Netzwelt-Ticker: Knast für Filesharing, Leucht-Kindle, Indie-Schnäppchen

Von Markus Böhm

Heute im Netzwelt-Ticker: Gefängnisstrafen für illegales Downloaden in Japan; der Kindle Paperwhite überzeugt im Test; zwei Bundles bieten viele Indie-Spiele für wenige Euro.

Präsentation des Kindle Paperwhite (im September): Den meisten Testern gefällt das GerätZur Großansicht
AFP

Präsentation des Kindle Paperwhite (im September): Den meisten Testern gefällt das Gerät

In Japan gilt seit Montag ein verschärftes Urheberrecht. Wer Filme oder Musik bewusst illegal herunterlädt, dem drohen jetzt bis zu zwei Millionen Yen Strafe (umgerechnet knapp 20.000 Euro) oder bis zu zwei Jahre Gefängnis. Damit geht Japan drastisch wie kaum ein anderes Land gegen illegale Downloads vor. Theoretisch kann laut BBC schon der Fund einer einzigen Raubkopie zu einer solchen Strafe führen. Wer illegale Kopien hochlädt, könnte in Japan nun sogar bis zu zehn Jahre ins Gefängnis kommen.

Das neue Gesetz war im Juni verabschiedet worden, mit 221 zu 12 Stimmen im japanischen Oberhaus. Kritiker bewerten es als Triumph der Unterhaltungsindustrie, diese hatte im Vorfeld intensive Lobbyarbeit betrieben. Gerade für Plattenfirmen ist Japan wichtig, das Land ist nach den USA der zweitgrößte Musikmarkt.

Das Herunterladen von Raubkopien ist in Japan bereits seit 2010 illegal, zog bisher jedoch keine Strafen nach sich. In Tokio hatte es im Juli Straßenproteste als Reaktion auf die Gesetzesverschärfung gegeben, auch Anonymous-Anhänger waren beteiligt. Zuvor waren die Websites mehrerer Parteien mit Cyberattacken lahmgelegt worden.

Kindle Paperwhite in den USA erschienen

In den USA verkauft Amazon seit heute den Kindle Paperwhite, ab 119 Dollar erhält man den beleuchteten E-Ink-Reader, für diesen Preis jedoch mit Werbeeinblendungen. Den meisten Testern gefällt das neue Modell, "Wired" zum Beispiel lobt den verbesserten Kontrast auf dem "fast perfekten" Bildschirm, vermisst aber physische Buttons zum Umblättern. Zudem könnten die LEDs auf der Unterseite des Bildschirms manche Nutzer ablenken.

"TheVerge" findet, Amazon habe "aus einem guten Produkt ein tolles gemacht", erwähnt aber auch einige Schwächen wie den fehlenden Kopfhöreranschluss. "GigaOM" meint, das neue Gerät fühle sich an besser an als der Kindle Touch, zudem lasse sich der Touchscreen schneller bedienen. Dafür stört den Tester, dass sich die Beleuchtung nicht automatisch der Raumhelligkeit anpasst, sie muss manuell über den Touchscreen geregelt werden.

Außerhalb der USA kommt der Kindle Paperwhite wohl nicht vor 2013 in den Handel. Am 25. Oktober erscheint in Deutschland zunächst der Kindle Fire HD, beide Produkte waren Anfang September präsentiert worden.

Neues Indie-Bundle zum Oktoberfest

Es ist offen, was genau das Point-and-Click-Adventure "Hector: Badge of Carnage" und das Musikspiel "Chime" mit dem Oktoberfest verbindet. Die Musik jedenfalls kann es nicht sein, statt auf Blasmusik setzt "Chime" bei seinem Soundtrack auf DJ-Größen wie Moby und Markus Schulz. Fakt ist aber, dass beide Spiele derzeit günstig zu bekommen sind, im sogenannten "Oktoberfest-Bundle" von "IndieRoyale", zusammen mit drei weiteren Titeln. Knapp 3,90 Euro muss man für das Download-Paket derzeit mindestens zahlen - was aber deutlich unter dem Maß-Preis in München liegt. Wie lang das noch so bleibt, entscheidet der Erfolg des Bundles, mit jedem Käufer steigt sein Preis.

Für Indie-Anhänger lohnt sich auch der Blick auf ein Konkurrenzangebot, das "Humble Indie Bundle 6", das man noch anderthalb Tage kaufen kann. Für dieses Spielepaket kann man zahlen so viel oder wenig man will (mindestens einen Cent), es enthält fünf Spiele, darunter das Action-Rollenspiel "Torchlight" oder das Strategiespiel "Space Pirates and Zombies". Wer mehr als den durchschnittlich gewählten Preis zahlt, derzeit 6,30 Dollar, bekommt noch sechs Spiele dazu, etwa "Jamestown", das sich zu viert spielen lässt.

