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Olympia-Zensur: China sperrt kritische Seiten auch für Journalisten

Keinen Klick für Amnesty: Eigentlich sollten Journalisten in Peking freien Internet-Zugang während der Olympischen Spiele haben. Seiten von Menschenrechts-Organisationen oder kritischen Medien sind aber weiter gesperrt. "Alles individuelle Probleme", sagen die Organisatoren.

Wenn der Browser die Seite nicht lädt, hat das meistens technische Ursachen - für die Olympia-Journalisten in Peking kommt noch ein Problem hinzu. Entgegen früherer Zusagen der Organisatoren gibt es für sie doch keinen freien Zugang zum Internet - das Internet bleibt bisher auch für sie zensiert wie im Rest des Landes.

Chinesisches Internetcafé: Bei Amnesty greift die Blockade
AFP

Chinesisches Internetcafé: Bei Amnesty greift die Blockade

Die Webseiten von internationalen Menschenrechtsgruppen oder China-kritische Seiten zum Beispiel waren am Sonntag selbst im Hauptpressezentrum gesperrt. Die Journalisten beschwerten sich - der Medienchef des Pekinger Organisationskomitees Sun Weijia sagte, es handele sich nur um "individuelle Probleme".

Gesperrt waren Seiten wie der chinesische Internetdienst der Deutschen Welle, das Angebot des US-amerikanischen Senders Radio Free Asia (RFA), Amnesty International, Human Rights in China (HRiC) oder auch der katholischen Nachrichtenagentur Asianews, die auch über die Untergrundkirche in China berichtet. Weitere Seiten kann man zwar aufrufen, aber einzelne Berichte sind dann blockiert.

Bei einigen Seiten bleibt der Browser leer

Trotzdem sagte Medienchef Sun Weijia: "Ich denke nicht, dass es irgendwelche Probleme gibt, sich mit Medienwebseiten zu verbinden." In China herrscht eine weitgehende Internetzensur, die sich bis dato auch auf das Pressezentrum der Olympischen Spiele erstreckt: an den Computern in den allgemeinen Arbeitsräumen für die Journalisten, im drahtlosen Netzwerke und im kostenlosen Internetcafé das gleiche Bild: Bei bestimmten Seiten bleibt das Browserfenster leer.

"Es ist hier genauso wie bei mir zu Hause oder an anderen Orten in China", sagte eine Mitarbeiterin. Versucht ein Internetnutzer eine gesperrte Seite aufzurufen und greift die Blockade, wird meist für kurze Zeit auch jede andere Suche gesperrt, selbst wenn keine zensierten Inhalte gesucht werden.

Im April hatte der für die Presse zuständige Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kevin Gosper, in Peking nach eigenen Angaben noch die Zusicherung erhalten, dass zumindest die mehr als 5000 beim IOC akkreditierten Journalisten im Pressezentrum freien Zugang zum Internet haben würden. Fraglich war damals nur, ob das auch für die Hotels oder andere Unterkünfte der Journalisten gelten würde. Im Moment gilt es nirgendwo.

China hat gerade mit 253 Millionen Nutzern die USA als größte Internetgemeinde überholt. Aus Rücksicht auf ihre Marktchancen in China zensieren sich große internationale Suchmaschinen wie Google und Yahoo für die chinesischen Nutzer selbst und filtern Suchinhalte, die von den Behörden als politisch heikel betrachtet werden. China verteidigt seine Zensur immer mit dem Hinweis, dass es in anderen Ländern auch Sperren im Internet gegen "ungesunde Inhalte" gebe.

maf/dpa

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