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Netzwelt-Ticker: Social Networks führen Pädo-Alarm ein

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Die Betreiber der größten Social Networks verpflichten sich zum Jugendschutz, Twitter schmeißt falschen Dalai Lama raus, Gegenklage von Mac-Kloner Psystar wird zugelassen. Außerdem im Überblick: Futurologe sagt Kontaktlinsen-Fernseher voraus und Steve Wozniak tanzt im TV.

Minderjährige sollen in sogenannten sozialen Netzwerken im Internet besser geschützt werden. 17 Betreiber von Seiten wie Facebook und StudiVZ unterzeichneten am Dienstag in Luxemburg ein Abkommen, das beispielsweise "Alarmknöpfe" beim Kontakt mit mutmaßlichen Pädophilen vorsieht, teilte die EU-Kommission als Initiatorin der Vereinbarung in Brüssel mit. Zudem sollten die privaten Profile der jungen Nutzer in Zukunft nicht mehr über Suchseiten zugänglich sein und die Minderjährigen stets im Blick haben, wer ihre Einträge einsehen kann.

Not-Aus: Überall, wo Gefahren bestehen (wie hier in einem Kraftwerk), ist der Notfallknopf Standard. Das soll er nun auch in Social Networks werden
AP

Not-Aus: Überall, wo Gefahren bestehen (wie hier in einem Kraftwerk), ist der Notfallknopf Standard. Das soll er nun auch in Social Networks werden

Nach Angaben der EU-Kommission am "Tag für ein sichereres Internet" besuchen in Europa rund 42 Millionen Menschen regelmäßig soziale Internet-Netzwerke, wo sie sich etwa über ihre Interessen austauschen oder verabreden. Dabei müsse garantiert werden, dass minderjährige Nutzer "die richtigen Werkzeuge haben, sich zu schützen, wenn sie neue "Freunde" kennenlernen und persönliche Daten im Internet mitteilen", erklärte Medienkommissarin Viviane Reding.

Zu den Unterzeichnern der freiwilligen Selbstverpflichtung gehören neben Facebook und StudiVZ auch MySpace, Yahoo!Europe, Google/YouTube, Microsoft Europe und andere, von denen einige schon auf ähnliche Selbstverpflichtungen in Großbritannien und den USA eingegangen sind.

AFP

C&A zieht Abmahnung zurück

Der Klamottenriese C&A hat eine Webseite abgemahnt, weil dort neben einem Artikel über C&A automatisch eingeblendete Anzeigen erschienen, die auf Seiten von Modelagenturen verwiesen haben. C&A bemängelte, dass Werbung und Bericht nicht klar genug getrennt wurden. C&A-Sprecher Knut Brüggemann erklärte: "Nach kurzer Zeit meldeten sich bei uns einige sehr verärgerte Eltern, die im Glauben, Ihre Kinder für den C&A Kids Casting Wettbewerb anzumelden, an Modelagenturen geraten waren, die kostenpflichtige Shootings durchführten und den Eltern in Rechnung stellten."

Die Abmahnung (C&A bezifferte den Streitwert auf 100.000 Euro und die auf 2.051 Euro) verunsicherte Betreiber kleiner Webseiten, die fürchteten für automatisch von Google zugeordnete Anzeigen haftbar gemacht zu werden. An diesem Dienstag erklärt C&A-Spracher Brüggemann gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Wir stellen klar, dass C&A die Google Adsense Werbung als solche nicht in Frage stellt oder gestellt hat. Um dieses in der Wahrnehmung entstandene Missverständnis auszuräumen, werden wir die Abmahnung gegen das Nachrichtenportal noch heute zurückziehen."

lis

Na, dann klagt doch!

Überraschung im Klage-Hickhack zwischen Computerhersteller Apple und Mac-Kloner Psystar. Ein US-Bezirksrichter hat eine modifizierte Gegenklage von Psystar gegen Apple zugelassen. Apple klagte im letzten Jahr gegen den Computer-Neuling Psystar, nachdem der einen Mac-Klon zum Kauf anbot, einen günstiger Computer, auf dem das Apple-Betriebsystem Mac OS X läuft. Der wichtigste Vorwurf lautete damals, Psystar verstoße gegen das Urheberrecht.

Das wollte Psystar nicht gelten lassen, versuchte eine Gegenklage: "Apple legt das Urheberrecht falsch aus, um seine Monopolstellung am Markt zu sichern." Richter William Alsup lehnte die Klage ab – lies jetzt aber laut Computerworld.com eine modifizierte Version zu, in der Psystar die Monopol-Vorwürfe fallen lässt. Begründung: Die Frage, ob Apple das Urheberrecht falsch auslegt, ist auch für andere Firmen interessant.

