OK kippt um WM-Karten dürfen jetzt doch getauscht werden

Bis heute schien der Verkauf der WM-Tickets eine Art Lotterie. Nach Monaten der Kritik, Klagen von Verbraucher- und Beschwerden von Datenschützern entdeckt das WM-Organisationskomitee nun ein Herz für die Fans, die ihre blind gekauften Karten vielleicht tauschen möchten.


Die kundenfeindlichen Auflagen für die Vergabe der Tickets für die WM 2006 dürften zahllose Fans vom Kauf abgeschreckt haben - und sorgen selbst bei denen für böse Kritik, die sich auf die seltsame Lotterie einließen. Denn prinzipiell kauft der Fan nicht nur blind, sondern auch mit erhöhtem Risiko.

Ungeliebtes Procedere: Das Ticket-Verkaufsverfahren hat kaum Fürsprecher
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Ungeliebtes Procedere: Das Ticket-Verkaufsverfahren hat kaum Fürsprecher

Ist er am Termin des Spieles, für das er Tickets besitzt, verhindert, kann er die Karte noch nicht einmal weitergeben. Auch die Rücknahme der Karten ist an harte Auflagen gebunden: Als entschuldigend gilt dem Organisationskomitee ("OK") zwar das Ableben des Fußballfans - viel weniger als das darf es aber auch nicht sein. Gewinner des Verfahrens sind die WM-Organisatoren: Sie haben auf jeden Fall kassiert, selbst wenn das Stadion halb leer bliebe.

So sah das jedenfalls bis jetzt aus. Nun sollen Fußballfans ihre Karten für die Weltmeisterschaft 2006 nicht nur weiter verkaufen können, sondern sogar über das Internet, wo sie das seit Monaten sowieso schon tun - allerdings mit eventuell wackeliger Rechtslage. Die WM-Organisatoren kündigten am heutigen Freitag die Einrichtung eines speziellen Online-Portals an, in dem Verkauf und Übertragung von Tickets möglich sein sollen.

Ein Akt der Einsicht wegen der anhaltend harschen Kritik von Seiten der Kunden - oder der des Partners beim Kartenverkauf, der sowohl den Schwarzhandel, als auch den trotz Verbotes seitens des DFB weiter florierenden Ticket-Weiterverkauf per eBay fürchtet? Denn dass auch die Tauschauktionen über den DFB-Partner CTS Eventim laufen werden, der schon die Ticket-"Verlosung" abwickelte, darf erwartet werden. Gegen erneute Provision vielleicht?

Die genauen Modalitäten sind zwar noch nicht bekannt, wohl aber das Timing: So soll das zu schaffende "OK-Portal" wohl ab 1. Februar online gehen. Vorher läuft noch die "dritte Phase" des unfreien Ticketverkaufes mit Bewerbungsverfahren. Erst, wenn alles Verfügbare unters Fußballvolk gebracht ist, will das OK ernst machen mit der neuen Flexibilität.

"Goleo": Als noch peinlicher als das Ticketverfahren gilt manchen das Maskottchen der WM 2006
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Um Schwarzhandel zu unterbinden, sollen die Karten dabei nur zum Nennwert angeboten werden dürfen. Auch eine Übertragung auf vorab ausgewählte Interessenten, besonders Familienmitglieder, soll möglich sein. "Im Sinne der ehrlichen und echten Fans vermeiden wir damit überhöhte Preise", erklärte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt. Die Weitergabe müsse gerecht und transparent ablaufen. Genau das forderten bisher vergeblich auch Fans, Verbraucher- und Datenschützer.

Schmidt weiter: "99,9 Prozent aller Karteninhaber werden alles dafür tun, um bei der WM selbst im Stadion dabei zu sein. Dennoch lösen wir unser Versprechen ein, für die wenigen betroffenen Fans eine serviceorientierte und unbürokratische Lösung anzubieten." Ob das wirklich so wenige werden, bleibt jedoch abzuwarten: Die meisten Fans dürften ein Spiel ihrer Wahl einem blind gekauften vorziehen.

