Neues rund um Google+: Mark Zuckerberg taucht unter

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg entdeckt die Privatsphäre-Einstellungen von Google+, noch ist das neue Netzwerk ein Männerverein, Trickbetrüger versprechen begehrte Einladungen. Und dann startet Google noch ein soziales Netzwerk, bei dem sich alles um mobilen Bildertausch dreht.

Facebook-Chef: Bei Googles Facebook ist Mark Zuckerberg abgetaucht Zur Großansicht
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Facebook-Chef: Bei Googles Facebook ist Mark Zuckerberg abgetaucht

Facebook-Gründer schützt seine Privatsphäre: Gerade war er noch der Google+-Nutzer mit den meisten Followern, jetzt hat Mark Zuckerberg sein Profil abgeschottet. Keiner seiner Einträge bei dem Netzwerk ist öffentlich einsehbar, ebenso wenig die Zahl der Menschen, die ihn in einen Circle hinzugefügt haben. Bisher führte er die Liste mit den meistbeachteten Google+-Nutzern an. Der Facebook-Firmenchef ist nicht der einzige, der seine Einstellungen geändert hat: Auch die Google-Mitarbeiter Matt Cutts, Larry Page, Sergey Brin, Vic Gundotra und Marissa Mayer haben ihre Profile ein Stück weit abgeschottet.

"Die Ironie-Messlatte ist gerade explodiert", ätzte "The Inquirer" am Mittwoch. Schließlich hat Mark Zuckerberg sich öffentlich bisher nicht als Verfechter von Privatsphäre präsentiert. Im Gegenteil: Facebook empfiehlt seinen Nutzern, möglichst viele Informationen mit der ganzen Welt zu teilen, neue Funktionen werden standardmäßig eingeschaltet. Erst das Durchsuchen der Optionen schafft Abhilfe.

Google+ ist noch ein Männer-Netzwerk: Knapp eine Millionen Profile des neuen sozialen Netzwerks hat sich ein Unternehmen namens Find People on Plus angesehen - und die Zusammensetzung der Google+-Gemeinde ausgewertet. 73,7 Prozent der Nutzer sind demnach männlich, etwa jedes vierte Mitglied gibt Ingenieur als Beruf an. Nur auf 306.000 der ausgewerteten Profilseiten geben die Nutzer ein Heimatland an. Diesen Angaben zufolge kommt die Hälfte der Nutzer aus den USA, knapp sechs Prozent aus Indien. Deutschland taucht in der Rangliste der zehn am häufigsten in Profilen genannten Länder nicht auf - woraus man mit aller Vorsicht schließen könnte, dass weniger als 1,1 Prozent der Nutzer von Google+ aus Deutschland kommen.

Das inoffizielle Verzeichnis von Google+ bietet unter anderem eine Suche nach Nutzern an, die auf der Suche nach einem Date sind. Außerdem lassen sich Profile nach Städten, Ländern und diversen anderen Merkmalen auswählen - wenn diese denn von den Profil-Inhabern öffentlich gemacht wurden. Der praktische Dienst hat nur einen Nachteil: Nach aktuellen Schätzungen gibt es bereits zehnmal mehr Nutzer als Find People on Plus in seiner Datenbank hat.

Neues Foto-Netzwerk von Google: Bisher ohne großes Trara hat Google ein neues soziales Netzwerk rund um Fotos gestartet. Noch befindet sich Photovine allerdings in einer geschlossenen Beta, auf der Website gibt es nur ein Formular, um sich auf die Warteliste für eine Einladung zu setzen. Ein Video zeigt, dass sich bei Photovine alles um das möglichst einfache Teilen von Schnappschüssen mit dem Smartphone dreht. Wie "Silicon Alley Insider" berichtet, handelt es sich um ein Projekt der Firma Slide, die von Google im vergangenen August aufgekauft wurde. Bisher deutet nichts auf eine Integration mit Google+ hin.

Vorsicht vor Google+-Einladungen: Online-Trickbetrüger, sogenannte Scammer, haben sich eine neue Maschen einfallen lassen. Auf Facebook macht ein Link auf eine inoffizielle Fanseite die Runde - die bereits von mehr als 80.000 Menschen angeklickt wurde, wie ZDNet berichtet. Wer dem Link folgt, soll seinen Freunden von dieser tollen Sache erzählen - tatsächlich gewährt man damit einer Anwendung weitgehenden Zugriff auf seinen Account. Opfer müssen nicht nur um ihre privaten Daten fürchten, sondern auch um ihren guten Ruf: Die Scammer können unter fremden Namen weitere Trick-Nachrichten verschicken.

ore

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Google+: So funktioniert das neue soziale Netz

Soziale Netzwerke
Facebook
DPA
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
DPA
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...
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