Netzwelt-Ticker Twitter-Karte macht Libyen-Aufstand sichtbar

Ein Mashup aus Twitter und Google Maps hält über die Vorgänge in Nordafrika und dem Nahen Osten auf dem Laufenden, ein Ägypter nennt seine Tochter "Facebook" und Apple schaltet beim Macbook den Turbo ein. Das und mehr im Überblick.

Mibazaar.com: Twitter-Karte mit Protest-Tweets aus der arabischen Welt

Mibazaar.com: Twitter-Karte mit Protest-Tweets aus der arabischen Welt


Twitter und Google Maps werden gerne als Vorlage verwendet, um Ereignisse und Entwicklungen mit Ortsbezug anschaulich zu machen. Das jüngste Mashup wurde vom indischen Blogger Virender Ajmani anlässlich der Protestwelle erstellt, die derzeit durch die arabische Welt rollt. In Fünf-Sekunden-Intervallen werden Twitter-Nachrichten angezeigt, die einen Geo-Tag zu einem der Länder aufweisen, in denen es derzeit brodelt. Derzeit lassen sich Ägypten, Bahrain, Iran und Libyen auswählen. Wer also an den Vorgängen in Libyen interessiert ist, klickt auf der Karte im Kästchen links "Libya" an, und schon beginnt eine Animation mit der Sammlung entsprechend verorteter Twitter-Nachrichten. So kann der geneigte Leser diesen Meldungen zum Beispiel entnehmen, dass selbst in Tripolis erste Transparente mit dem Konterfei des libyschen Staatschef Gaddafi verbrannt wurden, die jahrzehntelang unberührt in den Straßen hingen. In Libyen zu twittern ist allerdings nicht ganz so einfach: Immer wieder wird der Zugang zum Internet in dem Land abgeklemmt. Allerdings bislang stets nur vorübergehend, anders als in Ägypten. Dort war das Netz etwa neun Tage lang ausgeknipst worden - bekanntlich am Ende ohne den gewünschten Erfolg.

Piratenpartei strandete mit Anzeigenauftrag

Von der Hamburg-Wahl am gestrigen Sonntag hatte sich die Piratenpartei ein deutlich besseres Ergebnis erhofft. Zumal in der Großstadt hatten die Polit-Newcomer ein gutes Ergebnis erwartet, doch mit 2,1 Prozent landeten sie unter "ferner liefen". Die Enttäuschung dürfte angesichts der Posse um eine Wahlanzeige der Piraten nicht geringer werden. Denn eigentlich sollte kurz vor Toresschluss eine Zeitungsanzeige der Wahlkampagne den letzten Schwung verleihen. In der Erwartung, dass SPD-Mann Olaf Scholz mit seiner Partei die Wahl gewinnen würde, sollte ein Foto des Politikers mit angemalten Bartstoppeln und Augenklappe ihm ein gewisses Piraten-Image verleihen.

Eigentlich war geplant, diese Anzeige bei der Hamburger Morgenpost zu schalten. Die Piraten waren hoffnungsfroh, schließlich wähnten sie die Mopo "einer eher linksliberalen Tradition verpflichtet ..., im Gegensatz zu entsprechenden Publikationen der Springer-Presse". Umso länger die Gesichter als anstelle der Auftragsbestätigung eine Absage ins Haus flatterte. Die Mopo wollte die Anzeige nicht drucken, die Verantwortlichen des Blatts erklärten, sie sähen "die Persönlichkeitsrechte des Kandidaten Olaf Scholz beschädigt". Sarkastisch gaben die Piraten zu verstehen, dieser Entscheidung mit Verständnis zu begegnen. Schließlich sei der Platz für wichtigere Dinge genutzt worden, wie den "großen Mopo-Test 'Wie gut sind Hamburgs Döner?' - okay, das ist wirklich mal eine drängende Frage, deren Wichtigkeit wir uns nicht verschließen wollen".

