Online-Abzocke: Die fiesesten Facebook-Maschen
Schau dir an, wer dein Profil aufgerufen hat! Mit solchen Versprechen bringen Online-Gangster viele Facebook-Nutzer dazu, schädliche Programme runterzuladen. Die Betrugsmaschen sind vielfältig und verfolgen stets nur ein Ziel: Geld ergaunern - bei Facebook warten 750 Millionen potentielle Opfer.
Selbstmörder, Osama bin Laden, das Dschungelcamp, Charlie Sheen, der Unglücksreaktor von Fukushima - sie alle standen schon in den Diensten von Online-Abzockern. Denn um sie ging es in betrügerischen Pinnwandeinträgen, Facebook-Nachrichten und -Chats. Die Promis, Unglücke oder vermeintlichen Skandale sollen genau wie die berühmten "Schau dir an, wer dein Profil aufgerufen hat!"-Anwendungen nur eines bezwecken: Das Opfer auf einen Link klicken zu lassen. Denn so ein Klick genügt oftmals schon, um Nutzer in die Falle zu locken.
Nirgendwo im Web sind so viele potentielle Opfer versammelt wie bei Facebook. Außerdem missbrauchen die Abzocker das Grundprinzip des sozialen Netzwerks: Viele Anwender klicken reflexartig auf Links in Facebook-Nachrichten und Pinnwandeinträgen. Die sensationelle Botschaft mit dem Link kommt ja - anders als die Spam-Mail aus Nigeria - von einem Freund und ist deswegen vermeintlich vertrauenswürdig.
So vielfältig die Betrugsversuche sind, die jeweiligen Hintermänner wollen letztendlich alle nur eines: Geld. Je nach Angriffsart stammen die Summen zum Beispiel von Werbekunden, die Banner für eher zwielichtige Angebote wie Online-Glücksspiele oder Porno-Seiten schalten und sich nicht darum scheren, wie die Besucher auf ihre Seiten gelotst werden. Oder der Cyber-Untergrund bietet Geld für abgeschöpfte persönliche Daten, die das Opfer bei vermeintlichen Marktforschungsumfragen freiwillig eingibt. Wahlweise wird auch Schadsoftware, getarnt als Antivirensoftware, verteilt. Pro infiziertem PC kassiert hierbei der, der das Opfer in die Falle gelockt hat - so expandiert zum Beispiel das Botnet TDL4.
Fast alle bisher aufgetauchten Betrügereien laufen mit Ausnahme des Datendiebstahls durch bösartige Facebook-Anwendungen auf externen Servern. Der erwähnte Klick führt die Opfer auf Webserver, die unter der Kontrolle der Kriminellen stehen und nichts mit Facebook zu tun haben. Oftmals ist die Optik dieser externen Seiten mehr schlecht als recht an das Facebook-Design angelehnt. Dem Erfolg der Betrugsmasche tut dies jedoch keinen Abbruch. Das kann jeder nachvollziehen, der sich tagtäglich über die vielen merkwürdigen Einträge an den Pinnwänden der eigenen Facebook-Freunde wundert.
Nacktvideos, Dislike-Buttons und Profil-Spannerei - mit diesen Tricks locken Online-Betrüger Facebook-Nutzer auf infizierte Websites.
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- Dienstag, 05.07.2011 – 10:02 Uhr
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Mehr zu diesem Thema lesen Sie im SPIEGEL 27/2011
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Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
- Fotostrecke: Die Tricks der Facebook-Abzocker
- Soziale Viren: Bei MySpace und Facebook ist der Wurm drin (04.08.2008)
- Netzwelt-Ticker: Halbherziger Trojanerangriff auf Mac OS X (28.10.2010)
- Schadsoftware: Auch wir sind Täter (20.04.2010)
- Schadsoftware TDL4: Kriminelle rüsten Armee der Zombie-Rechner auf (01.07.2011)
- Videospezial: Generation Facebook
- Wikipedia: P2P
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