Netzwelt-Ticker Windows 7 überholt Mac OS X

Am Wochenende surften zum ersten Mal mehr Windows-7- als Mac-OS-X-Nutzer durchs Netz. Außerdem: Ein Automat kann Gelände per Laser-Radar kartieren, das Silverlight-Wunder vom iPhone, Thunderbird 3 und eine Warnung vor elektronischen Ausweiskarten. Das und mehr im Überblick.

Windows 7: Schon jetzt auf mehr Computern installiert als Mac OS X
dpa

Windows 7: Schon jetzt auf mehr Computern installiert als Mac OS X


Glaubt man den Zahlen der Internet-Marktfoschungsfirma Net Applications, dann hat Microsofts neues Betriebssystem Windows 7 über das Wochenende einen Marktanteil von über fünf Prozent erreicht - offenbar mehr als der aller Mac-OS-X-Versionen von Konkurrent Apple zusammen. Deren Anteil kommt kaum über die Fünf-Prozent-Hürde. Am Samstag und Sonntag waren jedoch 5,14 Prozent der von den Netzvermessern untersuchten, mit dem Internet verbundenen Computer Windows-7-Rechner, sagte Net Applications der " Computerworld": "Man kann sicher sagen, dass das Windows-7-Tageshoch über dem Wochenhoch der Macs lag." Noch fehlen tagesgenaue Daten, um Windows- und Mac-Anteile exakt vergleichen zu können.

Zweifelsohne wird Windows 7 aber die Macs überholen: Neun von zehn Internetcomputern sind derzeit Windows-Rechner. Wenn auch nur ein kleiner Teil von ihnen auf Windows 7 aufrüstet, ist es um das kleine Apple-Microsoft-Gleichgewicht der bisher weniger stark verbreiteten Betriebssysteme geschehen.

Aber was sagen solche Zahlen überhaupt? Betrachtet man die Umsätze, die mit Desktop-Computern gemacht werden, steht Apple äußerst gut da: Fast die Hälfte des Geldes, das im Oktober in den USA für Desktop-Computer ausgegeben wurde, floss in Apples Kasse. Das liegt zwar sicherlich auch an den neuen, schnellen iMacs. Trotzdem sind diese Zahlen beeindruckend, bedenke man nur, dass sich unzählige Rechnerhersteller die eine Hälfte des PC-Marktes teilen müssen, während Apple die andere Hälfte alleine einsteckt.

Fahrbarer Kartierungsautomat

Heise.de berichtet von einem fernsteuerbaren Kartografierroboter, der mit Hilfe eines Lidars, einer Art Laser-Radar, die Umgebung erfassen und die so ermittelten Daten in Landkarten umwandeln kann.

Das ROAMS, Remotely Operated Autonomous Mapping System (ferngesteuertes autonomes Kartierungssystem), wurde im Auftrag der US-Armee am Stevens Institute of Technology in Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey entwickelt. Durch die Verwendung eines nur 6.000 Dollar teuren 2D- statt des 100.000 Dollar teuren 3D-Lidar-Systems kostete der Prototyp nur 15.000 bis 20.000 Dollar - und kann trotzdem 3D-Scans der Umgebung anfertigen. Die Ergebnisse so eines Lidar-Scans zeigt ein hübsches YouTube-Video - dort sieht man auch eine viel sympathischere Anwendung des Lidars als surrealen Effekt in einem Radiohead-Musikvideo.

Microsoft arbeitete mit Apple an Silverlight für iPhone

Fast drei Jahre nach der Veröffentlichung des ersten iPhones versteht Apples Smartphone noch immer kein Flash - und damit keine animierten Websites, kaum Web-Anwendungen und schon gar nicht Web-Videos. Ausgerechnet Microsoft hat sich nun angeschickt, zumindest die letzte Lücke zu schließen und Videos über den hauseigenen Flash-Konkurrenten Silverlight aufs iPhone zu übertragen.

Wie ist das möglich? Lodert um die beiden Computergiganten nicht das ewige Feuer der Abneigung und Missgunst? Laut Microsoft-Manager Brian Goldfarb offenbar nicht: "Wir haben mit Apple zusammengearbeitet," sagte er Betanews auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz PDC 2009. Allerdings sind Silverlight-Videos auf dem iPhone kein Flash-Ersatz: In Wirklichkeit übertragen Silverlight-Websites fragliche Videos künftig einfach so, dass sie das iPhone versteht. Das übrigens leisten manche Porno-Websites schon seit geraumer Zeit. Wo sehr viel oder sehr wenig Geld ist, da sind die Ideen …

E-Mail-Alternative Thunderbird 3 fast fertig

Die finale Version des kostenlosen E-Mail-Programms Thunderbird steht kurz vor der Fertigstellung. Am Dienstag haben die Entwickler von Mozilla (Firefox) den ersten Release-Kandidaten, eine Vorabveröffentlichung, freigegeben: Der zeigt, wie die E-Mail-Tabs (Reiter) funktionieren, was es mit den neuen Suchfunktionen, dem Migrationsmanager und den vielen, vielen Verbesserungen des Firefox-Bruders auf sich hat.

Thunderbird 3 ist ein E-Mail-Programm wie Microsoft Outlook - nur nicht so schwergewichtig und umfangreich. Thunderbird ist schnell, relativ klein und kann, wie auch Firefox, nach Wunsch um zahlreiche Zusatzfunktionen erweitert werden. Vor allem aber ist Thunderbird Open Source und kostenlos. Golem.de hat ein paar Bilder von der neuen Version ins Netz gestellt.

Wer nicht all zu viel mit E-Mails hantieren muss und auf eine nahtlose Verbindung von Browser und E-Mail-Programm wert legt, sollte übrigens sein Glück mit der neuen Version von Opera Unite versuchen: Da sind die E-Mails nur ein weiterer Browser-Reiter - praktisch!

EU-Positionspapier zu elektronischen Ausweisen

Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) nimmt in einem Positionpapier ( PDF-Datei, 761 KB) die Datenschutz- und Sicherheitsrisiken von elektronischen Ausweiskarten auseinander. Wer sich im Internet ausweisen will, etwa um auf E-Mails, Onlinebanking oder gespeicherte Daten zuzugreifen, tut dies gewöhnlich mit einer Kombination aus Nutzername und Passwort - das gilt als unsicher. Schadprogramme wie beispielsweise Banking-Trojaner ernten diese Zugangsdaten längst vollautomatisiert und millionenfach ab.

Sicherer sind elektronische Ausweiskarten (eIDs), die etwa nur einmalig und nur kurzfristig gültige Zugangs-PINs erzeugen. Doch auch die eIDs sind verwundbar. Der Report macht gleich sieben prinzipielle Schwachstellen der Karten aus: in der elektronischen Architektur der Karte, in den Angeboten, die eIDs nutzen, den Verschlüsselungssystemen, auf den Privat-PCs und ganz trivial: durch plumpen Kartenklau. Wer diese Risiken nicht kennt, lebt auch mit eIDs nicht sicherer.

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