Virtual-Reality-Brille Oculus Rift sagt ja zu Pornos

Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift soll nicht nur für Spiele geeignet sein. Auch nicht jugendfreie Inhalte könnten auf das Gerät kommen. Ein Porno-Verbot schloss Oculus-Gründer Luckey aus.

Entwickler mit Oculus-Rift-Brille: Kein Porno-Verbot für App-Entwickler
Corbis

Entwickler mit Oculus-Rift-Brille: Kein Porno-Verbot für App-Entwickler


Anfang 2016 soll die Datenbrille Oculus Rift in den Handel kommen, und sie wird vermutlich auch den Freunden erotischer Unterhaltung Gelegenheit zur Kurzweil geben. Wie Oculus-Gründer Palmer Luckey in dieser Woche auf der Silicon Valley Virtual Reality Conference in Kalifornien sagte, gibt es keine Pläne, Erwachseneninhalte oder entsprechende Apps zu blockieren.

Die Datenbrille sei "eine offene Plattform", so Luckey. "Wir kontrollieren nicht, welche Software darauf läuft." Für das Branchenblatt der Unterhaltungsindustrie "Variety" war diese Stellungnahme bemerkenswert. Immerhin seien die anderen Teilnehmer der Diskussion brisanten Themen wie nicht jugendfreie Inhalte oder gesundheitliche Nebenwirkungen bei Erfahrungen mit virtueller Realität ausgewichen.

Genau hier könnte dann aber doch eine Grenze vorhanden sein, was mögliche Oculus-Inhalte betrifft. Denn, so "Cnet", nach Informationen von Oculus werde sich das Unternehmen sehr wohl darum kümmern, welche Apps und Inhalte über den Oculus Store vertrieben würden.

Nur solche Inhalte würden angeboten, die mit den hauseigenen Nutzungsbedingungen im Einklang stünden. In denen findet sich zwar nichts zum Thema pornografische Inhalte, bestimmtes Material kann aber blockiert werden. Davon sind Inhalte betroffen, die "ein Gesundheits- oder Sicherheitsrisiko darstellen" oder gegen Oculus' Community-Richtlinien verstoßen.

Diese VR-Brillen gibt es

Die Oculus Rift gilt als Vorreiter der Branche. 2012 wurde ein erster Prototyp gezeigt, aktuell ist die zweite Version des sogenannten Entwickler-Kits erhältlich. Einen offiziellen Termin für eine Endkundenversion gibt es nicht. Gegen Ende 2015 könnte es soweit sein. Die Brille ist dafür ausgelegt, an einen PC angeschlossen zu werden. Kurze Tests mit Vorabversionen entsprechend angepasster PC-Spiele sind beeindruckend. Das früher oft bemängelte Problem , dass sich beim Benutzen der Brille Übelkeit einstellt, fällt nun weg. Über eine Kamera kann Oculus zudem die Bewegungen des Nutzers erkennen, und in die virtuelle Welt übertragen. Ein Preis für die Endversion steht noch nicht fest. Das aktuelle Entwickler-Set kostet 350 Dollar plus Versandkosten und Einfuhrumsatzsteuer.

Anders als die Oculus Rift soll Sonys Project Morpheus genannte VR-Brille nicht mit PC, sondern mit der Playstation 4 und der Playstation Vita zusammenarbeiten. Zur Steuerung von Spielen lassen sich die Move-Controller nutzen, die es bereits seit einiger Zeit für die Playstation gibt. Bei ersten Tests mit Prototypen zeigte sich mit der Morpheus ein ähnliches Spielerlebnis wie bei der Rift. Genau wie Oculus hat sich aber auch Sony noch nicht festgelegt, wann und zu welchem Preis die VR-Brille auf den Markt kommen soll.

Das Project Cardboard haben bei Google zwei Entwickler in den 20 Prozent ihrer Arbeitszeit entworfen, die sie für eigene Projekte nutzen dürfen. Googles Chefs fanden daran Gefallen und ließen eine Abteilung bilden, die daraus eine kommerziell nutzbare Technik machte. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2014 wurde das Projekt offiziell vorgestellt, Pappbausätze wurden verteilt, mit denen sich die Teilnehmer eigene VR-Brillen basteln konnten. Mittlerweile gibt es eine Reihe interessanter Apps für Handys, die man dann einfach in die Pappkonstruktion einsteckt.

