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Netzwelt-Ticker: Warum Google+ keine Gefahr für Facebook ist

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Über 20 Millionen Mitglieder soll Googles soziales Netzwerk schon haben - vor dem rasanten Wachstum muss sich aber eher Twitter als Facebook fürchten. Außerdem im Überblick: Linux-Kernel 3.0 mit überraschendem Feature und Experten antworten: Erleben wir eine Hacking-Welle?

Google+ auf einem Smartphone: Nach drei Wochen rund 20 Millionen Nutzer Zur Großansicht
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Google+ auf einem Smartphone: Nach drei Wochen rund 20 Millionen Nutzer

Googles neues soziales Netzwerk Google+ hat nach Schätzungen der Web-Vermesser von Comscore mittlerweile über 20 Millionen Mitglieder - Google wollte sich gegenüber dem "Wall Street Journal" nicht zu den Zahlen äußern. Warum auch. Viel interessanter als solche Zahlen ist eine ganz andere Entwicklung: Die Blogosphäre entdeckt "Plus" als perfekte Blog-Plattform - und merkt es nicht einmal.

Das muss erklärt werden: Bei Google+ können einzelne Beiträge, bei Facebook hießen sie Pinnwandeinträge oder Notizen, der ganzen Welt zugänglich gemacht werden. Diese dann weiter zu verbreiten, zu kommentieren, einzubinden, mit Bildern, Videos und anderen Dokumenten zu verknüpfen, ist ein Kinderspiel. Wie das aussehen kann, zeigt dieser - auch für sich genommen sehr interessante - Beitrag über Usability-Fehler in Apples neuem Betriebssystem Lion.

Bemerke: Beiträge, so sie denn auf "öffentlich" geschaltet sind, können von allen Internet-Surfern gelesen werden, nicht nur von Mitgliedern. Damit ist Google+ kein Angriff auf Facebook, sondern einer auf Twitter und alle anderen Blog- und Miniblog-Anbieter.

Übrigens: Gestern hat Google - wie versprochen - eine ganze Reihe Firmenprofile gelöscht. Zum Beispiel von Mashable und Ford. Grund dafür könnten Garantiefragen sein: Google+ ist noch in einem frühen Probestadium, womöglich wird der Dienst noch aus Versehen so manches Konto löschen, ruinieren oder zurücksetzen. Ein Teil der Firmenprofile ist wieder im Netz; Grund unbekannt. Für die Verbleibenden heißt es abwarten: Google kündigte an, bald offizielle Firmenprofile einzurichten.

Linux 3.0

Der neue Linux-Kernel ist da, das Herz des quelloffenen Betriebssystems und seiner zahlreichen Ableger. Linus Torvalds persönlich feuerte in einem Mailinglist-Beitrag am Donnerstagabend den Startschuss für Version dreiab: "Jetzt ist es da. Vorbei sind die Tage des 2.6.<große Zahl>, 3.0 ist da." Große Hoffnungen auf große Änderungen sollte sich aber niemand machen. Torvalds schreibt: "Hier gibt es keine tollen neuen Funktionen." Viel mehr gehe es darum, "ein unpraktisches Nummerierungssystem fallenzulassen zu Ehren von 20 Jahren Linux." Was für ein tolles Feature!

3.0 ist vor allem ein Service-Update mit Hunderten Kleinst- und Kleinänderungen. Ihre Beschreibung - etwa bei Heise- erinnert an Esoterik: "...dadurch enthält der Kernel nun alles Nötige zum Betrieb als Dom0-System, um zusammen mit dem Xen-Hypervisor zu virtualisieren." Wer es trotzdem genau wissen will, findet bei Heise Open alle Informationen: "Was 3.0 bringt."

Experten gefragt: Erleben wir eine Hacking-Welle?

