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Werbefilter: Neue Vorwürfe gegen Adblock Plus

Haben US-Konzerne sich mit Millionen beim deutschen Werbeblocker Adblock Plus freigekauft? Das wirft ein deutscher Blogger der Firma vor - Beweise gibt es nicht, aber Indizien.

Logo von Adblock Plus: Werbeunternehmen zahlen an den Werbefilter Zur Großansicht
DPA

Logo von Adblock Plus: Werbeunternehmen zahlen an den Werbefilter

Hamburg - Die umstrittene Software Adblock Plus blendet Online-Werbung auf Websites aus. Der deutsche Anbieter des Programms begründet das damit, dass die Online-Reklame viele Kunden nerve. Allerdings lassen die vom Betreiber mitgelieferten Filterlisten standardmäßig durchaus Online-Reklame zu; es gibt eine Liste mit sogenannter "nicht aufdringlicher" Werbung. Offenbar zahlen einige Unternehmen dafür eine Menge Geld an die Adblock-Plus-Macher.

Der deutsche Blogger Sascha Pallenberg behauptet unter Berufung auf "außergewöhnlich gut unterrichtete Kreise", Google habe der Firma "25 Millionen Dollar" für die Freischaltung seiner Werbeanzeigen gezahlt. Laut Pallenberg sollen auch Ebay und Amazon "Millionen" gezahlt haben, auch Yahoo ist Pallenberg zufolge ein Partner der deutschen Filterfirma.

Die Firmen haben Fragen von SPIEGEL ONLINE zu den Vorwürfen bis zur Veröffentlichung nicht beantwortet. Nur Ebay reagiert: Es sei "nie Geld für die Aufnahme von eBay in die 'Acceptable Ads'-Liste" geflossen, es bestehe kein Vertrag zwischen eBay und den Betreibern von Adblock Plus.

Aus dem Umfeld der Firma hinter Adblock Plus heißt es, die von Pallenberg genannten Summen seien komplett falsch. Ein Dementi klingt anders - offenbar fließt manchmal Geld. Das hat das Unternehmen auch nie dementiert. Auf den Seiten von Adblock Plus wird hier angedeutet, dass man für die Administration der Liste von einigen Firmen kassiert.Welche Unternehmen für die Ausnahmen zahlen müssen und welche nicht, sagt Adblock Plus nicht. Die Kölner Firma gibt offen zu, für die Freischaltung zu kassieren. Auf der Website heißt es:

"Die Freischaltung ist für kleinere und mittlere Webseiten und Blogs kostenlos. Jedoch fordert die kontinuierliche Betreuung dieser Listen erheblichen Aufwand unsererseits und diese Aufgabe kann nicht vollständig von Freiwilligen übernommen werden, wie es etwa bei den gewöhnlichen Filterlisten der Fall ist."

Adblock Plus betont, auch die zahlenden Firmen müssten die Richtlinien für unaufdringliche Werbung erfüllen. Wenn man eine Google-Suche nach "Gebrauchtwagen kaufen" mit aktiviertem Adblock Plus und freigeschalteter "unaufdringlicher Werbung" startet, nehmen Anzeigen etwa drei Viertel der Seite mit den Suchergebnissen ein. Gelb hinterlegte Anzeigen über den Suchtreffern, eine Reihe von Anzeigen rechts daneben, gerade einmal vier echte Suchtreffer passen auf die erste Bildschirmseite auf einem Monitor mit immerhin 1280 x 1024 Pixeln Auflösung. Das ist laut den Adblock-Plus-Regeln zulässig.

lis

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insgesamt 43 Beiträge
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1. Adblock Edge
shakan01 31.01.2014
Zitat von sysopDPAHaben US-Konzerne sich mit Millionen beim deutschen Werbeblocker Adblock Plus freigekauft? Das wirft ein deutscher Blogger der Firma vor - Beweise gibt es nicht, aber Indizien. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/neue-freikauf-vorwuerfe-gegen-adblock-plus-a-950377.html
Interessant, dass im ganzen Artikel der beliebte Fork "Adblock Edge" nicht erwähnt wird. Anders als in Plus wird hier auf das Whitelisting gegen Kohle verzichtet. Aber da handelt Spiegel Online wahrscheinlich nur im eigenen Interesse.
2. Na und?
Greed 31.01.2014
Da man diese Werbung durch einen Mausklick komplett abschalten kann, ist das wohl kein großes Problem. Besonders nicht wenn die Werbung dazu noch "unaufdringlich" ist. Das haben einige Medien (auch SPON) noch nicht begriffen, kommt einem die Werbung doch jedesmal entgegengeflogen.
3. Wo ist hier eigentlich das Problem?
sg17681 31.01.2014
Man nimmt im Browser bei den Filtereinstellungen des Adblock Plus Add-Ons den Haken bei "Einige nichtaufdringliche Werbung zulassen" weg und Ruhe ist.
4. Ja es gibt auch seriöse Adblocker
olaf_olafson 31.01.2014
Zitat von shakan01Interessant, dass im ganzen Artikel der beliebte Fork "Adblock Edge" nicht erwähnt wird. Anders als in Plus wird hier auf das Whitelisting gegen Kohle verzichtet. Aber da handelt Spiegel Online wahrscheinlich nur im eigenen Interesse.
Ich nutze z.B. AdBlock, das es für Chrome und Safari gibt. Hat mit Adblock Plus rein garnichts zu tun, kommt von unabhängigen Entwicklern und hat auch keine vorgegebenen Whitelists. Es dürfte noch einige weitere dieser Art geben.
5.
gorkamorka 31.01.2014
Zitat von olaf_olafsonIch nutze z.B. AdBlock, das es für Chrome und Safari gibt. Hat mit Adblock Plus rein garnichts zu tun, kommt von unabhängigen Entwicklern und hat auch keine vorgegebenen Whitelists. Es dürfte noch einige weitere dieser Art geben.
Ja, da gibt es einige. Adblock Edge ist mein Favorit. Darüberhinaus verstehe ich den Ärger mit AdBlock Plus nicht. In den Einstellungen gibt es einen Haken "einige unaufdringliche Werbung zulassen". Wenn man den weglässt, kommt gar keine Werbung durch. Finde ich doch eigentlich sehr fair, irgendwovon müssen die Programmierer von Adblock Plus ja auch leben.
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