Mit der Gear VR hat Samsung Googles Project Cardboard zu einem kommerziellen Produkt gemacht. In unserem Test hat die 200-Euro-Brille einen guten Eindruck hinterlassen. Grafisch bietet sie sogar noch mehr als beispielsweise die Oculus Rift, weil ihr Bildschirm eine deutlich höhere Auflösung hat als der in der Oculus-Brille. Allerdings macht dieser Bildschirm die Gear VR auch zum teuren Spaß: Als Bildschirm und Rechner muss man in die Gear VR Samsungs Galaxy Note 4 einsetzen. Laut Listenpreis ein 769-Euro-Anschaffung.

Samsung-Konkurrent LG reagierte auf die Gear VR mit einer eigenen Version des Project Cardboard, der VR for G3. Wie der Name es vermuten lässt, nutzt dieses Modell das LG-Smartphone G3 als Antrieb. Im Gegensatz zur Gear VR hat die LG-Brille allerdings keinen Preis. Wer sie haben will, muss ein G3 kaufen und bekommt sie dann gratis dazu.

Noch eine Edel-Variante des Project Cardboard hat die Optikfirma Zeiss entwickelt. Der Unterschied zu den Produkten der Handyhersteller: Mit entsprechenden Adaptern lässt sich die Zeiss-Brille mit verschiedenen Smartphones nutzen. Den Anfang machen laut Hersteller Adapter für das iPhone 6 und Samsungs Galaxy S5. Weitere sollen folgen. Den Preis gibt das Unternehmen mit 99 Euro an.

Was diese Richtlinien aber im einzelnen beinhalten, wollte Oculus gegenüber "Cnet" nicht enthüllen.

Bereits vor einigen Tagen veröffentlichte Oculus eine Liste mit empfohlenen PC-Standards für den reibungslosen Betrieb der VR-Brille. Diese Spezifikationen sind recht anspruchsvoll. Oculus begründete das laut "Gamespot" mit dem Ziel, für alle Spiele und Apps das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Für den Erfolg der Datenbrille sei es essenziell, dass Entwickler ihre Programme auf bekannte Spezifikationen hin ausrichten könnten.

meu



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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
mam71 20.05.2015
1.
Da wäre er auch schön blöd. Wäre nicht die erste Technologie, der Pornos zum Durchbruch verholfen haben.
Airkraft 20.05.2015
2. Nur für Spiele...
Nur für Spiele, so'n Quatsch. Ist doch für Pornos viel besser geeignet und vermutlich auch dafür gemacht :-)
Core_F 20.05.2015
3.
Die Rift selbst ist ja nur ein Stück Hardware, ein besserer Monitor wenn man so möchte. Die Software selbst läuft immer noch auf einem ganz normalen PC. Ob Oculus jetzt solche Titel in den eigenen Store aufnimmt hat rein gar nichts damit zu tun, ob Programme von dritten dann auf der Rift laufen.
spiegelleser85 20.05.2015
4. Pornobrille
Die neue Definition der Pornobrille
Karbonator 20.05.2015
5.
Zitat von AirkraftNur für Spiele, so'n Quatsch. Ist doch für Pornos viel besser geeignet und vermutlich auch dafür gemacht :-)
Ich bezweifle, daß das OR für Pornos viel besser geeignet ist... am Ende dürfte das ungefähr so wie 3D-Pornos sein, also quasi ein bißchen mehr Tiefeneffekt, das war's. Wenn der Zuschauer beliebig in der Szenerie herumlaufen oder den Blickwinkel beliebig ändern könnte - das wäre dann wohl vermutlich eine Porno-Revolution, aber da Pornos weiterhin größtenteils realgefilmt werden und nicht in Computergrafik gerendert, dürfte sich der Effekt auf die erwähnte (und vermutlich natürlich eindrucksvolle) 3D-Wirkung beschränken.
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