Freakonomics - das Blog zum erfolgreichen Statistikbuch- hat Cyber-Security- und IT-Experten gefragt: Vermitteln die Medien das Bild einer Hacker-Schwemme, oder wird derzeit wirklich viel gehackt? Kryptografie-Experte Bruce Schneier meint: "Es wird nicht alles schlimmer. Es war schon immer so schlimm." In den vergangenen Monaten hätte es eben spektakuläre Hacks gegeben, die es wegen ihrer (politischen) Bedeutung in die Nachrichten geschafft hätten. Die Berichterstattung verdeutliche aber ebenso, wie sicher wir in Wirklichkeit lebten: "Weil die News-Artikel für die meisten von uns der einzige Kontakt zu diesen Angriffen sind."

Der Sicherheitsexperte Tal Be'ery glaubt, dass es tatsächlich mehr Hacks gibt - allein schon aufgrund der gestiegenen ökonomischen Anreize. Weil auch die Presse zunehmend von den Hacks berichtet und politische "Hacktivisten" die Aufmerksamkeit für sich zu nutzen wüssten, ergebe sich das Bild einer Hackerschwemme. Und so ähnlich antworten auch die anderen Befragten. Trotzdem: Eine recht interessante Lektüre, um die tatsächliche Bedrohungslage "Cyberspace" besser einschätzen zu können.

Außerdem:

  • Der eher ungeschätzte US-Provider Comcast verärgert mal wieder seine Kunden mit "Methoden, die an Malware erinnern", findet Brian Krebs. Grund: Comcast verweigert manchen Kunden den Zugriff auf die Firefox-Website.
  • Facebook bietet seinen Mitgliedern nach und nach Previews für Links und Videos in Kommentaren an. Sehr praktisch - etwa, um Spam von Weizen trennen zu können.
  • Die Winklevoss-Brüder wehren sich gegen die Aussage ihres früheren Uni-Präsidenten, sie seien "Arschlöcher" (Grund: Sie trugen Krawatte und Anzug an einem Donnerstagnachmittag).
  • Adobe entschuldigt sich für eine Falschmeldung, wonach es auf Neuinstallationen von Apples neuem Betriebssystem Lion zu Problemen mit dem Flash Player gekommen sei.
  • Moralische Fragen beiseite gelassen: Ein Äffchen spielt mit dem iPhone!

