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Neues Patent: Amazon will schon vor der Bestellung liefern

Arbeiterin im Amazon-Versandzentrum bei Berlin: Liefern auf Verdacht Zur Großansicht
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Arbeiterin im Amazon-Versandzentrum bei Berlin: Liefern auf Verdacht

Bevor die Kunden ihre Wahl treffen, soll das passende Produkt schon auf dem Weg in ihre Richtung sein. Amazon wurde ein neues Patent zugesprochen, das ebenso pfiffig wie gruselig klingt.

Noch bevor ein Kunde überhaupt den Button "Kaufen" anklickt, soll die für ihn passende Ware schon auf dem Weg in Richtung seiner Wohnung sein. Dem Versandhändler Amazon wurde ein Patent (PDF) zugesprochen, das einen "vorausschauenden Versand" ("anticipatory shipping") ermöglichen soll. Das heißt: Bestimmte Waren werden schon einmal an ein Versandzentrum geschickt, in dessen Nähe sich ein oder mehrere Kunden höchstwahrscheinlich für das Produkt interessieren. Wird es dann schließlich bestellt, ist es umso schneller beim Empfänger.

Wie Amazon das herausfinden will, erklärt das "Wall Street Journal": Ausgewertet werden könnten demnach frühere Bestellungen, Umtäusche, Wunschzettel bei Amazon, der Inhalt der Einkaufswagen - und sogar, wie lange ein Kunde mit dem Mauszeiger auf einer Produktbeschreibung verweilt.

Das mag gespenstisch klingen - aber auch kaum verwunderlich. Dass Amazon versucht, seine Lieferzeiten zu optimieren, ist nicht neu. Wer online einkauft, muss immer eine Weile warten, bis er das Produkt in der Hand hält. Je kürzer diese Weile ist, umso niedriger ist das Risiko für den Versandriesen, dass die Kunden doch lieber schnell in ein normales Geschäft um die Ecke gehen, um einzukaufen.

Erst im Dezember hatte Amazon bekanntgegeben, mit Mini-Drohnen zu experimentieren, um die Lieferzeit zu verkürzen. Laut Firmenchef Jeff Bezos sollen es die unbemannten Flugobjekte möglich machen, bestellte Ware binnen 30 Minuten vom Versandzentrum bis zum Kunden zu transportieren.

juh

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1.
tetaro 18.01.2014
...klingt nach Minority Report. Aber, nachdem, was so aus den USA in der letzten Zeit bekannt geworden ist, würde mich nicht wundern, wenn man dort schon voraussagen kann, was jeder von uns die nächsten 50 Jahre so machen wird. Vielleicht gibt's bald Terminkalender, in die man nichts mehr eintragen muss, weil alles schon drinsteht, bevor man es selbst weiß.
2. !
janne2109 18.01.2014
bekloppt, sie sollen mal lieber ausführlicher einige ihrer Waren beschreiben, dann braucht man sie auch nicht zurück schicken, oder es von ihren Lieferanten verlangen.
3.
marthaimschnee 18.01.2014
Zitat von sysopREUTERSBevor die Kunden ihre Wahl treffen, soll das passende Produkt schon auf dem Weg in ihre Richtung sein. Amazon wurde ein neues Patent zugesprochen, das ebenso pfiffig wie gruselig klingt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/neues-patent-amazon-will-schon-vor-der-bestellung-liefern-a-944252.html
Das ist wohl die dämlichste Begründung, die man finden konnte. Ich hab noch keine Online-Bestellung gesehen, die es lieferzeitlich auch nur annähernd mit einem Geschäft um die Ecke aufnehmen könnte. Meist geht es bei letzterem um Minuten, während Online MINDESTENS ein Tag vergeht. Und dieser eine Tag vergeht immer, weil der Versand vom Händler zum Auslieferer normalerweise Nachts geschieht. Wenn überhaupt, dann geht es hier um einen winzigen Bruchteil der Bestellungen, deren Transportweg eh schon so kurz ist, daß es ein Lagerarbeiter mal eben vorbei bringen könnte.
4.
barlog 18.01.2014
Wie pervers ! Ich würde sogar gern eine 1 bis 2 Tage längere Lieferzeit in Kauf nehmen, wenn man damit erreichen könnte, daß die chronisch überlasteteten Sklaven in den Verpackungscentern und bei den Lieferdiensten menschenwürdigere Arbeitsbedingungen bekämen.
5. Und?
chb_74 18.01.2014
Solange ich immer noch selbst entscheiden darf, was ich letztendlich kaufe, ist es mir völlig egal, wie Amazon seine Logistik optimiert. Es lohnt also nicht, sich über diesen Ansatz "künstlicher Intelligenz" aufzuregen. Viel kritischer sollte man unnötige Warentransporte sehen, die dadurch zwangsläufig entstehen werden, wenn Ware ohne konkrete Bestellung schon mal auf ein Teilstück des potentiell möglichen Weges geschickt wird.
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