Nigeria-Connection Millionen auf der Einbahnstraße

Von Urs Zietan

2. Teil


Eine Firma in Nordrhein-Westfalen, die regelmäßig "business proposals" der nigerianischen Art erhält, hat einige der "streng vertraulichen" Angebote gesammelt. Hier paar Kostproben:

Vor zwei Jahren kam ein Angebot, in dem jemand sich als stellvertretender Direktor der "Nigerian National Petroleum Corporation" mit Namen "Collins Zubi" ausgab und wollte 40 Millionen US-Dollar transferieren. Der Empfänger sollte sich unter einer nigerianischen Telefonnummer melden und "Zubi" seine Privatnummer angeben. Die Dollars sollten außer Landes geschafft werden und lägen auf einem Konto der "Central Bank of Nigeria". Hätte jemand die hanebüchene Geschichte geglaubt, dann hätte er sein Konto angeboten, um das Geld zu parken. Als Lohn wurden 35 Prozent der Summe versprochen.

Auch ein "Fidelis Aloye" arbeitet bei der Petroleum Corporation. Auch er hat viel Geld, das er ins Ausland transferieren möchte - 38 Millionen US-Dollar. Die Provision, die er der Firma anbot, hätte 25 Prozent betragen.

Im vergangenen Jahr meldete sich ein "Nkuma Azaoku" aus Sierra Leone: Sein inzwischen verstorbener Vater habe ihm 164 Kilogramm Diamanten überlassen, die er nun nach Deutschland schaffen wolle. Die Steine lägen in Dakar, Senegal, das Opfer sollte 15 Prozent des Erlöses aus dem Verkauf der Edelsteine bekommen.

Weitaus knausriger ist da ein "Peter Igbinedion", der für ein ähnliches Geschäft "nur" 20 Prozent eines 21 Millionen Dollar-Vermögens anbietet.

IG Nigeria

Opfer der Nigeria-Connection haben sich in der IG Nigeria zusammengeschlossen. Telefon: 09822/5826.



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