#Foodporn im Livestream Nom, nom, nom, nom

Bloß nichts Gewöhnliches vorsetzen: Im Netz wird gutes Essen bis ins Detail inszeniert. Der #Foodporn-Trend setzt sich jetzt auch im Livestreaming durch. Was soll das?

CookingforNoobs bei Twitch

CookingforNoobs bei Twitch


Bei Jessie geht es nicht einfach um belegte Brötchen oder Rezepte, sondern um "das perfekte Veggie-Sandwich" und "gesunde Inspiration". Woche für Woche steht sie vor einer schlichten Wand und inszeniert ihren "Pflanzen-basierten Lifestyle" - im Livestream.

Jessie ist Foodbloggerin und seit kurzem auch zu sehen bei Nom, einem neuen Streamingdienst für Essensvideos des YouTube-Gründers Steve Chen.

Foodbloggerin Jessie bei Nom

Foodbloggerin Jessie bei Nom

Kein Wunder also, das Nom so etwas wie das YouTube der Foodnerds ist. Auf eigenen Kanälen können professionelle, wie Hobbyköche ihre Kreationen aus der Küche im Livestream vorführen, den Nomcasts. Jessie zeigt zum Beispiel "Better Breakfasts". Andere Livevideos zeigen "Asian Tapas", latino-asiatisch Fusion "Rakken Tacos" oder die Übertragung aus dem "Boku Supper Club", einem privaten Dinnerclub und Untergrundrestaurant in Philadelphia.

Nom ist nicht der einzige Anbieter, der an sozialen Essenvideos und Kochshows arbeitet. Auch der Dienst Twitch hat auf das Vordringen von Nom ins Livestreaming-Geschäft reagiert. Bislang war Twitch vor allem unter Spielern für seine Gaming-Inhalte bekannt, nun wird auch hier gekocht. Der neue "Food Channel" bietet ein 24/7-Programm mit Inhalten rund ums leibliche Wohl an. Den Auftakt macht ein Videomarathon des amerikanischen 60er-Jahre-Kochshow-Klassikers "The French Chef" mit Julia Child.

"The French Chef" auf Twitch

"The French Chef" auf Twitch

Danach sollen bereits aktive Nutzer aus dem Kochumfeld der Twitch-Community, wie DomesticDan und CookingForNoobs, den Channel übernehmen.

Dass Nom ein eigenes Netzwerk nur für Essen auf die Beine stellt und Twitch einen Kanal mit Vollprogramm, ist Ausdruck eines Trends. Essen ist schon seit ein paar Jahren großes Thema in sozialen Netzwerken. Unter dem Hashtag #foodporn findet man allein bei Instagram fast 85 Millionen Bilder von appetitlichem Essen. Wie wir uns ernähren, ist zu einem Statussymbol geworden und ein Ausdruck eines bestimmten Lebenstils. Je gesünder und besonderer die Zutaten, desto hipper auch die Person und umso mehr Likes.

Dass sich mit ansprechendem Essen und einer einfachen Anleitung zum Nachmachen jede Menge Nutzer anlocken lassen, beweist das Beispiel "Buzzfeed Tasty". Allein bei Facebook verfolgen etwa 45 Millionen Nutzer die nur wenige Sekunden kurzen Videoanleitungen zu Stuffed Chicken Nuggets, Frozen Margaritas oder Loaded BBQ Chicken Nachos. Bei Instagram sind es 2,6 Millionen. Ob Twitch und Nom mit ihren längeren Food-Formaten ähnlichen Erfolgen haben, muss sich zeigen.



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insgesamt 6 Beiträge
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Leser161 18.03.2016
1. Der Name sagt es doch schon
Porn halt. Die Thematik wird reduziert auf die Optik und regt die fantasien des Konsumenten an. Das die dargestellte Szenerie in echt genossen gar nichts bringen würde ist dabei irrelevant. Es werden halt Träume verkauft. Gibt es genauso für Sport, Autos, Landleben, etc. gehen Sie mal am zeitschriftenregal entlang. Was sich ändert ist der Kanal. Sonst sehe ich keine Änderung. ob ich jetzt meinen Ferrari in der Einfahr wasch oder mein Essen fotografier.
gutes_essen 18.03.2016
2. Erwischt
Wie man an meinem Nutzernamen erkennen kann liebe ich gutes Essen und sehe das auch gerne, wenn etwas appetitlich angerichtet wird.
jenshoffmeier 18.03.2016
3. Ich wiederhole mich zwar...
...aber ich find eine Gesellschaft, dir ihr essen fotografiert immer noch bedenklich satt.
istnurmeinemeinung 19.03.2016
4.
Bedenklich ist der Umstand, dass es anderen Menschen zu oft daran mangelt, gute Mahlzeiten zu sich zu nehmen.
frenchie3 19.03.2016
5. Die Fortsetzung
der Kochshows im Internet. Tut keinem weh (außer der armen Wutz die gebraten wird) und regt an. Einer fotographiert nackte Mädels, der andere Futter, an was kommt man zum Nachmachen wohl besser ran? Grins. So what
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