Netzwerk-Marke Facebook schützt sich die Marke "Face"

2005 gestellt, nun erteilt: Der Internet-Riese Facebook kommt mit seinem Schutzantrag für die Wortmarke "Face" beim US-Patentamt ein Stück weiter. Das ist in den USA normal - ungewöhnlich wirken Facebooks Methoden beim Streit mit vermeintlichen Plagiatoren wie der Parodieseite "Lamebook".

Facebook-Boss: Mark Zuckerberg hat gut 500 Millionen Nutzer und eine neue Wortmarke
REUTERS

Facebook-Boss: Mark Zuckerberg hat gut 500 Millionen Nutzer und eine neue Wortmarke


Das Online-Netzwerk Facebook hat das englische Wort "Face" (Gesicht) in den USA als Marke schützen lassen. Das US-Patentamt stellte dem Unternehmen einen Erlaubnisbescheid für die Wortmarke "Face" aus. Gültig ist der Schutzantrag im Zusammenhang für Angebote wie "Telekommunikationsdienstleitungen", "Online-Chaträumen" und "elektronischen Foren".

Der Erlaubnisbescheid bekundet, dass der 2005 gestellte Markenantrag eine Phase überstanden hat, in der Einwände gegen das Vorhaben vorgebracht werden konnten. Nun hat Facebook sechs Monate Zeit, um den nächsten Schritt der Prozedur abzuschließen.

Facebook war in der Vergangenheit auch gegen Unternehmen vorgegangen, die das Wort "Book" (Buch) auf ihren Websites nutzen. So hatte Facebook im August das Lehrer-Netzwerk Teachbook.com verklagt. Auch die Betreiber der Facebook- Parodie "Lamebook" haben Ärger mit Facebook. Der Netzriese wirft der Satire-Seite vor, seine Markenrechte zu verletzen. Inzwischen tragen Anwälte die Sache aus.

Für einige Tage waren aber auch gut 500 Millionen Facebook-Nutzer von dieser Auseinandersetzung betroffen. Facebook hatte kurzerhand allen Mitgliedern die Möglichkeit genommen, Verweise auf die Seite Lamebook in ihren Profilseiten zu veröffentlichen. Inzwischen ist die Link-Blockade allerdings wieder aufgehoben. Facebooks Technikchef Bret Taylor bezeichnet das Vorgehen in einer Stellungnahme als "Fehler".

Diesen Fehler erklärt der Facebook-Manager recht umständlich: "Im Zusammenhang mit einer normalen Markenrechtsverletzungs-Sache in Bezug auf einige Links, die bei Facebook veröffentlicht wurden, haben wir alle Erwähnungen des Ausdrucks 'Lamebook' bei Facebook blockiert." Aber, so versichert Taylor, man sehe sich der "freien Meinungsäußerung" verpflichtet, die wolle man auf Facebook fördern.

lis/AFP/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
tauschspiegel 25.11.2010
1. grotesk
Zitat von sysop2005 gestellt, nun erteilt: Der Internet-Riese Facebook kommt mit seinem Schutzantrag für die Wortmarke "Face" beim US-Patentamt ein Stück weiter. Das ist in den USA normal -*ungewöhnlich wirken Facebooks Methoden beim Streit mit vermeintlichen Plagiatoren wie der Parodieseite "Lamebook". http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,731138,00.html
*** ich verstehe nicht warum aufgeklärte user sich immer noch mit der datenkrake facebook abgeben. ein unding auch, dass ein anbieter wie teachbook jetzt von facebook juristisch belangt wird. hier geht es nicht mehr um geistiges eigentum sondern um allmachtsphantasien. angesichts des wohl offensichtlichen ideenklaus des gründers muten solche aktionen geradezu grotesk an...
DrStrang3love 25.11.2010
2.
Wie schön. Dann kann Facebook demnächst ja alle Firmen, die ein Produkt mit dem Namensbestandteil "Face" anbieten, schön verklagen. So wie es Apple schon mit "Pod" gemacht hat, und die Telekom mit der Farbe Magenta. Wie hirnverbrannt ist dieses Markenrecht eigentlich?
karbro 25.11.2010
3. So so...
Wenn die auch gegen den Begriff book vorgehen, wie sieht es denn mit dem Macbook aus? Und mit E-Book Readern? Ich find es affig das man in USA so allgemeine Begriffe schützen lassen kann.
abfallverwertung 25.11.2010
4. Absurd
Man stelle sich vor, jemand hätte ein Patent auf das Rad. Dann müsste jeder, der etwas herstellt, was Räder hat, Lizenzgebühren zahlen. Absurd. Patent- und Urheberrecht beruht einzig und allein auf profitorientiertem Egoismus. Dieser Schmarren gehört schon lange abgeschafft, denn es blockiert nur den Fortschritt. Kann sich Apple mit seinem dummen "i"-Produktnamen eigentlich den Buchstaben "i" schützen lassen? Und wie wäre es, wenn der Internetanbieter 1 und 1 sich die Zahl 1 schützen lässt? Müssen wir dann alle Lizenzgebühren zahlen, wenn wir irgendwo diese Zahl verwenden? Solche Leuten mit ihren Totalmacht-Allüren sollte man den Hahn abdrehen und sie enteignen.
DrStrang3love 26.11.2010
5.
Zitat von abfallverwertungMan stelle sich vor, jemand hätte ein Patent auf das Rad. Dann müsste jeder, der etwas herstellt, was Räder hat, Lizenzgebühren zahlen. Absurd. Patent- und Urheberrecht beruht einzig und allein auf profitorientiertem Egoismus. Dieser Schmarren gehört schon lange abgeschafft, denn es blockiert nur den Fortschritt. Kann sich Apple mit seinem dummen "i"-Produktnamen eigentlich den Buchstaben "i" schützen lassen? Und wie wäre es, wenn der Internetanbieter 1 und 1 sich die Zahl 1 schützen lässt? Müssen wir dann alle Lizenzgebühren zahlen, wenn wir irgendwo diese Zahl verwenden? Solche Leuten mit ihren Totalmacht-Allüren sollte man den Hahn abdrehen und sie enteignen.
Ich hoffe, Sie sitzen: http://svc014.wic052p.server-web.com/archive/AUI_2001100012.pdf
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