EU-Tochterfirmen Irische Aufsichtsstelle nennt Datenexport in die USA legal

Sie wollen nicht einmal nachfragen: Die irische Datenschutzaufsicht verweigert eine Prüfung des Datenexports in die USA durch Facebook und Apple. Ihre abenteuerliche Begründung: Die Prism-Enthüllung ändere nichts, so etwas sei durch den Safe-Harbor-Pakt gedeckt.

Nordeuropa bei Nacht: Die irische Aufsicht will Datenexport in die USA nicht prüfen
AP/ NASA

Nordeuropa bei Nacht: Die irische Aufsicht will Datenexport in die USA nicht prüfen


Facebook, Apple und Google müssen europäischen Kunden Datenschutz auf EU-Niveau bieten, auch wenn sie E-Mails, Passwörter, Kontaktnetzwerke und alle anderen persönlichen Informationen auf US-Servern verarbeiten. So steht es im sogenannten Safe-Harbour-Abkommen zwischen der EU und den USA. Einige Facebook-Nutzer zweifeln nach den Prism-Enthüllungen, ob US-Firmen sich wirklich an diese Verpflichtung halten. Der Jura-Student Max Schrems hat sich deshalb bei der irischen Datenschutzaufsicht über die Datenexporte von Facebook und Apple beschwert.

Schrems fordert eine Überprüfung der Datenweitergabe durch irische Tochterfirmen von Facebook und Apple. Diese Firmen übertragen Kundendaten in die USA. Das könnte illegal sein, wenn dadurch die Grundsätze des Safe-Harbor-Abkommens verletzt werden. Das soll die irische Datenschutzaufsicht prüfen, fordert Schrems.

Irische Datenschützer: "Prism ändert nichts"

Die irischen Datenschützer wollen gar nichts tun. Sie wollen die Firmen nicht befragen, sie wollen die Situation nicht prüfen, in ihren Augen hat sich durch Enthüllungen massiver Grundrechtsverletzungen durch US-Nachrichtendienste nichts geändert.

In einem offiziellen Antwortschreiben begründet die Aufsicht ihr Nichtstun so: Sie hätten ihre Aufsichtspflicht bereits erfüllt. Man überprüfe, ob sich US-Firmen, an die Daten übertragen werden, den Safe-Harbor-Prinzipien unterwerfen. Sei das der Fall, sei der Datentransfer legal.

Daran hat sich in den Augen der irischen Datenschutzaufsicht durch die Prism-Enthüllungen nichts geändert:

"Wir sind der Auffassung, dass der Safe-Harbor-Pakt bereits Zugriffe auf Daten bei der Strafverfolgung voraussieht und regelt."

Anders gesagt: Die irische Datenschützer vertreten die Auffassung, dass alles rechtens ist, weil in einem im Jahr 2000 geschlossen Abkommen der Begriff "nationale Sicherheit" auftaucht.

Sonderlich überraschend ist das nicht - die irische Datenschutzaufsicht hat schon Ende 2011 in einem Prüfbericht den Klarnamenzwang von Facebook verteidigt, ohne auf die Argumente der Kritiker einzugehen.

Deutsche Kollegen der irischen Datenschützer schätzen die Situation ganz anders ein. Sie kritisieren die Umsetzung der Safe-Harbor-Vereinbarung seit Jahren als zu schwach. Angesichts der Prism-Enthüllungen fordern sie nun einen Stopp des Verfahrens.

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
juttaku 25.07.2013
1. Blindes Vertrauen...
...nennt man das. Die Masse der Informationen und -wenn man auch vom Inhalt absieht- die Verknüpfung und Relationen (qualitative und quantitativer Hinsicht) der Kommunikationspartner sind mit die intimsten Informationen einer Gemeinschaft/Gesellschaft.
niska 25.07.2013
2.
Zitat von sysopAPSie wollen nicht einmal nachfragen: Die irische Datenschutzaufsicht verweigert eine Prüfung des Datenexports in die USA durch Facebook und Apple. Ihre abenteuerliche Begründung: Die Prism-Enthüllung ändere nichts, so etwas sei durch den "Safe-Harbor"-Pakt gedeckt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nsa-ueberwachung-irische-aufsicht-will-datenexport-nicht-pruefen-a-913061.html
Safe Harbor. Aber klar. Und Krieg ist Frieden und Ignoranz Stärke... Wenn der Safe Harbor Pakt das tatsächlich decken sollte, dann ist dieser Vertrag schlicht unwirksam. Da hülfe auch keine salvatorische Klausel.
EvilGenius 25.07.2013
3.
Nun, ich werde keine amerikanischen Dienste mehr nutzen, solange das Land nicht auf den Boden der Rechtsstaatlichkeit zurückkehrt. Ob mit oder ohne Abkommen: solange die Firmen die die Drecksarbeit eines totalitären Regimes erledigen, will ich mit ihnen ncihts zu tun haben.
ambulans 25.07.2013
4. vielleicht
sollten wir der irischen regierung einmal unmissverständlich bedeuten, dass es europäische unterstützung und hilfe (in ihrer wirtschaftskrise) nur bei strikter einhaltung europäischer rechtsvorschriften bzgl. oder steuer-dumping geben kann und auch gibt.
venice66 25.07.2013
5. Datenschützer?
Zitat von sysopAPSie wollen nicht einmal nachfragen: Die irische Datenschutzaufsicht verweigert eine Prüfung des Datenexports in die USA durch Facebook und Apple. Ihre abenteuerliche Begründung: Die Prism-Enthüllung ändere nichts, so etwas sei durch den "Safe-Harbor"-Pakt gedeckt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nsa-ueberwachung-irische-aufsicht-will-datenexport-nicht-pruefen-a-913061.html
muss richtig lauten der Artikel Irisiche NSA Lobyisten Datenschützer sind das keinesfalls. Ist ja auch irgendwie logisch.
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