Rechtsstreit mit Constantin Film Vodafone muss Kinox.to weiter sperren

Kinox.to bleibt tabu für Kabelkunden bei Vodafone. Auch die Richter des Oberlandesgerichts München zwingen den Internetanbieter dazu, den Zugang zu Filmen wie "Fack ju Göhte 3" auf dem Streamingportal zu sperren.

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Vodafone ist auch vor dem Oberlandesgericht (OLG) München gescheitert. Der Internet-Provider muss die Streaming-Plattform Kinox.to vor seinen Kabelkunden weiterhin verbergen. Das geht aus dem Urteil des Gerichts hervor, das am Freitag veröffentlicht worden ist.

Die Richter haben damit die Entscheidung des Landgerichts München I bestätigt, das vor etwa vier Monaten im Rechtsstreit um die Netzsperre zwischen Vodafone und Constantin Film entschieden hatte. Der Filmverleiher erstritt damals eine einstweilige Verfügung und forderte Vodafone dazu auf, das Portal Kinox.to für Kabel-Internetkunden zu sperren. DSL-Kunden von Vodafone sind von der Netzsperre nicht betroffen.

Vodafone zeigte sich enttäuscht von dem Urteil. In einem Statement des Unternehmens heißt es: "Wir bedauern sehr, dass das OLG München der Auffassung von Vodafone nicht gefolgt ist." Vodafone werde die Urteilsbegründung prüfen und anhand dessen entscheiden, ob man weitere rechtliche Schritte einleite. Constantin Film teilte nur knapp mit: "Zu laufenden Verfahren äußern wir uns nicht".

Illegaler Zugriff auf "Fack Ju Göhte 3"

Nach dem Urteil muss Vodafone nun eine sogenannte DNS-Umleitung aktiviert lassen. Diese Umleitung führt dazu, dass Kunden mit einem Vodafone-Router auf eine Sperrseite umgeleitet werden, wenn sie Kinox.to in die Adresszeile ihres Browsers eingeben.

Auslöser für den Streit war vor allem der illegale Zugang zur deutschen Komödie "Fack Ju Göhte 3", an der Constantin Film die Rechte besitzt. Der Film ist neben vielen anderen Filmen und Serien auf dem Portal "Kinox.to" als kostenloser Stream verfügbar. Laut den Richtern des OLG München sind fast alle Angebote auf der Plattform illegal.

Constantin Film hatte zuvor vergeblich versucht, die Betreiber von Kinox.to zu kontaktieren. Im Streit mit Vodafone beruft sich der Filmverleiher nun darauf, dass der Provider wegen Urheberrechtsverletzung als sogenannter Störer in die Pflicht genommen werden könne, da er Dritten den Zugang zu einer illegalen Streaming-Seite anbiete. Auch die Neufassung des Telemediengesetzes habe die rechtliche Grundlage nicht verändert, hatten die Richter am Münchner Landgericht erklärt.

jbr/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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unzensierbar 15.06.2018
1.
Gott sei Dank kann doch jeder einen anderen DSN Server in seinem Modem oder Betriebssystem angeben. Denn nur wer den Standard DSN von Vodafone verwendet bekommt auch deren Sperren.
Danares 15.06.2018
2. Dns
Zitat von unzensierbarGott sei Dank kann doch jeder einen anderen DSN Server in seinem Modem oder Betriebssystem angeben. Denn nur wer den Standard DSN von Vodafone verwendet bekommt auch deren Sperren.
Es dürfte sogar schon reichen, nur den kintoxto-Server in der lokalen Hosts-Datei mit seiner korrekten IP-Adresse zu nennen, dann wird gar kein externer DNS mehr angefragt.
thrust26 15.06.2018
3. Null Ahnung, Neuland Internet
Das Urteil zeigt, dass Justitia null Ahnung vom Netz hat. Ich habe (als Vodafone Kunde) gerade spaßeshalber kinox.to aufgerufen. Dank alternativem DNS Server (kann wirklich jeder in wenigen Minuten oder gar Sekunden einrichten) merke ich null von der Sperre. Und auf der Webseite sind schon zig weitere Adressen gelistet, welche auch mit DNS-Sperre genauso gut wie das Original funktionieren. Wie viele Nutzer wird die Webseite dank dieses Urteils also verlieren? Null!
quark2@mailinator.com 15.06.2018
4.
Zitat von thrust26Das Urteil zeigt, dass Justitia null Ahnung vom Netz hat. Ich habe (als Vodafone Kunde) gerade spaßeshalber kinox.to aufgerufen. Dank alternativem DNS Server (kann wirklich jeder in wenigen Minuten oder gar Sekunden einrichten) merke ich null von der Sperre. Und auf der Webseite sind schon zig weitere Adressen gelistet, welche auch mit DNS-Sperre genauso gut wie das Original funktionieren. Wie viele Nutzer wird die Webseite dank dieses Urteils also verlieren? Null!
Das ist aber natürlich nur der Anfang. Wenn die Sache mit Vodaphone durch ist, wird man das auf alle Anbieter übertragen. Natürlich wird das weiterhin niemanden hindern. Aber dann hat die Firma Handhabe, von der Politik Gesetze zu fordern, welche z.B. VPNs betreffen, oder eben den DNS-Zugriff zu deanonymisieren, oder, oder, oder ... bis man das am Ende dicht hat. Ntürlich wird auch das das Problem nicht lösen, weil die Leute dann eben wieder machen, was sie vorher gemacht haben, nämlich das Material von Hand zu Hand weiterzugeben ... weshalb wir ja alle auf DVD-Rohlinge, Festplatten und USB-Sticks schon anteilig Abgaben leisten. Der Punkt ist aus meiner Sicht, daß das Kopieren extrem billig geworden ist, aber die Hersteller den Ertrag daraus nicht an ihre Kunden weitergegeben haben. Kann ich irgendwo anonym einen aktuellen Film für 5,- EUR auf'm 1GB Stick kaufen (oder auf meinen eigenen Stick ziehen) ? Nö. Aber ich hab auch keinen Bock, meine Mediennutzung für den Anbieter transparent zu machen (was nebenbei wieder eine Menge Metadaten produziert, wie Aufenthaltsort, Kreditkarte, etc.).
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