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Offizieller Start: Post kassiert für Online-Briefe 55 Cent pro Stück

Auch übers Netz lassen sich nun rechtssichere Briefe verschicken - die Deutsche Post ist das erste Unternehmen, das zertifizierte E-Mails zum Einsatz bringt. Registrierte Nutzer werden damit eindeutig identifizierbar. Konkurrenten werden der Post folgen - mit niedrigeren Preisen.

E-Brief (Erklärgrafik der Deutschen Post): Zustellung digital oder auf Papier Zur Großansicht

E-Brief (Erklärgrafik der Deutschen Post): Zustellung digital oder auf Papier

Bonn - Die Deutsche Post hat am Mittwoch ihr Angebot für den rechtssicheren E-Mail-Verkehr gestartet. Ab sofort sei die Registrierung von Mail-Adressen für den E-Postbrief möglich, teilte Jürgen Gerdes vom Vorstand der Deutschen Post DHL auf einer Pressekonferenz in Bonn mit. "Mit dem E-Postbrief bringen wir das Briefgeheimnis ins Internet", sagte Gerdes. Kunden könnten sich ab sofort kostenlos eine Adresse für den "E-Postbrief" sichern, ihr Konto werde dann nach einer persönlichen Identifizierung in einer Post-Filiale freigeschaltet.

Neben der Deutschen Post bieten auch andere Unternehmen wie die Deutsche Telekom, GMX und Web.de das neue De-Mail-Verfahren an. Bei den Wettbewerbern können sich Verbraucher bislang aber nur Adressen für den Internetbriefversand reservieren. Die Unternehmen wollen ab dem kommenden Jahr ein Konkurrenzangebot starten. Online-Briefe sollen den rechtssicheren Briefverkehr über das Internet ermöglichen, etwa zwischen Verbrauchern und Behörden oder Unternehmen. Die Bundesregierung muss hierfür aber noch die Regularien festlegen. Bislang ist de De-Mail noch ein Entwicklungsprojekt, auch die Post will den Dienst aber anbieten - geht nur schon einmal voran, ohne gesetzliche Grundlage.

Für den Versand von Online-Briefen berechnet die Deutsche Post wie für den klassischen Brief 55 Cent. Andere Anbieter der De-Mail haben angekündigt, diese Gebühr deutlich niedriger festzulegen. Die Post bietet auch den sogenannten hybriden E-Postbrief an, bei dem die Sendung für nicht dort registrierte Empfänger in ausgedruckter Form im Briefkasten eingeworfen wird. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke werden extra berechnet. "Wir erreichen jeden", sagte Gerdes. Das neue System mache E-Mails "genauso verbindlich, vertraulich und verlässlich" wie herkömmliche Briefe auf Papier.

Auch United Internet (GMX, Web.de) hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass Kunden ab sofort Hybrid-Mails nutzen können, bei denen per Internet versandte Online-Briefe an zentraler Stelle ausgedruckt und weiterversandt werden. Die Dienstleistung soll inklusive Druck, Kuvert, Porto und Zustellung ab 54 Cent kosten.

Die Deutsche Post konnte eigenen Angaben zufolge zudem bereits 50 Geschäftskunden für ihr Vorhaben gewinnen, darunter die Versicherer Allianz und das Software-Unternehmen SAP. Sie wollen unter anderem Gehaltsabrechnungen künftig per Online-Brief verschicken und Kunden schneller vertrauliche Schreiben zusenden.

cis/dpa/ddp/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
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1. Der Wettbewerb war schneller
Anna Ampel 14.07.2010
Dass die Post ihr neues Vertriebsmodell als tolle Innovation verkauft, kann ich verstehen. Aber der Wettbewerber Pegasus Mail (http://www.docdata.de/index.php?id=pegasusmail) (jetzt bei docdata e-success) war mit dem Modell "Online-Brief" schon vor Jahren erfolgreich am Markt. (Dies der Vollständigkeit halber.)
2. Ùnd Google?
ralf_si 14.07.2010
Wann steigt eigentlich Google ein und bietet den Mailversand "kostenlos" an?
3. Dreist
Mo2 14.07.2010
Der Preis ist dreist. Shareholder-Value oder was? Der einzige Vorteil zur Schneckenpost ist das Tempo. Nur mal zum Vergleich: In Dänemark kostet es 20 Cent (nachdem 2001 mit 8 Cent gestartet wurde).
4. Datenschutz?
bluecaffee 14.07.2010
Und wie sieht es hier mit dem Datenschutz aus, wer sichert mir zu das da nicht noch jemand mitliest oder meine Daten verkauft? Gefällt mir nicht die Sache. Was ist mit Termingebundenen Briefen und mein PC ist defekt? Bin ich dann Schuld habe ich mit einer Strafe zu rechnen? Fragen über Fragen. Keine Antworten!
5. Post = Zock
notty 14.07.2010
Zitat von sysopAuch übers Netz lassen sich nun rechtssichere Briefe verschicken - die Deutsche Post ist das erste Unternehmen, das zertifizierte E-Mails zum Einsatz bringt. Registrierte Nutzer werden damit eindeutig identifizierbar. Konkurrenten werden der Post folgen - mit niedrigeren Preisen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,706463,00.html
Hier stinkts schooon wieder nach Abzocke.....
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