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Provokation per Post: Künstler schickt NSA verschlüsseltes Mixtape

Verschlüsseltes Mixtape von David Huerta: Gruß an die NSA Zur Großansicht

Verschlüsseltes Mixtape von David Huerta: Gruß an die NSA

Was macht ein Künstler, den die Überwachung nervt? Der New Yorker David Huerta hat der NSA ein Mixtape im Stil der Achtziger geschickt. Das Anhören der Musikstücke dürfte dem Geheimdienst allerdings schwerfallen.

Mit Kunst und Computern kennt sich der Hacker und Künstler David Huerta aus. Doch die jüngste Musikaufnahme, die er produziert hat, ist etwas Besonderes. Sie kann nicht einfach angehört werden, man braucht dafür einen Kryptografie-Schlüssel.

Ursprünglich habe er nur ein ganz normales Mixtape auf einer alten Musikkassette machen und es ein paar Freunden schicken wollen, berichtet Huerta. Doch mangels eines Kassettenrekorders kam er auf die etwas zeitgemäßere Idee, mit einem Arduino-Computer ein moderneres, verschlüsseltes Band herzustellen. Das Ganze setzte er in New York um, im Hackerspace von NYC Resistor.

Sein Werk setzte Huerta in ein durchsichtiges Kassettengehäuse ein, um so auf die Wichtigkeit von Transparenz hinzuweisen. Um die gespeicherte Musik anzuhören, muss zunächst der auf der Hülle angebrachte Code benutzt werden. Huerta will damit auf die Ausspähung von Smartphones durch unterschiedlichste Stellen hinweisen.

"Die Gesetze der Mathematik sind mächtiger"

Ein zweites Exemplar seiner Kassette hat Huerta per Post an die NSA in Maryland geschickt. Allerdings fehlt dem Geheimdienst der Code zur Entschlüsselung. Dies diene "der Erinnerung daran, dass die Gesetze der Mathematik mächtiger sind als die Gesetze selbst des mächtigsten Staates", schreibt Huerta. "Die NSA kann meine blöden Facebook-Updates lesen, aber ohne mein Einverständnis wird sie nie in der Lage sein, sich mein Wahnsinns-Mixtape anzuhören."

Sollte es den NSA-Computerexperten wider Erwarten gelingen, die Kassette anhörbar zu machen, erwartet sie vermutlich kein Klangerlebnis. Huerta entschied sich beim Format für eine 44-kHz-Wave-Datei, "denn dieses (beschissene) Format bietet ungefähr dieselbe Audioqualität, wie sie wohl auch ein abgehörtes Telefongespräch hat".

Die Tech-Seite "Motherboard" amüsiert der Gedanke, dass Huertas Mixtape-Projekt die Aufmerksamkeit der NSA geweckt haben könnte. Für den Fall einer Überwachung durch den Geheimdienst habe der Künstler schon demonstriert, wie er seine Kommunikation vor neugierigen Augen verbergen kann.

meu

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Quatsch
Prokrastes 15.07.2014
> ... erwartet sie vermutlich kein Klangerlebnis. > Huerta entschied sich beim Format für eine > 44-kHz-Wave-Datei, "denn dieses (beschissene) > Format bietet ungefähr dieselbe Audioqualität, > wie sie wohl auch ein abgehörtes Telefongespräch hat". 44-kHz-Wave-Dateien haben CD-Qualität. Irgendwer hat hier irgendwas grundlegendes falschverstanden, entweder der hippe Künstler oder der hippe Spiegelschreiberling.
2.
Siegfried Zynzek 15.07.2014
44 kHz Wave bietet allerdings einen guten Klang. Viel besser als diese kompromittierten MP3´s !
3. Ähmm...
sonnenknirps 15.07.2014
Eine wav Datei mit 44 Khz bietet die gleiche Qualität, die eine CD bietet und das ist in Zeiten von mp3 eine Menge. Da ist wohl was durcheinander zitiert...
4. Reine Selbstdarstellung
kdigihg396 15.07.2014
---Zitat--- Huerta entschied sich beim Format für eine 44-kHz-Wave-Datei, "denn dieses (beschissene) Format bietet ungefähr dieselbe Audioqualität, wie sie wohl auch ein abgehörtes Telefongespräch hat". ---Zitatende--- Entschuldigen Sie bitte meine Besserwisserei, aber das ist doch Quatsch. Sollte der "Künstler" das tatsächlich gesagt (oder geschrieben) haben, zeigt das nur, dass er keine Ahnung hat. Wave-Dateien enthalten in der Regel ein PCM-Signal und in Verbindung mit der angegebenen Abtastrate von 44kHz entspricht das EXAKT CD-Qualität! Digitaltelefonie wird mit 8kHz abgetastet...: https://de.wikipedia.org/wiki/Abtastwert Meine Zusammenfassung: Es handelt sich bei dieser Aktion um eine peinliche Selbstdarstellung.
5.
hman2 15.07.2014
---Zitat--- Sollte es den NSA-Computerexperten wider Erwarten gelingen, die Kassette anhörbar zu machen, erwartet sie vermutlich kein Klangerlebnis. Huerta entschied sich beim Format für eine 44-kHz-Wave-Datei, "denn dieses (beschissene) Format bietet ungefähr dieselbe Audioqualität, wie sie wohl auch ein abgehörtes Telefongespräch hat". ---Zitatende--- Tatsächlich ist 44 kHz jedoch genau die Abtastfrequenz, die CDs verwenden, also ist Qualität dramatisch höher (es sei denn es wären weniger als 16 Bit digitalisiert worden).
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