative im Ort des Amoklaufs vom diesjährigen März hatte dafür vor der Stuttgarter Oper einen großen Müllcontainer aufstellen lassen. Den sollten reumütige Zocker und Gamer am Samstag mit abgelegten Spielen befüllen, natürlich unter möglichst medienträchtiger Beobachtung. Allein, es mochte sich fast niemand finden, der seinem virtuellen Zeitvertreib ein Ende im rostigen Bauch der Riesentonne gönnte. Nicht einmal der ausgelobte Verlosungsgewinn eines Trikots mit den Unterschriften der Fußballnationalmannschaft konnte daran etwas ändern. Bis zum frühen Nachmittag hatten sich am Aktionstag gerade einmal zwei PSP-Spiele, eine CD und ein Gameboy-Modul in den Container verirrt. Ein Augenzeuge filmte das Ganze und stellte den Streifen mit der dürftigen Beute bei Youtube ein. Auch die anwesenden Fernsehteams dürften nicht sonderlich erfreut gewesen sein. Einmal, weil sie ziemlich lange suchen mussten, bis sich überhaupt ein Jugendlicher fand, der Lust hatte, sich bei der Entsorgung filmen zu lassen. Und dann wurden ihre Bemühungen, die Aktion möglichst telegen zu inszenieren, auch noch ihrerseits gefilmt und landeten ebenfalls prompt bei Youtube.

Eugene Kaspersky fordert Internet-Pässe

Das Internet ist gefährlich und böse. Denn es erlaubt Übeltätern ihrem Treiben im Schutz der Anonymität nachzugehen. Dagegen hilft nur eins: Maske runter und Internetausweise mit Klarnamen für alle Surfer. Das ist jedenfalls die Vorstellung von Eugene Kaspersky, die er im Interview mit "Zdnet Asia" äußerte. Der russische Softwareunternehmer begründete das damit, das Internet sei nie für eine große, anonyme Öffentlichkeit konzipiert gewesen, sondern nur für überschaubare Gruppen von ein paar Hundert oder Tausend Nutzern. Das Internet einfach so fürs gemeine Volk geöffnet zu haben, hält er für einen Fehler. Der könne man nur mit Online-Identitätsnachweisen und einer noch einzurichtenden Internetpolizei wieder ausgebügelt werden. Allerdings gestand er zu, die Verwirklichung seiner Idee sei mit immensen Kosten und hohem bürokratischen Aufwand verbunden.

Machen Social Networks dumm?

Zuviel vor der Glotze hängen macht Kinder bewegungsfaul und dumm. Das ist mittlerweile eine pädagogische Binse. Aber gehören auch Facebook & Co. zu den Doofmachern? Das ist zumindest die Überzeugung der britischen Hirnforscherin Susan Greenfield. Im Interview mit "Futurezone" warnte sie vor Social Networks und einer Reihe von Computerspielen, denn die könnten auf Dauer die Aufmerksamkeitsspannen von Kindern messbar beeinträchtigen. Schon die Zahlen sprächen für sich: "Britische Kinder verbringen etwa 900 Stunden pro Jahr in der Schule, 1.300 Stunden mit der Familie, und 2.000 Stunden pro Jahr sitzen sie vor dem Bildschirm." Dort würden die schnell und ständig wechselnden Motive dem Gehirn ein Höchstmaß an Reaktionsgeschwindigkeit abverlangen, was zu einer schnelleren Erschöpfung führen würde. Und Kinder seien für diese Art der negativen Beeinflussung viel anfälliger als Erwachsene. "Ältere Personen benutzen PCs und Soziale Netzwerke anders als die Jungen. Sie verarbeiten Informationen in einer anderen Art und Weise, da sie in einer Welt der Bücher aufgewachsen sind", so die Forscherin.

Außerdem:

• Vertrauenswürdiger: Warum Gmail-Nutzer mehr Kreditwürdigkeit haben als Yahoo-Nutzer.
• Schneller: Telekom experimentiert mit höherem und variablem DSL-Speed.
• Kleiner: Ex-Twitter-Chef macht iPhone zum Kreditkartenlesegerät.
• Teurer: 50 Dollar für Wolfram Alphas Suchmaschinen-App.
• Irrelevanter: Streit um Wikipedia-Löschungen.

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