Warner-Bros.-Filme als iPhone-App - mit heftigen Preisen

Das Filmstudio Warner Bros. will für seine Streifen einen weiteren Vertriebsweg einrichten und sie über eine App einzeln iPad, iPhone und iPod Touch anbieten. Die App selbst kostet nichts, allerdings schlägt jeder einzelne Film-Download mit zehn Dollar zu Buche. Das ist der Preis in den USA, in anderen Ländern wird der Preis höher liegen. Warum bieten die Filmbosse ihre Produkte nicht auf iTunes an, wird sich mancher fragen. Der Grund ist sehr einfach: Apples Multimedia-Laden stellt die Möglichkeit zum Herunterladen von Filmen nur in einigen Ländern bereit, wohingegen der App-Store einen wesentlich breiteren Zugang zur Zielgruppe gewährt. Mit dem App-Store-Bypass umgeht Warner also gewissermaßen die iTunes-Engstelle. Den Anfang sollen "Inception" und das letzte Batman-Spektakel "The Dark Knight" machen. Sie werden in 30 Ländern und Sprachversionen nebst entsprechend vielen Untertitel-Optionen veröffentlicht. Bei "Paid Content" ist man von dem neuen Angebot nicht sonderlich überzeugt. Warum in einen Markt eintreten, dessen massive Raubkopie-Problematik nun wirklich jedem bekannt sein sollten? Dass Warner nun ebenfalls mit einer weiteren Bezahlofferte herauskommt, zeige "die Hollywood-Mentalität, Einnahmemöglichkeiten um jeden Preis zu vergrößern". Dabei würde es schon ausreichen, die Filme schlicht und einfach zu einem günstigeren Preis anzubieten, um das Geschäft zu beleben.

Wird Intel-Übertragung Light Peak im neuen Macbook verbaut?

Apple will in seinen MacBooks Pro den Turbo einschalten. Wie "Cnet" erfahren haben will, wird das Unternehmen in den kommenden Tagen ankündigen, in den neuen Macs eine spezielle Intel-Technik namens Light Peak einzubauen. An der basteln die Techniker des Chipherstellers schon seit zehn Jahren, doch nun soll das Vorhaben endgültig zur Marktreife gelangt sein. Ursprünglich war Light Peak eine Entwicklung, mit der Intel auf Glasfaserbasis die Verbindungen zwischen Computern und Peripheriegeräten verschiedenster Art vereinheitlichen und standardisieren wollte. Der Clou an der Technik sind ihre Kapazitäten. So sollen mit den Verbindungen nicht nur große Datenmengen problemlos hin- und hergeschaufelt werden können, das Ganze soll auch richtig fix gehen. Bis zu zehn Gbit/s sind angeblich drin, das gilt sogar noch nach der Umstellung auf Kupferkabel.

Ägypter tauft seine Erstgeborene "Facebook"

Worum die Demonstranten in Libyen und Bahrain noch ringen, das haben die Menschen in Tunesien und Ägypten schon hinter sich: die Vertreibung der alten Potentaten von ihren Thronen durch die "Jasmin-Revolution". Eine nicht unwichtige Rolle spielten dabei soziale Netzwerke wie Facebook, weil sie den Menschen halfen, sich und die Proteste zu organisieren. Gleichsam als Dank und Erinnerung für diese Rolle der Social Networks hat jetzt ein 25-jähriger Ägypter seiner erstgeborenen Tochter den Namen "Facebook" gegeben, wie "TechCrunch" unter Berufung auf die ägyptische Zeitung "Al-Ahram" meldet. Ein Reklamegag, um den Firmennamen im Lande noch bekannter zu machen, ist hinter der Aktion nicht zu vermuten. Schließlich unterhalten bereits fünf Millionen Ägypter ein Facebook-Profil, mehr als in jedem anderen Land in Nordafrika oder im Nahen Osten. Die militärische Übergangsregierung nutzt das Netzwerk inzwischen zur direkten Ansprache der ägyptischen Jugend. So unterhält das Militär dort seit letzter Woche ein eigenes Profil - mit bereits über 425.000 Fans.

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ta_tha 21.02.2011
1. Liebe Netzwelt-Nerds...
...kleiner Tipp für Euch: "Lybien" verhält sich zu "Libyen" wie "Bacefook" zu "Facebook".
elbröwer 21.02.2011
2. Armes Kind
Ägypter tauft seine Erstgeborene "Facebook". Destille ist auch ein sehr schöner Name!
flower power 22.02.2011
3. Lasst doch dieses
Unsinn, mit den nichtrelevanten Wunschvorstellungen. Hier wird getrickst, und gemobbt, was das Zeug hält. Und ganz zum Schluss war es wieder uncle sam, der alles so anzettelte. Nein, so kommt man nicht weiter. Wenn dann die Menschen in Lybien später feststellen müssen nur noch eine unbedeutende Kolonie des globalen Kapitalismus zu sein, kommt die Konterrevoluition, und aus ist das Wunderland.
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