Netzwelt-Ticker Windows-Nutzer lästern über Skype-Probleme

Vor allem Windows-Nutzer hatten am Mittwoch plötzlich massive Probleme mit Skype. Microsoft hat's schon kaputtgemacht, spottet die Twitter-Sphäre. Außerdem: Facebooks Anwälte kämpfen gegen gierigen Holzhändler, Amazon eröffnet Mac Download Store und Apple verklagt einen Teenie.

Microsoft- und Skype-Icons: "Now you know it's a #Microsoft product"
DPA

Microsoft- und Skype-Icons: "Now you know it's a #Microsoft product"

Von Carolin Neumann


Zahlreiche Skype-Nutzer weltweit hatten am Donnerstag Probleme beim Einloggen in ihr Konto und konnten nicht telefonieren, offenbar vor allem auf Rechnern mit dem Betriebssystem Windows. Laut dem britischen "Telegraph" war auch die Website des VoIP-Anbieters zwischenzeitlich offline. Skype schreibt im offiziellen Firmenblog zu dem Ausfall, dass nur "ein kleiner Anteil" der Kundschaft betroffen gewesen sei und das Problem inzwischen behoben wurde. Sogleich wurde spekuliert: Microsoft habe mit der Integration von Skype begonnen, deswegen die Ausfälle. Der Konzern hatte den Online-Telefonie-Dienst vor knapp drei Wochen für spektakuläre 8,5 Milliarden Dollar gekauft.

Ausgerechnet Microsoft, hieß es damals von vielen Seiten. Wie lange das Unternehmen wohl brauchen würde, um das beliebte Programm zu ruinieren, wurde gefragt. Wenig überraschend spottet jetzt die globale Twittersphäre: "Seems like #skype crash is global. Now you know it's a #Microsoft product", twittert einer, "Zufall? Ich glaube nicht" andere. Microsoft habe seine allgemeine Absturzsammlung zu Skype hinzugefügt, lautet ein weiterer Tweet. Und bei Facebook gründete sich sogar sogleich eine "Microsoft destroyed Skype"-Seite, allerdings quasi ohne Zuspruch der sonst so meckerfreudigen Nutzerschaft.

Inzwischen wurde der Skype-Client für Windows übrigens aktualisiert, eine fehlerfreie neue Version für Mac-Nutzer soll im Laufe des Freitags folgen. Für Linux gibt es vorerst nur eine Notlösung.

Zuckerberg, der Holzhändler und "ein dreister Betrug"

Mark Zuckerberg ringt weiter mit Paul Ceglia, dem früheren Holzhändler, der einen stattlichen 50-Prozent-Anteil an Facebook für sich beansprucht. Anders als bei seiner ersten Klage vor rund einem Jahr hat der New Yorker Geschäftsmann sich diesmal Unterstützung von prominenten Anwälten geholt, was den Vorwürfen deutlich mehr Gewicht verleiht. Entsprechend werden Facebooks Anwälte nicht müde, Ceglia als Betrüger darzustellen, dem schon mehrere Vergehen zur Last gelegt wurden. In einer gerichtlichen Stellungnahme bezeichnen sie die Klage jetzt einen "dreisten und unerhörten Betrug" und sprechen von "Verfehlungen über Grenzen und Jahrzehnte".

Dass Zuckerberg und der Kläger in der Vergangenheit geschäftlich miteinander zu tun haben, wird inzwischen nicht mehr geleugnet. Ceglia jedoch behauptet, Zuckerberg habe ihm im Rahmen der kurzen gemeinsamen Arbeit auch "The Face Book" vorgestellt - er habe schließlich investiert und sei laut einem geschlossenen Vertrag zu Prozenten an der Firma berechtigt. Weder von dem Schriftstück noch von als Beweismittel vorgelegten E-Mails zwischen den angeblichen Geschäftspartnern will Zuckerberg etwas wissen.

Amazon nimmt Mac-Downloads ins Programm

Amazon provoziert Apple: Inmitten der gerichtlichen Querelen um die Marke "App Store" eröffnet das Online-Kaufhaus eine Unterabteilung, die als direkte Konkurrenz zu Apples neuem Mac App Store verstanden werden kann. Unter "Mac Game Downloads" und "Mac Software Downloads" werden auch solche Anwendungen angeboten, die im Original-Store von Apple nicht zugelassen sind. Das wohl prominenteste Beispiel derzeit: Microsoft Office.

