Von Felix Knoke
Frischer Geldsegen für Soundcloud: Das Berliner Start-up hat von der Investorenfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) eine Kapitalspritze in unbekannter Höhe erhalten - und dafür einen Beobachterposten (ohne Stimmrecht) für Analystin Mary Meeker im Soundcloud-Vorstand freigemacht. "TechCrunch" schätzt das finanzielle Engagement, an dem auch GGV Capital beteiligt ist, auf 50 Millionen Dollar (38,5 Millionen Euro). Eine Summe, die angesichts der letzten Finanzierungsrunde von 16 Millionen Dollar und einem geschätzten Wert von 200 Millionen Dollar durchaus realistisch ist. Die Presseabteilungen von Soundcloud und KPCB meldeten sich bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht mit einer Stellungnahme zurück.
Für "TechCrunch Europe" setzt die Investition jedenfalls ein klares Signal: Für Soundcloud geht es jetzt wirklich in Richtung YouTube. So wie die Videoplattform synonym für Clips im Netz steht, könnte Soundcloud zur ersten Anlaufstelle für Audio werden. "Readwriteweb" versucht, die Bedeutung des KPBC-Engagements vor allem an der Besetzung des Beobachterpostens im Soundcloud-Vorstand festzumachen. Das Blog beschreibt Mary Meeker als jemanden, der "Sound" für das neue Innovationsthema hält - und die vielleicht Soundclouds Smartphone-Zukunft vorantreiben könnte. Bei früheren Präsentationen Meekers hätte Soundcloud bereits eine Rolle gespielt.
Soundcloud ist, zumindest derzeit, sehr erfolgreich: Obwohl das Unternehmen vor allem Produzenten und nicht Konsumenten als Kunden anspricht (YouTube, MySpace und Co. sind Konsumenten-Angebote), hat es gerade die 10-Millionen-Mitglieder-Grenze überschritten. Wer bei Google nach Musik sucht, findet immer öfter erst einen Soundcloud-Verweis und dann einen Treffer bei MySpace, Last.fm und so weiter.
Google öffnet Unterseite zur US- und Ägyptenwahl
Der US-Internetkonzern Google begleitet die Präsidentschaftswahl 2012 in den Vereinigten Staaten und die Parlamentswahlen 2012 in Ägypten mit einer eigenen Themenseite. Google Elections sammelt Zeitungsartikel zu den Wahlen und sortiert sie nach Kandidaten und Wahlkampfthemen. Grafiken zeigen die Suchtrends, Erwähnungen bei Google News und Videoaufrufe bei YouTube zu den jeweiligen Bewerbern. Ein Werkzeugkasten versorgt Aktivisten mit einem "politischen Kalender" und Tools, um die Wahlbeteiligung mit Aufrufen zu steigern.
Ob so ein Angebot auch für etwa anstehende Wahlen in Deutschland geplant ist? Google dazu auf Anfrage: "Zur Zeit gibt es keine konkreten Pläne für ein ähnliches Angebot in Deutschland." Das Interesse der Politiker am Internet-Wahlkampf sei jedoch sehr groß.
Samsung versus Apple: Streit ums Tablet-Mädchen
Der Tablet-Streit zwischen Samsung und Apple nimmt immer absurdere Züge an. Jetzt werfen Apple-Fans dem südkoreanischen Elektronikkonzern vor, in einem Werbespot auf dasselbe Model zurückgegriffen zu haben, das in einem Spot für Apple auftritt. Der "Sydney Morning Herald" hat die beiden Videos gegenübergestellt und urteilt: stimmt. Aber ist das nun eine brillante Attacke-Werbung, eine platte Werbe-Attacke oder einfach nur Zufall? Vielleicht ein Gag der ausführenden Werbeagentur? Klar ist nur: Samsung hat den Werbespot zurückgezogen und von der YouTube-Seite gelöscht.
Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war:
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