Auch das noch:

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insgesamt 6 Beiträge
hdudeck 01.10.2012
ueber die einseitige Berichterstattung des SPON's - Amazon und Apple. Das es andere Hersteller gibt, wird leider (sogut wie) nie beruecksichtigt. Das Kindle Paperwhite ist nicht das erste beleuchtbare E-Paper Geraet. Schon [...]
Zitat von sysopHeute im Netzwelt-Ticker: Gefängnisstrafen für illegales Downloaden in Japan; der Kindle Paperwhite überzeugt im Test; zwei Bundles bieten viele Indie-Spiele für wenige Euro. Netzwelt-Ticker: Urheberrecht in Japan, Kindle Paperwhite - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzwelt-ticker-urheberrecht-in-japan-kindle-paperwhite-a-858985.html)
ueber die einseitige Berichterstattung des SPON's - Amazon und Apple. Das es andere Hersteller gibt, wird leider (sogut wie) nie beruecksichtigt. Das Kindle Paperwhite ist nicht das erste beleuchtbare E-Paper Geraet. Schon vor einem halben Jahr ist das Nook Glowlight von Barnes and Noble auf den Markt gekommen, darueber hat man bis heute nichts gelesen. Da beide Geraete z.Z nicht in D zu haben sind, besteht kein Grund, ueber das eine zu berichten, ueber das Andere aber nicht. Insbesondere, da der Markteintritt von BN in D kurz bevor steht. Unverstaendlich auch, weil die BN Produkte rundweg bessere Kritiken erhalten als die jeweiligen von Amazon. BN hat jetzt auch ein 9 Inch HD Tablett (neben dem 7 inch) fuer $269. Schon einmal darueber gelesen? Nicht im SPON. So, was ist das fuer eine Informationspolitik? Von einem (online)Nachrichtenmagazin mit den Anspruechen an gelieferter Qualitaet, die der Spiegel (und somit auch dem SPON) fuer sich erhebt, erwarte ich mehr und objektivere Berichte.
forenuser 02.10.2012
Sie haben es ja schon selbst gesagt, Barnes & Noble gibt es in Deutschland (noch) nicht. Warum also drüber berichten? Und bitte hört endlich auf den SPIEGEL mit SPON gleichzusetzen,dazwischen liegen Welten!
Zitat von hdudeckueber die einseitige Berichterstattung des SPON's - Amazon und Apple. Das es andere Hersteller gibt, wird leider (sogut wie) nie beruecksichtigt. Das Kindle Paperwhite ist nicht das erste beleuchtbare E-Paper Geraet. Schon vor einem halben Jahr ist das Nook Glowlight von Barnes ......
Sie haben es ja schon selbst gesagt, Barnes & Noble gibt es in Deutschland (noch) nicht. Warum also drüber berichten? Und bitte hört endlich auf den SPIEGEL mit SPON gleichzusetzen,dazwischen liegen Welten!
Tostan 02.10.2012
"Jetzt gibt es aber doch noch eine Cover-Version, in der ein Drucker den Gesang übernimmt." ... ein Scanner, kein Drucker ...
"Jetzt gibt es aber doch noch eine Cover-Version, in der ein Drucker den Gesang übernimmt." ... ein Scanner, kein Drucker ...
DrStrang3love 02.10.2012
Naja, den Kindle Paperwhite gibt es auch (noch?) nicht in Deutschland und ist bislang auch nicht angekündigt. Also warum darüber berichten?
Zitat von forenuserSie haben es ja schon selbst gesagt, Barnes & Noble gibt es in Deutschland (noch) nicht. Warum also drüber berichten?
Naja, den Kindle Paperwhite gibt es auch (noch?) nicht in Deutschland und ist bislang auch nicht angekündigt. Also warum darüber berichten?
niska 02.10.2012
Weil Amazon dafür bezahlt und B&N nicht? Würde ich vermuten.
Zitat von DrStrang3loveNaja, den Kindle Paperwhite gibt es auch (noch?) nicht in Deutschland und ist bislang auch nicht angekündigt. Also warum darüber berichten?
Weil Amazon dafür bezahlt und B&N nicht? Würde ich vermuten.
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  • Montag, 01.10.2012 – 16:44 Uhr
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Zum Autor
  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.

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