Neuer Facebook-Killer?

Rund ein Jahr ist es her, dass der vermeintliche Facebook-Killer Diaspora seine ersten Schritte ging. Dia-was? Genau. Jetzt steht das nächste Start-up in den Startlöchern, um es Diaspora gleichzutun. Nur besser natürlich. Altly heißt das Produkt, das noch keines ist. Seine Entwickler haben einiges über die lasche Sicherheitspolitik von Facebook zu sagen - und wollen eine Alternative mit einem "grundlegend anderen Blick für Privatsphäre" bieten. Wir haben übrigens nur die Kurzfassung der Altly-Politik gelesen - wer sich brennend für ungelegte Eier interessiert, für den gibt es auch ein ausführliches, fünf DIN-A4-Seiten langes Manifest.

Wo wir gerade bei Alternativen sind: Ein weiteres, recht neues Social Network, das einen einzigartigen Ansatz verspricht, heißt Path, stammt von einem früheren Facebook-Angestellten und soll uns im Grunde noch intimer werden lassen im Web. Weil man wissenschaftlichen Studien zufolge unmöglich mit mehr als 50 Menschen gleichzeitig befreundet sein kann, werden die Freundschaften in diesem App-basierten Netzwerk kurzerhand auf maximal 50 reduziert.

Familie wegen Verkauf von iPhone-Zubehör verklagt

Beim Thema Produktpiraterie versteht Apple keinen Spaß. Ein amerikanischer Teenager, der weiße Schalen fürs iPhone 4 verkaufte und damit rund 130.000 US-Dollar verdient haben soll, bekommt das gerade zu spüren. Das Blog "Mac Rumors" beschreibt, wie das Unternehmen den Jungen und seine Eltern verklagt. Den Gewinn abtreten und Schadensersatz zahlen sollen sie; es sei denn, Apple und die Familie einigen sich. Ob das schon geschehen ist und um welche Summen es dabei geht, bleibt unklar.

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insgesamt 4 Beiträge
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elgarak 27.05.2011
1. Nicht Zugelassen? Blödsinn.
"Unter "Mac Game Downloads" und "Mac Software Downloads" werden auch solche Anwendungen angeboten, die im Original-Store von Apple nicht zugelassen sind." Soso, ein App, das nicht in Apple's Appstore auftaucht ist also automatisch "nicht zugelassen" von den pöhsen Apple-Zensoren. Das die Entwickler das Apps es einfach nicht für notwendig halten, ihr App in den Appstore einzustellen, kommt also gar nicht vor.
Peter Boots 27.05.2011
2. iPhone 4 Schale: Produktpiraterie oder Diebstahl?
Zitat von sysopVor allem Windows-Nutzer hatten am Mittwoch plötzlich massive Probleme mit Skype. Microsoft hat's schon kaputt gemacht, spottet die Twittersphäre. Außerdem: Facebooks Anwälte kämpfen gegen gierigen Holzhändler, Amazon eröffnet Mac Download Store, und Apple verklagt einen Teenie. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,765243,00.html
Laut dem Bericht von MacRumurs und Apple's Klage -- verlinkt im Bericht -- hat der Teenager die Teile vom iPhone Hersteller Foxconn bezogen so hat dies also weniger mit Produktpiraterie als gewoehnlichem Diebstahl zu tun. Peter NYC
dr. dr. 29.05.2011
3. win problem?
falls jemand noch immer das skype problem hat: einfach %appdata% bei start/suchen eingeben, dann erscheint ein roaming ordner, da in den skype ordner und da shared.xml löschen. das file wird beim nächsten skype start wiederhergestellt, und skype funktioniert wieder einwandfrei.
splendid98 08.06.2011
4. diaspora
ist übrigens nicht in der versenkung verschwunden sondern wächst und gedeiht. Es hat sich eine rege alpha-community zusammengefunden die das ausgiebig testet und weiterentwickelt. jeder kann dabei sein z.B unter https://pod.geraspora.de/, dem bekanntesten deutschen pod (=quasi ein diapora anbieter). erst wenn das ganze den beta status erreicht sollte man über den erfolg oder nichterfolg urteilen!
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