Online-Shopping: Google arbeitet an Groupon-Übernahme
Die Schnäppchen-Website Groupon ist heiß begehrt: Google verhandelt offenbar über eine Übernahme. Der Kaufpreis soll bei mehr als drei Milliarden Dollar liegen - ein Angebot knapp unter dieser Summe von Yahoo hatten die Besitzer abgelehnt.
Hamburg - Googles Einkaufstour geht weiter: Die Betreiber der lokalen Schnäppchenseite Groupon verhandeln offenbar mit Google über einen Verkauf der Firma. Das berichten Bloomberg und der US-Techblog All Things Digital unter Berufung auf mehrere Insider. Google hat angekündigt, mindestens eine Firma pro Monat kaufen zu wollen. Mehr als drei Milliarden Dollar sollen dem Vernehmen nach für Groupon fällig werden.
Die vor zwei Jahren gegründete Seite versorgt Mitglieder jeden Tag mit neuen, auf ihren Wohnort zugeschnittenen Angeboten. So wurden zum Beispiel in der Vergangenheit Kinogutscheine für die Hälfte des normalen Preises verkauft. Findet sich eine Mindestanzahl von Interessenten, findet das Geschäft statt. Groupon kassiert für die Vermittlung der Kunden von den Firmen einen Anteil. Hauptsitz der Firma ist Chicago, der deutsche Ableger wird von Berlin aus gesteuert.
Im ersten Dotcom-Boom versuchte sich die in 14 europäischen Ländern aktive Seite letsbuyit.com an diesem Geschäftsmodell - und scheiterte spektakulär. Nach drei Jahren und vielen Millionen Euro Verlusten war die Firma 2001 pleite. Knapp zehn Jahre später versuchen sich mehrere Anbieter erfolgreicher an Online-Rabattgeschäften. In Deutschland konkurriert Groupon zum Beispiel mit der Seite cooledeals.de, die auf den ersten Blick genau wie das Vorbild aus den USA aussieht.
Für Google wäre es die größte Akquisition der Firmengeschichte seit dem Kauf der Anzeigenfirma DoubleClick im Jahre 2007. Damals gab das Unternehmen 3,1 Milliarden Dollar aus. Nach dem Werbegeschäft setzt Google offenbar nun verstärkt auf Online-Shopping: Erst am Mittwoch hat das Unternehmen eine Website für Frauenmode gestartet.
Eine Übernahme der Schnäppchenseite wäre auch ein Schlag gegen die verbliebenen Wettbewerber im umkämpften Internetgeschäft: Im Sommer, so heißt es, soll Yahoo sich vergeblich um Groupon bemüht haben. Das Gebot in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro war den Gründern aber offenbar zu niedrig.
ore
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- Samstag, 20.11.2010 – 13:39 Uhr
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- Groupon
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