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Online-Kriminalität: Internet-Betrüger finden immer mehr Opfer

Das Internet als Tummelplatz für Kriminelle: Einer Studie zufolge sind bereits sechs Millionen Bundesbürger Opfer von Online-Abzockern geworden. Als Schwachstelle sehen Ermittler menschliches Versagen - viele Web-User nutzen keine Schutzprogramme.

Internet-Betrüger bei der Arbeit (Symbolbild): Viele werden Opfer weil sie sich nicht schützen Zur Großansicht
Corbis

Internet-Betrüger bei der Arbeit (Symbolbild): Viele werden Opfer weil sie sich nicht schützen

Immer mehr Computernutzer werden einer Studie zufolge Opfer von Internetkriminalität. 43 Prozent (22 Millionen) der deutschen Netznutzer gaben an, dass ihr Computer schon einmal mit einem Schadprogramm infiziert gewesen sei, das waren fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag mit. Online-Verbrechen nähmen weiter zu, ein besonders starker Anstieg sei bei Internetbankgeschäften zu erwarten.

Elf Prozent (sechs Millionen) seien bei Interneteinkäufen betrogen worden, ein Plus von zwei Prozentpunkten zur Vorjahresstudie, wie BKA und der IT-Branchenverband Bitkom anlässlich der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin mitteilten. Bei sieben Prozent der Internetnutzer (rund 3,5 Millionen) hätten Online-Gauner persönliche Zugangsdaten zu Internetdiensten ausgespäht (2009: fünf Prozent). Fünf Prozent haben schon einen finanziellen Schaden durch Schadprogramme oder Datenklau erlitten (2009: drei Prozent).

Große Angst hätten Internetnutzer vor Betrug bei Bankgeschäften im Internet, teilten BKA und Bitkom mit. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) fühle sich hiervon bedroht. Tatsächlich habe die Zahl solcher Betrügereien von 2008 auf 2009 stark zugenommen, und in diesem Jahr sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

BKA und Bitkom ermahnen die Nutzer

5000 sogenannte Phishing-Fälle würden für dieses Jahr erwartet - also Vorfälle, bei denen Gauner über das Internet Bankdaten ausspähen und Verbraucher um Geld bringen, teilten BKA und Bitkom mit. Dies entspricht einem Anstieg um 71 Prozent gegenüber 2009. Ein Grund für den Anstieg sei, dass die Schadprogramme zu Ausspähen der Daten immer raffinierter würden.

Dabei könnten Verbraucher selbst viel für ihren Schutz bei Online-Bankgeschäften tun, erklärten BKA und Bitkom. Die Eingabe von Geheimzahlen alleine schütze nicht ausreichend, Computer müssten mit Virenprogrammen ausgestattet sein und mit Schutzsoftware gegen Eindringlinge, sogenannte Firewalls. Diese Anwendungen müssten von Computernutzern auch laufend auf aktuellem Stand gehalten werden.

"Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz, und es gibt weiter Aufklärungsbedarf zum Umgang mit persönlichen Daten", erklärte Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf. Ein Drittel der Computer ist demnach nicht durch eine Firewall geschützt.

Aus Furcht vor Internetkriminalität verzichteten zwei von fünf Online-Nutzern (38 Prozent) auf den E-Mail-Versand wichtiger Dokumente über das Internet, teilten BKA und Bitkom mit. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) mache einen Bogen um Online-Banking, ein Fünftel (21 Prozent) erledige keine Einkäufe im Internet.

Die Hälfte der Internetnutzer (55 Prozent) hält sich laut Umfrage selbst für ihren Schutz zuständig, mehr als ein Drittel (36 Prozent) den Staat, acht Prozent die Wirtschaft. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Untersuchung Internetnutzer über 14 Jahren.

mak/AFP

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