Die per Bewerbungsverfahren und Verlosung verkauften Tickets für die 64 WM-Spiele werden bislang ausschließlich über das Internet angeboten. Am 12. Dezember beginnt unter fifaworldcup.com die bis 15. Januar 2006 laufende dritte Verkaufsrunde. Erst in der fünften Verkaufsrunde ab 1. Mai 2006 soll es auch Schalterverkauf geben.

Die WM-Tickets sind personalisiert, beruhen auf einer vom Innenministerium mit entworfenen, umfangreichen Datenerhebung und sollen mit RFID-Chips versehen werden, die Personalausweisdaten mit denen des Tickets abgleichen sollen. Sie gelten deshalb eigentlich als nicht übertragbar. Bislang werden aber nur Zusagen für Eintrittskarten vergeben. Die eigentlichen Tickets sollen erst wenige Wochen vor Turnierbeginn verschickt werden.

Frank Patalong



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Kei, 02.06.2005
1. fehlt nur noch eine speichelprobe zur ticketbestellung!
---Zitat von sysop--- Komplizierte Lotterie, strenge Datenkontrolle, wenig Flexibilität: Die Sicherheitsvorkehrungen bei der Vergabe der Tickets zur Fußball-WM 2006 bescherten den Verantwortlichen weniger Anfragen als erwartet. Und das bei knappem Kontingent. Wird die restriktive Verteilungspolitik zum Eigentor? Oder sind die Reglementierungen angesichts einer anspruchsvolleren Sicherheitslage gerechtfertigt? Werden Sie sich noch um Tickets bemühen? ---Zitatende--- eigentlich wollte ich mir karten bestellen, doch ist es mir kaum möglich, schon ein jahr im voraus zu planen, ob ich dann auch wirklich hingehen kann - vor allem mit den leuten meiner wahl! fragwürdig ist auch, warum privatpersonen intimste daten preisgeben müssen, sponsoren und verbände jedoch großzügige kontingente an tickets erhalten! meine befürchtung ist ja, dass letztlich einige stühle leer bleiben werden, da sich das ok bei der planung wohl verkünstelt hat! was mich aber an der vergabepraxis am meisten angekotzt hat, war das statement von beckenbauer, er müsse sich ja selbst auch noch um karten kümmern, da er noch keine hat! ich hoffe ihm bleiben die kaviarhäppchen in der vip-lounge gehörig im halse stecken!
fischera, 05.08.2005
2. Lotterie ja, Daten nein
Das Lotterie-System hat sich bereits in Wimbledon bewährt. Das ganze Datenabgefrage finde ich persönlich jedoch teilweise etwas lächerlich. EinigeDaten abzufragen, kann nützlich sein, z. B. um gegen Hooligans, aber auch Terroristen vorzugehen, aber soviele... Ich werde auf alle Fälle nicht hingehen, auch wenn ich zu der Zeit vielleicht wieder in Deutschland bin, habe ich keine Lust durch ein solches Verfahren u. U. an Tickets zu gelangen. Dann geh ich lieber zu anderen Großveranstaltungen.
eierman, 05.08.2005
3. Hooligans oder Terorristen?
---Zitat von fischera--- Das Lotterie-System hat sich bereits in Wimbledon bewährt. Das ganze Datenabgefrage finde ich persönlich jedoch teilweise etwas lächerlich. EinigeDaten abzufragen, kann nützlich sein, z. B. um gegen Hooligans, aber auch Terroristen vorzugehen, aber soviele... ---Zitatende--- Moin, dazu kann ich nur sagen "Jetzt haben sie euch!" (die Terorristen). Wenn ein Selbmordattentäter aktiv wird, dann ist ihm doch schei... egal, ob sein Name vorher bekannt war. Aber über Eins wird sich jeder Terorroist freuen, wir haben Angst und wir werden unser Leben in nächster Zeit unangenehm gestallten müssen. Wir werden in einem totalitären Staat leben müssen. Das ist eigentlich schon der größte Effekt von diesen vielen Anschlägen. Die Hooligans bekommt man damit natürlich absolut in den Griff. Aber um diese beiden Gruppen für die viel zu hohen Preise verantwortlich zu machen, ist, so glaube ich, ein ganz schlechter Zug. Sollen die doch zugeben, dass sie Geldverdienen wollenin dem sie das Volk abzocken. Gewinnoptimierung nennt man das. Gruß Frank