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1. Hochmut kommt vor dem Fall
setro 22.07.2011
Zitat von sysopÜber 20 Millionen Mitglieder soll Googles soziales Netzwerk schon haben - vor dem rasanten Wachstum muss sich aber eher Twitter als Facebook fürchten. Außerdem im Überblick: Linux-Kernel 3.0 mit überraschendem Feature und Experten antworten: Erleben wir eine Hacking-Welle? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,775920,00.html
Oha, was würde die Welt nur ohne überschlaue Redakteure machen? Nichts mehr würde sie merken, traurig. Der Gedanke, dass das Feature von der Blogosphäre ganz bewusst genutzt wird, ist schahrweinlich viel zu weit hergeholt, denkt sich zumindest der Spiegel-Redakteur. Warum halten sich einige Mitmenschen immer für schlauer als den Rest der Welt? Und warum lassen diese Menschen diese Unart auch noch penetrant heraushängen? Unerklärlich...
2. Übel...
setro 22.07.2011
Zitat von sysopÜber 20 Millionen Mitglieder soll Googles soziales Netzwerk schon haben - vor dem rasanten Wachstum muss sich aber eher Twitter als Facebook fürchten. Außerdem im Überblick: Linux-Kernel 3.0 mit überraschendem Feature und Experten antworten: Erleben wir eine Hacking-Welle? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,775920,00.html
Wahrlich übel, da macht der Spiegel-Redakteur aus der "bedeutsamsten Änderung" bei heise-online Esoterik. Wen man keine Ahnhung hat.... Xen korrigiert eine jahrelange Fehlentwicklung, die letztlich dazu geführt hat, dass Xen im Bereich der Virtualisierung immer weiter verdrängt wurde. Ob der Redakteur überhaupt weiß, was Xen ist? Geschweige denn einmal persönlich verwendet? Fernab gab es schon genug Diskussionen ob der Änderung der Nummerierung, aber die Aufnahme von Xen in den Kernel taugt zur Herabwürdigung nun wahrlich nicht. Warum soll nicht auch mal ein Redakteur trollen wollen, immerhin ist heute Freitag. ;)
3. Keine Gefahr für Twitter
Eiermann 22.07.2011
Ich sehe keine Gefahr für Twitter in Google+, weil es sich trotz Ähnlichkeiten um zwei ziemlich verschiedene Netzwerk-Formen handelt: um einen Kurzticker und um ein umfassendes Blogsystem. Beide haben ihre Vorteile und können deshalb m.M. einträchtig nebeneinander existieren. Im Twitter-Kurzticker kann man (so man den entsprechenden Leute folgt) einen wunderbar reduzierten Kurzüberblick zur Nachrichten- und Meinungslage in Form von kurzen Titel- und Themenzeilen erhalten, in Google+ wird umfassend publiziert, kommentiert und diskutiert. Insofern ist mir unklar, wie zwei so völlig verschiedene Formate - das kurze und das ausgewalzte - einander überhaupt in die Quere kommen sollen. Ein Zeitproblem, dass Twitter wegen ausgiebiger Nutzung von Google+ aus Zeitgründen verdrängt werden könnte, weil User keine Zeit für Twitter mehr haben, sehe ich auch nicht. Für ein paar kurze, knackige Twitterzeilen hat man dann immer noch Zeit. Diese Zeitprobleme gab es schon mit Facebook und den Blogs nicht für Twitter. Inwieweit Google+ Facebook bedroht, wird man abwarten müssen. Die Einen sagen, es kann nur ein großes Netzwerk geben - weil viele nicht alles doppelt machen wollen. Ich halte es zumindest nicht für ausgeschlossen, dass sich zwei große Netzwerke den Markt für unterschiedliche Bedürfnisse aufteilen könnten - z.B. für primär private Kommunikation bei Facebook vs. mehr öffentlicher Kommunikation und Information auf Google+.
4. hmmm
seikor 22.07.2011
Zitat von setroWahrlich übel, da macht der Spiegel-Redakteur aus der "bedeutsamsten Änderung" bei heise-online Esoterik. Wen man keine Ahnhung hat.... Xen korrigiert eine jahrelange Fehlentwicklung, die letztlich dazu geführt hat, dass Xen im Bereich der Virtualisierung immer weiter verdrängt wurde. Ob der Redakteur überhaupt weiß, was Xen ist? Geschweige denn einmal persönlich verwendet? Fernab gab es schon genug Diskussionen ob der Änderung der Nummerierung, aber die Aufnahme von Xen in den Kernel taugt zur Herabwürdigung nun wahrlich nicht. Warum soll nicht auch mal ein Redakteur trollen wollen, immerhin ist heute Freitag. ;)
vielleicht liegts ja auch an den Linux-Freaks, die nicht verstehen wollen, dass mit Otto-Normalverbraucher einfach nur ein funktionierendes System haben wollen, ohne auf Kommandoebene irgendwelche hieroglyphischen Kürzel eingeben zu wollen. Das Otto-Normalverbraucher auch keine Linus-Fachsprache beherrscht. Ich jedenfalls habe mich kürzlich wohlwollend mit mehreren (bekannten) Linux-Distributionen auf meinem Tablet intensiv auseinandergesetzt, habe verzweifelt und abgeschlossen. Win7 her und ich konnte nach kurzer Zeit arbeiten.
5. Google+ vs Facebook
na_ja_ 22.07.2011
Gerade weil ich öffentliche Artikel auch ohne Account lesen kann werde ich doch auf G+ aufmerksam. Antworten kann ich aber nur nach Anmeldung. G+ ist sowohl für Facebook als auch für Twitter eine riesen Gefahr, denn es greift beide an und ist für eine Beta schon sehr gut. Mir scheint der Schreiberling hat keine Ahnung von dem Google+ Konzept.
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Zum Autor
Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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Soziale Netzwerke
Facebook
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
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Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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