Von Richard Meusers
Vier Jahre nach ihrer Gründung wird die Blog-Plattform Posterous von Twitter übernommen. Das Posterous-Angebot bleibt bis auf weiteres bestehen, soll aber offenbar nicht auf Dauer fortgeführt werden. Beide Unternehmen nannten keinen Kaufpreis. Der Dienst soll zunächst weiterbestehen, aber das Team aus Entwicklern und Produktmanagern in die Twitter-Mannschaft integriert werden. "Wir freuen uns darauf, für euch bei Twitter großartige Dinge zu entwickeln", erklärte das Posterous-Team den Nutzern in einer Abschiedsnachricht.
Letzten Zahlen zufolge verzeichnete Posterous im September 2011 15 Millionen Besucher pro Monat, konnte sich aber gegen die Konkurrenz von Tumblr nie durchsetzen, das derzeit auf gut 100 Millionen Nutzer im Monatkommt. Für Twitter ist es der erste Zukauf ohne direkte Verbindung zu seinem Hauptprodukt, der Plattform, auf der Nutzer bis zu 140 Zeichen lange Mitteilungen veröffentlichen können.
Posterous kennt solche Beschränkungen nicht. Dort kann man auf besonders einfache Weise private und öffentliche Blogs gestalten, etwa indem man Fotos mit einer E-Mail an die Adresse des eigenen Posterous-Blogs schickt. Zudem aktualisiert Posterous automatisiert Konten bei zahlreichen weiteren Plattformen. (meu/dpa)
Supercomputer als Bankberater und Ärztehelfer
In der US-Gameshow "Jeopardy!" hatte IBM Supercomputer Watson schon im letzten Jahr die menschliche Konkurrenz bezwungen, nun darf Big Blues Wunderrechner auch an ernstere Fragen heran. Watson geht an die Wallstreet und wird Bankberater. US-Großbank Citigroup beauftragte IBM, mit Hilfe des Riesenrechners Risikoabschätzungen vorzunehmen und Portfolios sowie Kundendaten auszuwerten.
Neben seinen Fähigkeiten als Finanzberater sind auch Kapazitäten fürs Gesundheitswesen frei. Beim US-Versicherer Wellpoint wird der Cloud-basierte Dienst Ärzten bei der Diagnose assistieren. Dazu kann der Mediziner während der Visite am Tablet-Rechner eine Reihe von Patientendaten zu Krankengeschichte und Symptomen abfragen. Der angeschlossene Watson durchforstet daraufhin seine mit wissenschaftlichen Publikationen und weiteren Patientendaten gefüllten Datenbanken, um zu einer wahrscheinlichen Diagnose und geeigneten Behandlungsvorschlägen zu gelangen.
Megaupload wurde angeblich auch in US-Behörden genutzt
Ein bisschen Zeit hat sich der Chef des geschlossenen Download-Portals Megaupload, Kim Dotcom ja gelassen, bis er ein neues Argument zu seiner Verteidigung aus der Tasche zog. Dotcom behauptet nun: Mitarbeiter mehrerer US-Behörden hätten Megaupload genutzt. Herausgekommen sei das, als im Rahmen einer Vereinbarung mit der US-Justiz zur Rettung von Kundendaten Millionen Dateien erfasst werden konnten. Eine Vielzahl sei wohl legalen Charakters, wie "TorrentFreak" berichtet. Eine Reihe von Konten soll von US-Regierungsbeamten im Justizministerium und Senat unterhalten worden seien.
Bizarre Kundenpolitik bei PayPal
PayPal ist augenscheinlich ein misstrauisches Unternehmen. Beim Bezahldienst des Online-Händler Ebay werden mitunter schnell illegale Machenschaften vermutet. Das führt dann schon mal zum Befehl, eine 2500-Dollar Violine als vorgebliche Fälschung zu zerstören. Aber auch ungewöhnlich hohe Finanztransaktionen erregen die Aufmerksamkeit der PayPal-Mitarbeiter. So geschehen im Falle der Autoren eines Buches, dessen Gewinne komplett in ein Alzheimer-Projekt fließen sollen. Steve Berry, einer der beiden Initiatoren, erhielt dieser Tage den Anruf einer PayPal-Angestellten, die die sofortige Sperrung des Kontos mitteilte.
Das bislang aufgelaufene Geld sei eingefroren. Eine Begründung wurde nicht gegeben, weitere Kontaktmöglichkeiten nicht zugelassen. Beim Blog "Regretsy" wird nun angenommen, dass es immer dann zu Untersuchungen kommt, wenn in kurzer Zeit viel Geld gesammelt wird. Wobei es keinen Unterschied mache, ob zu kommerziellen oder gemeinnützigen Zwecken. Problematisch sei dabei, dass das vorhandene Geld in solchen Fällen des Öfteren eingefroren werde.
Inzwischen hat sich PayPal bei Berry gemeldet und sich bereiterklärt, immerhin die Hälfte des Geldes freizugeben. Allerdings unter Voraussetzung einer kafkaesken Logik-Schleife. Vor Auszahlung muss Berry Belege für entstandene Druck- und Vertriebskosten einreichen, die er aber erst bezahlen kann, nachdem das Geld freigegeben wurde.
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