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18. Februar 2013, 17:22 Uhr

Office 2013

Microsoft will Office an PC koppeln

US-Kunden können ihr neues Microsoft Office nur auf einem PC nutzen, sie ist nicht auf einen neuen Rechner übertragbar, sollte der alte PC kaputtgehen. Deutsche Anwender haben es besser, ihre Lizenzen für Microsoft 2013 sind auf andere PC übertragbar.

Hamburg - Die Aufregung war groß und verständlich: Am Wochenende machten Meldungen die Runde, Microsoft würde es bei seiner neuen Bürosoftware Office 2013 verbieten, eine Lizenz von einem Rechner auf einen anderen zu übertragen. Mit anderen Worten: Einmal installiert, ist die Software an den jeweiligen Computer gebunden. Geht der kaputt oder wird er verkauft, ist man auch die mit dem PC verknüpfte Office-Lizenz los. Das könnte sogar passieren, wenn man einfach nur Hardware austauscht, also eine neue Grafikkarte oder Festplatte einbaut. Durch solche Maßnahmen identifiziert die Software den Computer möglicherweise als neues Gerät und verweigert die Arbeit.

Ein entsprechender Passus in Microsofts Lizenzbedingungen ist dazu neu hinzugekommen. Darin heißt es: "Sie sind nicht berechtigt, die Software auf einen anderen Computer oder Nutzer zu übertragen."

Darüber, was genau es mit dieser Passage auf sich hat und ob sie wirklich gültig ist, gehen die Meinungen allerdings auseinander. In den USA ließ sich die Fachzeitschrift "Computerworld" die Gültigkeit der Formulierung von Microsoft bestätigen und in einem Support-Forum soll ein Microsoft-Mitarbeiter erklärt haben, eine Übertragung der Office-2013-Lizenz sei im Gegensatz zu Office 2010 nicht erlaubt. Er fügte allerdings hinzu, dass dies keine rechtsverbindliche Aussage sei.

Lizenzärger als Abowerbung?

Und das war wohl auch gut so, denn am Montag hat die deutsche "PC Welt" nachgefragt und von Microsoft-Pressesprecher Frank Mihm-Gebauer eine ganz andere Auskunft erhalten. Der nämlich erklärte, anders als in den USA sei eine Übertragung der Lizenz in Deutschland sehr wohl rechtens und möglich. Daran habe sich im Vergleich zu Office 2010 nichts geändert.

Wenn der PC also zusammenbricht oder man sich einen neuen Computer zulegt, zieht das erworbene Software-Paket mit um. Ein Anruf bei der kostenlosen Microsoft-Hotline unter 0800-28 48 283 soll dazu ausreichen. Vorher müsse man aber die bisher genutzte Software vom Altrechner deinstallieren, was bei defekten PC allerdings schwierig ist.

Microsofts US-Kunden hingegen sind aus guten Gründen genervt. Zumindest so lange, bis der Konzern seine Strategie ändert und Lizenzübertragungen generell genehmigt. Andernfalls müsste man doch den Gerüchten Glauben schenken, die behaupten, Microsoft wolle den Verkauf von Online-Abos für Office 365 ankurbeln. Das nämlich ist webbasiert und damit weitgehend unabhängig von der verwendeten Hardware.

mak

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