Netzwelt-Ticker: Soundcloud bekommt neue Millionen

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Das Berliner Start-up Soundcloud erhält angeblich 50 Millionen Dollar, um sich weiter zum YouTube der Musik entwickeln zu können, Google begleitet die Wahlen in den USA und in Ägypten, und der Tablet-Streit zwischen Samsung und Apple wird immer absurder.

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Soundcloud-Website: Angeblich 38,5 Millionen Euro für Berliner Start-up

Frischer Geldsegen für Soundcloud: Das Berliner Start-up hat von der Investorenfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) eine Kapitalspritze in unbekannter Höhe erhalten - und dafür einen Beobachterposten (ohne Stimmrecht) für Analystin Mary Meeker im Soundcloud-Vorstand freigemacht. "TechCrunch" schätzt das finanzielle Engagement, an dem auch GGV Capital beteiligt ist, auf 50 Millionen Dollar (38,5 Millionen Euro). Eine Summe, die angesichts der letzten Finanzierungsrunde von 16 Millionen Dollar und einem geschätzten Wert von 200 Millionen Dollar durchaus realistisch ist. Die Presseabteilungen von Soundcloud und KPCB meldeten sich bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht mit einer Stellungnahme zurück.

Für "TechCrunch Europe" setzt die Investition jedenfalls ein klares Signal: Für Soundcloud geht es jetzt wirklich in Richtung YouTube. So wie die Videoplattform synonym für Clips im Netz steht, könnte Soundcloud zur ersten Anlaufstelle für Audio werden. "Readwriteweb" versucht, die Bedeutung des KPBC-Engagements vor allem an der Besetzung des Beobachterpostens im Soundcloud-Vorstand festzumachen. Das Blog beschreibt Mary Meeker als jemanden, der "Sound" für das neue Innovationsthema hält - und die vielleicht Soundclouds Smartphone-Zukunft vorantreiben könnte. Bei früheren Präsentationen Meekers hätte Soundcloud bereits eine Rolle gespielt.

Soundcloud ist, zumindest derzeit, sehr erfolgreich: Obwohl das Unternehmen vor allem Produzenten und nicht Konsumenten als Kunden anspricht (YouTube, MySpace und Co. sind Konsumenten-Angebote), hat es gerade die 10-Millionen-Mitglieder-Grenze überschritten. Wer bei Google nach Musik sucht, findet immer öfter erst einen Soundcloud-Verweis und dann einen Treffer bei MySpace, Last.fm und so weiter.

Google öffnet Unterseite zur US- und Ägyptenwahl

Der US-Internetkonzern Google begleitet die Präsidentschaftswahl 2012 in den Vereinigten Staaten und die Parlamentswahlen 2012 in Ägypten mit einer eigenen Themenseite. Google Elections sammelt Zeitungsartikel zu den Wahlen und sortiert sie nach Kandidaten und Wahlkampfthemen. Grafiken zeigen die Suchtrends, Erwähnungen bei Google News und Videoaufrufe bei YouTube zu den jeweiligen Bewerbern. Ein Werkzeugkasten versorgt Aktivisten mit einem "politischen Kalender" und Tools, um die Wahlbeteiligung mit Aufrufen zu steigern.

Ob so ein Angebot auch für etwa anstehende Wahlen in Deutschland geplant ist? Google dazu auf Anfrage: "Zur Zeit gibt es keine konkreten Pläne für ein ähnliches Angebot in Deutschland." Das Interesse der Politiker am Internet-Wahlkampf sei jedoch sehr groß.

Samsung versus Apple: Streit ums Tablet-Mädchen

Der Tablet-Streit zwischen Samsung und Apple nimmt immer absurdere Züge an. Jetzt werfen Apple-Fans dem südkoreanischen Elektronikkonzern vor, in einem Werbespot auf dasselbe Model zurückgegriffen zu haben, das in einem Spot für Apple auftritt. Der "Sydney Morning Herald" hat die beiden Videos gegenübergestellt und urteilt: stimmt. Aber ist das nun eine brillante Attacke-Werbung, eine platte Werbe-Attacke oder einfach nur Zufall? Vielleicht ein Gag der ausführenden Werbeagentur? Klar ist nur: Samsung hat den Werbespot zurückgezogen und von der YouTube-Seite gelöscht.

Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war:

  • Das BKA hat eine Zeitlang Personen, die per Anonymisierungsdienst im Netz unterwegs waren, von seinem Webangebot ausgesperrt. War nur ein Fehler bei der Konfiguration, behauptet die Behörde nun - und macht den Weg für anonyme Surfer wieder frei.
  • Wir brauchen auch einen App-Store, hat sich Spielkonsolen-Hersteller Nintendo gedacht und plant nun den "Wii U App Store" - schreibt zumindest "The Daily" und beruft sich auf mit der Materie vertraute Quellen.
  • Weil sie auf Facebook damit prahlten, Demonstranten verprügelt und sich mit Opfern angefreundet zu haben, wurden in den letzten vier Jahren mindestens zwei britische Polizisten entlassen. Sieben kündigten selbst, 150 wurden ermahnt.
  • Sicherheitsexperte Brian Krebs stellt im neusten Teil seiner Serie über den Online-Schwarzmarkt für Medikamente einen Botnetz-Betreiber namens Google vor (Google, weil man das vermutlich so schlecht bei Google suchen kann) - und entblößt ihn in seinem investigativen Bericht. Leseempfehlung!

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insgesamt 2 Beiträge
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1. "ein YouTube für xxx"
Donald Duckk 03.01.2012
YouTube lebt doch sehr stark von urheberrechtlich geschütztem Material - viele gehen auch für Musik einfach auf Youtube, es gibt dort mindestens genausoviel Musik wie bei Spotify & co. Den Spruch "das Youtube für XXX werden" hab ich schonmal gehört - beim österreichischen Start-Up Newsgrape (http://www.Newsgrape.com) - anstatt ein YouTube für Texte zu werden ist dies (bis jetzt zumindest) eine recht innovative Bloggingplattform geworden. Ich bin deswegen bei den Youtube Vergleichen immer recht skeptisch..
2. Titel
JohnMcGully 03.01.2012
Zitat von sysopDas Berliner Start-up Soundcloud erhält angeblich 50 Millionen Dollar, um sich weiter zum YouTube der Musik entwickeln zu können, Google begleitet die Wahlen in den USA und in Ägypten, und der Tablet-Streit zwischen Samsung und Apple wird immer absurder. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806902,00.html
Sorry, aber das einzige was immer absurdere Züge annimmt ist die Berichterstattung. Es werfen also "Apple-Fans" Samsung etwas vor? Und Apple selber? Ein Pressemitteilung? Eine Klage? Nein, rein gar nichts. Berichtet SpOn auch wenn BVB-Fans dem FC Bayern z.B. vorwerfen die gleich Musik im Stadion zu spielen und spricht dann von Absurdität? Also seid mal ehrlich. Die Meldung hat schon Reissack-Charakter und dient doch nur dazu den Ticker zu füllen oder die Apple-Jünger und Android-Taliban wieder aufeinander loszuhetzen.
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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