Jochen Binikowski 08.08.2005
4.
---Zitat von Kei--- was mich aber an der vergabepraxis am meisten angekotzt hat, war das statement von beckenbauer, er müsse sich ja selbst auch noch um karten kümmern, da er noch keine hat! ich hoffe ihm bleiben die kaviarhäppchen in der vip-lounge gehörig im halse stecken! ---Zitatende--- Das ist pure Majestätsbeleidigung. Der Kaiser hat soviele wichtige Werbetermine bei Postbank & Co., da kann sich auch ein Fußballgott schon mal verbal verdribbeln. Deshalb schlage ich den Franz zum Tor des Monats vor. Wie auch immer, ich habe eine Karte für den 15.6. in Hamburg und freue mich tierisch darauf. Macht auch nix, wenn dann die Saudis gegen Jamaika spielen. Nur gut, dass ich mit Flaggen handele, da habe ich immer das passende dabei... Und dann kommt ja noch eine Verlosung und bei den diversen Gewinnspielen der Sponsoren werde ich auch mitmachen. Wäre ja eine echte Schande, wenn Plätze leer blieben. Bei diesen Aktivismus muss ich nur darauf achten, dass es kein Problem mit meiner Frau gibt. Im Juni 06 haben wir Silberhochzeit und da bin ich mir nicht 100% sicher, ob sie Verständnis zeigt, wenn sie vor dem Stadion auf mich bis zum Spielende und anschliessenden Umtrunk mit den Jamaika-Fans warten müsste...
Jacky Thrilla, 22.10.2005
5.
---Zitat von Jochen Binikowski--- (..) und da bin ich mir nicht 100% sicher, ob sie Verständnis zeigt, wenn sie vor dem Stadion auf mich bis zum Spielende und anschliessenden *Umtrunk* mit den Jamaika-Fans warten müsste... ---Zitatende--- Umtrunk ist gut, vor allem bei den Jamaika Fans...;oP Die kiffen doch viel lieber, oder?? Grütze JT P.S.: Ich kuck mir die Spiele im Biergarten, oder aufm Balkon zusammen mit Freunden an, hat mehrere Vorteile: 1. Auf jeden Fall gute Stimmung (außer die Unsrigen spielen grottig, aber dann hat man ja noch die Schadenfreude) 2. Ich erspare mir diese Datenerfassungsschei..e, und muss mich nicht wie ein Verbrecher fühlen, nur weil ich ein Spiel sehen möchte 3. Ich spare mir ne Menge Geld für die Karten, kann mir dafür z.B. ein schickes Trikot kaufen 4. Unterstütze ich diese Kommerzspiele so wenig wie möglich Das Kartenverkaufssystem ist wirklich das Letzte, entweder ich bestellte mir Karten für ein Spiel, bei dem ich bis heute nicht weiß, wer gegen wen spielt (was ja besonders gut für die Stimmung in den Stadien ist, wenn französische, marrokkanische, englische, argentinische und deutsche Fans im Stadion sitzen und Mexiko gegen Saudi-Arabien gucken sollen...richtig töfte vom OK!) und ansonsten 50% der Tickets an irgendwelche Konzerne gehen, die damit ihren Reibach machen, und irgendwelche Leuts in die Stadien stopfen, die vielleicht viel lieber gerade beim Frisör hocken würden....oder so... Da wird die Stimmung im Biergarten vor der Großleinwand um Einiges besser sein, aber 100 Pro! Unterm Strich kann man nur sagen: Prima, liebes OK, das Verfahren ist wirklich pfanni und sowas von Deutsch...!!!
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