Twitter wirft falschen Dalai Lama raus

Jetzt twittert sogar der Dalai Lama, dachten am Wochenende rund 20.000 Twitter-Nutzer und schlossen sich dem Microblog des spirituellen Führers an. Mit der Erleuchtung in 140 Zeilen wird es jetzt leider nichts mehr: Twitter schloss das Nutzerkonto twitter.com/ohhdl, teilte das Unternehmen der AFP mit, weil dahinter nur ein Dalai-Lama-Nachahmer stecke. Wer andere Leute bei Twitter nachmacht, fliegt aber raus, so steht das in den Twitter-Nutzungsbedingungen.

Dabei gab sich der Fake-Dalai-Lama alle Mühe, authentisch zu wirken: "Willkommen auf der offiziellen Twitter-Site seiner Heiligkeit des Dalai Lama", lautete die erste Nachricht, geschmückt von einem Bild und einem Zitat, das von der tatsächlich offiziellen Website Dalailama.com geräubert wurde.

Die Frage, die nun viele Twitter-Nutzer umtreibt: Kehrt der gelöschte Fake-Dalai-Lama jetzt als Twitter-Reinkarnation wieder?

Google synchronisiert Kalender und Kontakte mit iPhone & anderen Handys

Macnews.de berichtet von einem praktischen Feature für Google-Mail-, iPhone- und viele andere Handynutzer: Mit der nun vorgestellten "Google Sync"-App lassen sich die Kalender- und Kontaktdaten zwischen einem Google-Mail-Account und Mobilgeräten, darunter viele Geräte von SonyEricsson und Nokia synchronisieren. Der Abgleich erfolgt über Microsoft ActiveSync, die Einrichtung des Programms geht deshalb leicht von der Hand: Einfach die Google-Server- und die Google-Mail-Benutzerdaten als neuen Microsoft-Exchange-Account zum Beispiel auf dem iPhone einrichten. Die Synchronisation erfolgt dann automatisch im Hintergrund über Push.

Fernseher in der Kontaktlinse

Der britische Zukunftsforscher Ian Pearson hat sich übers Fernsehen der Zukunft Gedanken gemacht – und schweift dafür nicht gerade in die Ferne. Genau genommen nur ein paar Millimeter weit. Denn das Fernsehen der Zukunft finde direkt auf dem Auge statt, in Fernsehgeräten, so klein, dass sie auf Kontaktlinsen passen.

Ihre Energie bezögen sie aus der Körperwärme, zum Beispiel per Stimmkommando oder Handbewegung gebe es einen Kanalwechsel. Jetzt muss man wissen: Pearson ist Zukunftsforscher, Futurologe. Das Rumspinnen ist sein Metier, der darf das.

Und deswegen geht's munter weiter: Das Fernsehen der Zukunft sei höchst emotional. Ein "digitales Tattoo" könnte bald die Emotionen, die eine Bildschirmfigur gerade durchlebt, dem Zuschauer unter die Haut spritzen: "Wir könnten sogar so weit kommen, dass wir ganz und gar in einem Football-Spiel aufgehen, wir spüren, wie wir neben unserem Lieblingsspieler herlaufen und den Schiri beschimpfen."

Mehr Zukunftsvisionen (oder, je nach Standpunkt: Halluzinationen) schreibt Ian Pearson in seinem "Your future, today"-Blog auf.

Mach uns den Tanzbär, Woz

Der US-Fernsehsender ABC hat am Sonntag mitgeteilt, dass Steve Wozniak, Apple-Mitbegründer und Über-Nerd, zusammen mit zwölf anderen Prominenten in der neuen Staffel von "Dancing with the Stars" (in Deutschland: Let's Dance) teilnehmen wird.

"The Woz" in einer Tanzschau? Die Logik dahinter erklärt der raumfüllende Computer-Held mit seinem "langen Kampf gegen extreme Schüchternheit", so das Reuters-Blog. "In vielen Momenten bin ich sehr unschüchtern, sehr extrovertiert, sehr direkt. Aber wenn ich neue Leute kennenlerne, wenn ich in einer neuen Situation bin, ganz plötzlich trifft es mich dann, dann bin ich sehr schüchtern, will meinen Mund nicht mehr aufmachen." Der Auftritt in der Tanzshow ist also einerseits Selbsthilfe, andererseits Zeugnis seines neuen Selbstbewusstseins.

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