Von Konrad Lischka
Das Risiko, dass die RFS durch Anti-Viren-Programme entdeckt werde, sei "sehr gering", schreibt das Innenministerium in seinen Antwortbriefen zuversichtlich. Doch die technischen Begründungen dafür machen Informatiker skeptisch.
Zum einen schreibt das Innenministerium, die "insgesamt geringe" Einsatzhäufigkeit der RFS mache eine Entdeckung wenig wahrscheinlich. Dazu Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik: "Wenn ein Sicherheitsprogramm verdächtiges Verhalten bemerkt, gelingt das auch beim ersten Mal." Moderne Virenscanner achteten nicht mehr allein auf bekannte Dateimuster von Schadprogrammen, sondern suchten immer häufiger nach verdächtigen Verhaltensweisen, sagt Informatiker Pfitzmann.
Er hält auch die zweite Begründung des Innenministeriums für wenig stichhaltig, wonach die RFS Fundstücke auf der Festplatte des Ausgespähten verschlüsselt. Das verhindert laut Pfitzmann kaum, dass das Programm entdeckt wird: "Es gibt praktikable Methoden, gerade nach verdächtigen, verschlüsselten Informationen auf einer Festplatte zu suchen."
Das Entdeckungsrisiko sei bei solchen Schnüffelprogrammen immer gegeben, sagt auch Frank Rosengart vom Chaos Computer Club. Und: "Wenn der Trojaner erstmal entdeckt wird, können den Ermittlern sogar gefälschte Beweismittel untergejubelt werden."
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