Netzwerk-Sicherheitslücken: Telekom und Vodafone geben Entwarnung

Millionen von Netzwerkgeräten sollen aufgrund von Sicherheitslücken verwundbar für Angriffe von außen sein. Betroffen sind unter Umständen auch Nutzer von DSL-Routern. Telekom, Vodafone und Kabel Deutschland geben nun Entwarnung: Ihre Geräte seien sicher.

Netzwerkkabel: Fehler in UPnP-Implementierungen machen es Angreifern leicht Zur Großansicht
dapd

Netzwerkkabel: Fehler in UPnP-Implementierungen machen es Angreifern leicht

Hamburg - Eine Sicherheitsfirma warnt aktuell vor schweren Sicherheitslücken im Zusammenhang mit dem UPnP-Protokoll (Universal Plug and Play). Diese Technik sorgt dafür, dass sich Geräte in Netzwerken zusammenschließen können. In bestimmten Fällen könnten Angreifer über mehrere Lücken in UPnP-Software via Internet in solche Netzwerke eindringen, 40 bis 50 Millionen Geräte seien betroffen.

Die Deutsche Telekom geht derzeit nicht von einer Gefährdung ihrer Kunden aus, wenn diese die von dem Unternehmen ausgelieferten Router der Speedport-Serie nutzen. UPnP-Funktionen seien bei den Speedport-Modellen nicht im Internet aktiv, so eine Sprecherin. "Einige der in den Berichten genannten kritischen Funktionen sind bei unseren Geräten so nicht implementiert."

Allerdings empfiehlt die Telekom Kunden, die DSL-Router von anderen Herstellern nutzen, sich an den Support des jeweiligen Herstellers zu wenden.

Die Easybox 904, die Kunden von Vodafone seit rund einem Jahr bekommen, sei von dem Problem nicht betroffen. Das teilte ein Sprecher des Unternehmens nach Rücksprache mit dem Hersteller mit. Die Funktion sei standardmäßig nicht aktiviert. Man habe über Nacht außerdem Testreihen mit aktivierter UPnP-Funktion durchgeführt, das beschriebene Fehlverhalten konnte dabei nicht festgestellt werden. Auch die davor ausgelieferten Router weisen die UPnP-Sicherheitslücken nach Angaben von Vodafone nicht auf.

AVM, der Hersteller der Fritz-Box, teilte am Mittwochnachmittag mit, dass keine ihrer Boxen von den Sicherheitslücken betroffen seien. Die betroffene Programmbibliothek sei bei den Routern der Firma noch nie zum Einsatz gekommen, das interne Netzwerk außerdem mit einer Firewall vom Internet getrennt.

Kabel Deutschland teilte am Donnerstagabend mit, es sei keine Sicherheitslücke in von Kabel Deutschland ausgelieferten Routern mit integriertem Kabelmodem nachweisbar.

Die US-Regierung hatte am Dienstag nach dem Bericht der Sicherheitsforscher eine seltene offizielle Warnung ausgesprochen. Das Heimatschutzministerium empfahl Computernutzern, UPnP wenn möglich zu deaktivieren, bis die Hersteller Software-Updates bereitgestellt haben. Kritisch werden die Lücken vor allem dann, wenn das betroffene Gerät direkt ans Internet angeschlossen ist, zum Beispiel bei Internet-Routern.

ore

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. O2
partey 30.01.2013
Es wäre sehr schön, wenn SpOn auch bei O2(Alice) nachhaken könnte. Ich habe auf Nachfrage leider keine Antwort erhalten.
2. LibUPnP kein Problem bei 1und1
Emil Peisker 30.01.2013
Zitat von sysopdapdMillionen von Netzwerk-Geräten sollen aufgrund von Sicherheitslücken verwundbar für Angriffe von außen sein. Betroffen sind unter Umständen auch Nutzer von DSL-Routern. Telekom und Vodafone geben nun Entwarnung: Ihre Geräte seien sicher. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzwerk-sicherheitsluecke-telekom-und-vodafone-geben-entwarnung-a-880493.html
Auch die von *1und1* verwendeten Router avm [b]"Fritz BOX"[B] haben mit dem Programm LibUPnP kein Problem. Es wird in Fritz Boxen schlicht nicht verwendet.
3. sorry
Emil Peisker 30.01.2013
Zitat von Emil PeiskerAuch die von *1und1* verwendeten Router avm [b]"Fritz BOX"[B] haben mit dem Programm LibUPnP kein Problem. Es wird in Fritz Boxen schlicht nicht verwendet.
4. FRITZ!Boxen sind auch nicht von UPnP-Lücke betroffen
funkruf 30.01.2013
Auf der Webseite von AVM ist seit eben zu lesen: [...] Keine FRITZ!Box ist von der beschriebenen Sicherheitslücke betroffen, da die verursachende Bibliothek „libupnp“ bei unseren Routern noch nie zum Einsatz kam. Auch ist die Firewall der FRITZ!Box immer aktiv und lässt sich nicht deaktivieren. Heimnetzwerkprotokolle wie UPnP sind grundsätzlich nicht aus dem Internet erreichbar. [...]
5. Niemand hat die Absicht, in ihren Router einzubrechen
verhetzungsschutz 30.01.2013
Zitat von sysopdapdMillionen von Netzwerk-Geräten sollen aufgrund von Sicherheitslücken verwundbar für Angriffe von außen sein. Betroffen sind unter Umständen auch Nutzer von DSL-Routern. Telekom und Vodafone geben nun Entwarnung: Ihre Geräte seien sicher. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzwerk-sicherheitsluecke-telekom-und-vodafone-geben-entwarnung-a-880493.html
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß ein vorher nicht UPnP-fähiger Router der Telekom, nämlich ein Speedport W503V Typ A nach Update der Firmware auf Version 66.04.78 (derzeit immer noch letzter Stand) nunmehr seltsamerweise SSDP-Anouncements im Netzwerk verschickt, sich also als UpnP-Gerät im internen Netzwerk darstellt. Diese Funktion ist weder dokumentiert, noch lässt sie sich im Router-Setup abschalten. Außerdem antwortet der Router auf den Ports 49000 und 49443 mit XML-Dateien bei entsprechenden Anfragen. Ich habe derzeit zwar keinen Anhaltspunkt, daß UPnP auch im Internet an der WAN-Schnittstelle bereitgestellt wird, halte aber ganz generell zumindest jene Router für ein Sicherheitsrisiko, bei denen der Anwender nicht die vollständige Kontrolle über alle Funktionen hat und diese ggf. auch deaktivieren kann. In Zusammenhang mit Aspekten der Fernkonfiguration lässt sich nachvollziehen, daß Provider wie die Telekom mehr Interesse daran haben, daß willige Kunden die Vorzüge einer Plug-and-Play-Illusion irgendwelchen Sicherheitsaspekten vorziehen, zumal nicht vorhandene Optionen auch nicht zu Supportanfragen dazu führen können. Trotzdem ist die Frage aber nun unbeantwortet, ob sich nicht auch ein im internen Netzwerk aktives UPnP als echte Sicherheitslücke darstellt, wenn der Anwender auf eine dazu präparierte Website surft und diese dann den Router von innern aus umkonfiguriert. Vergleiche dazu die einschlägige Presseberichterstattung: 1. Ungewollte Fernkonfiguration für Heim-Router [Update] | heise online (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ungewollte-Fernkonfiguration-fuer-Heim-Router-Update-178571.html) 2. DSL fernkonfiguriert | heise Netze (http://www.heise.de/netze/artikel/DSL-fernkonfiguriert-221789.html)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Computersicherheit
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 13 Kommentare
Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.