Online-Journalismus: Huffington Post plant britische Ausgabe

Expansion der Billigheimer: Im Sommer will AOL eine britische Ausgabe der US-Site Huffington Post starten. Die erste internationale Ausgabe soll so funktionieren wie die Mutter - unbezahlte Blogger schreiben, einige Redakteure mischen, verlinken und redigieren.

Huffington Post verkündet die Fusion mit AOL: Viel Inhalt für wenig Geld Zur Großansicht

Huffington Post verkündet die Fusion mit AOL: Viel Inhalt für wenig Geld

Für 315 Millionen Dollar hat AOL Anfang Februar die erfolgreiche Website Huffington Post gekauft, nun expandiert der Internetkonzern die US-Nachrichtenseite: Im Sommer soll die britische Ausgabe Huffington Post UK starten, kündigte die Gründerin Arianna Huffington bei einer Konferenz in London an.

Die britische Ausgabe scheint der Anfang einer internationalen Expansion zu sein: AOL-Chef Tim Armstrong erklärte bei der Veranstaltung, AOL und die Huffington Post seien in den Vereinigten Staaten zwar groß, doch die US-Bevölkerung mache nur "vier Prozent der Weltbevölkerung" aus. Konkreter wurde Armstrong dann aber nicht.

Die Huffington Post sollte einst eine Art linksliberales Gegengewicht zu Kolportage-Web-Seiten wie dem rechten Drudge Report werden. Heute steht das Politische nicht mehr so sehr im Vordergrund. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE sagte Chefredakteurin Arianna Huffington zwar kürzlich: "Wir haben pro Monat weit über 25 Millionen unterschiedliche Besucher auf unserer Seite. 20 Prozent davon interessieren sich für Politik, das ist doch viel."

Doch ihr Angebot ist heute ein wildes Sammelsurium von Blogeinträgen prominenter und weniger prominenter Gastschreiber, gelegentlich eingestreuten investigativen Geschichten, Fotostrecken und viel Link-Verwertung. Die Huffington Post hat die Methode perfektioniert, aus interessanten Artikeln irgendwo da draußen im Web ein interessantes Detail zu extrahieren, daraus einen Kurzartikel samt Link zur Originalquelle zu schmieden und das Ganze mit einer möglichst klick- und suchmaschinenoptimierten Überschrift zu versehen.

Der Erfolg spricht für das Konzept. Das Angebot hat, wie Huffington sagt, 25 Millionen unterschiedliche Leser im Monat. AOL hat eigenen Angaben zufolge 112 Millionen - allerdings auch 25-mal so viele bezahlte Mitarbeiter wie die "Huffington Post". Die HuffPo ist also effizienter als Armstrongs Unternehmen. Entsprechend wird Arianna Huffington nun die Chefin der journalistischen Sparte von AOL.

cis/lis

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Hmm...
Pacolito 25.03.2011
Zitat von sysopExpansion der Billigheimer: Im Sommer will AOL eine britische Ausgabe der US-Site "Huffington Post" starten. Die erste internationale Ausgabe soll so funktionieren wie die Mutter - unbezahlte Blogger schreiben, einige Redakteure*mischen, verlinken und redigieren. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,753075,00.html
Die Seite entwickelt sich leider immer mehr zu einem seichten Boulevard-Blättchen. Gab mal nichts besseres, um sich über Innen- und Außenpolitik der USA zu informieren. Mittlerweile haben da "Die 10 kuriosesten Promischeidungen" etc. den selben Stellenwert. Und es wird immer schlimmer. Naja, alles hat einmal ein Ende.
2. HuffPo
wakaba 25.03.2011
ist uninteressant - lediglich ein Markenname für AOL und billige Online Textmühle für Zweit-Verwertung von Agenturfeeds. AOL produzierte bekanntlich nur postale Silberglanz-Wegwerfguntersetzer. Dekogeschäft jetzt auch im Internet! Wär wohl der korrekte Titelbalken gewesen.
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