Zeitungsbericht über Sony-Hack NSA hat seit Jahren Zugang zu Netzwerken Nordkoreas

Wieso waren sich die USA so sicher, dass Nordkorea hinter dem Sony-Hack steckt? Einem Bericht der "New York Times" zufolge lag es unter anderem an eigenen Online-Attacken. Die NSA soll schon seit 2010 Zugriff auf nordkoreanische Computer haben.

Internetraum an einer Universität in Pjöngjang: US-Spione in Nordkoreas Rechnern?
AP/dpa

Internetraum an einer Universität in Pjöngjang: US-Spione in Nordkoreas Rechnern?


Als der US-Filmkonzern Sony Pictures im Dezember Opfer einer beispiellosen Hackerattacke wurde, hatten die USA schnell einen Schuldigen gefunden: Nordkorea sei für den digitalen Raubzug bei der Filmfirma verantwortlich, hieß es aus Washington. Die Indizien, die dafür vorgetragen wurden, waren allerdings wenig stichhaltig und wurden von vielen Beobachtern kritisiert. Jetzt versucht ein Medienbericht, die schnelle Schuldzuweisung zu erklären.

Laut der "New York Times" hat sich die NSA bereits 2010 Zugang zu den Rechnern der nordkoreanischen Cyber-Streitkräfte verschafft. Der US-Geheimdienst habe chinesische Netzwerke infiltriert, über die Nordkorea ans Internet angeschlossen sei, heißt es. Zudem seien die NSA-Hacker in über Malaysia laufende Verbindungen eingedrungen, die angeblich von nordkoreanischen Hackern bevorzugt werden. Auch von Südkorea aus hätten die US-Spione auf nordkoreanische Rechner zugegriffen.

Die Angaben zu diesem Vorgehen hat die US-Zeitung von namentlich nicht genannten Informanten, vor allem aber aus Snowden-Dokumenten, über die der SPIEGEL am Wochenende berichtete, und die SPIEGEL ONLINE teilweise veröffentlicht hat. Die Dokumente zeigen unter anderem, wie die NSA in die Netzwerke konkurrierender Geheimdienste eindringt, um dort quasi als Trittbrettfahrer Spionageerkenntnisse der gegnerischen Seite abzugreifen.

Im Fall von Nordkorea soll die NSA Schadsoftware in Computer und Netzwerke der angeblich 6000 Mann starken nordkoreanischen Cyber-Streitmacht eingeschleust haben. Diese Zugänge zu den Rechnern hätten jene Beweise geliefert, die US-Präsident Obama überzeugt hätten, Nordkorea die Schuld für den Angriff auf Sony zuzuweisen, schreibt die "New York Times" unter Bezug auf weitere Informanten, die sich nur anonym geäußert hätten.

Vollkommen unklar bleibt, weshalb die NSA, die der "New York Times" zufolge sozusagen einen "Frühwarnradar" in Nordkoreas Systemen platziert hatte, diesen nicht genutzt hat, um Sony über den Angriff auf seine Server zu informieren. Schließlich haben die Angreifer Sonys Netzwerke über Wochen infiltriert und analysiert. Dabei wurden mehrere Terabyte interner Daten und unveröffentlichter Filme heruntergeladen.

mak

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
j.vantast 19.01.2015
1. Schon lustig
Da regen sich die Amerikaner darüber auf das Nordkorea die Sony Server hackt, aber das wissen sie nur weil sie selbst vorher die Rechner der Nordkoreaner gehackt haben. Und dann warnen sie Sony nicht einmal. Offensichtlich sammelt die NSA massenhaft Daten, ist aber unfähig diese auszuwerten.
ramsess 19.01.2015
2.
Merkt hier eigentlich noch jemand wie verrückt das alles ist.
olivervöl 19.01.2015
3. Wirklich?
Wenn die nordkoreanische Computertechnik wirklich für Außenstehende manipulierbar war, woher will die NSA dann wissen, dass nicht auch andere Hacker die Hintertüren für sich genutzt haben?
hdwinkel 19.01.2015
4. Interessen
Seit den NSA Enthüllungen glaub ich offiziellen Statements der an den Überwachungen beteiligten Staaten kein Wort mehr. Die einzigen Fragen, die interessant sind: Wem nützen die Schuldzuweisungen, wem nützt die Tat, also das Veröffentlichen der Sony-Interna? Und die Antwort darauf ist für beide Fragen alles andere als einseitig Nord-Korea. Sie können es gewesen sein oder eben auch nicht.
Rosenblüte 19.01.2015
5. Rechtfertigungsversuch?
Und was, wenn das nur ein medialer Rechtfertigungsversuch der eigenen Cyberattacken ist? Um von dem neuen Snowden-Leak abzulenken? Wenn der Angriff auf Sony doch nicht Nordkorea zugeschrieben werden kann, sondern jemand anders daran schuld ist? Immerhin sind es ausschließlich anonyme Quellen, die zitiert wurden. Und die New York Times ist nicht gerade für ihre kritische Distanz gegenüber US-Regierungsstellen bekannt...
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