Browser-Statistik: Warum Weißrussen am liebsten mit Opera surfen

Fast jeder zweite weißrussische Surfer geht mit Opera ins Netz. In keinem anderen Land feiert der norwegische Browser solche Erfolge. Ein Blog hat nun Gründe für den Erfolg gefunden - und sagt einen Opera-Abstieg in Weißrussland voraus.

Opera-Logo: Der norwegische Browser wird in Weißrussland stark genutzt Zur Großansicht

Opera-Logo: Der norwegische Browser wird in Weißrussland stark genutzt

Die US-Wirtschaftswebsite Quartz hat eine interessante Browser-Anomalie entdeckt: Opera, der weltweit abgeschlagene, fünftwichtigste Browser nach Google Chrome, Internet Explorer, Mozilla Firefox und Safari, ist laut dem Statistikdienstleister Statcounter Browser-Spitzenreiter in Weißrussland. Und nur dort. Fast jeder zweite Surfer geht dort mit der Browser-Alternative aus Norwegen ins Netz. Weit mehr als in jedem anderen Land (durchschnittlicher weltweiter Marktanteil: unter zwei Prozent).

"Einer der wichtigsten Gründe für den großen Marktanteil von Opera in Weißrussland liegt in der Internet-Infrastruktur des Landes, die vor ein paar Jahren noch richtig schlecht war," erklärt Operas Community Manager Espen André Øverdahl auf Anfrage von Quartz. Außerdem sei der Internetzugang in Weißrussland - vorgegeben durch den größten staatlichen Provider - relativ teuer.

Langsame Transferraten und Internettarife mit hohen Preisen sind zwei wichtige Gründe für Opera: Der Browser reduziert auf Wunsch die zu übertragende Datenmenge pro Website drastisch durch Kompression und auf Opera-Servern vorberechnete Inhalte.

Eine andere Erklärung für den Opera-Erfolg sind womöglich die Zensur- und Kontrollbestrebungen des Lukaschenko-Regimes im Internet. Opera unterstützte früher als andere Browser Verschlüsselungs- und Anonymisierungshilfmittel. So führt selbst Operas eigene Daten-Sparmethode dazu, dass - mit einfachen Mitteln - gesperrte Websites trotzdem noch aufrufbar sind.

Doch sollte tatsächlich das ökonomische Argument ausschlaggebend gewesen sein, dürfte das auf ein nahes Ende der Opera-Vorherrschaft hindeuten. Der Internetzugang wird in Weißrusslands günstiger. Diesen Trend spiegeln auch die Opera-Statistiken wieder: Zwar führt Opera den Browser-Markt in Weißrussland noch immer mit großem Abstand an, aber die Konkurrenz Chrome ist längst auf dem Vormarsch - wie überall auf der Welt.

In den vergangenen zwei Jahren vervierfachte sich der Chrome-Marktanteil (von etwa sechs auf etwa 24 Prozent) in Weißrussland, während Operas Anteil StatCounter zufolge im gleichen Zeitraum von 47 auf 41 Prozent fiel.

Browser-Marktanteile

fkn

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insgesamt 63 Beiträge
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1. Opera
floersche 19.11.2012
Weiterer Grund für ein Aussterben von Opera dürfte auch sein, dass der Browser seit einiger Zeit grützelahm ist. Ich nutze ihn auch seit ein paar Jahren, gehe aber aufgrund von Geschwindigkeitsvorteilen langsam aber sicher zu Chrome. Schade eigentlich denn Opera ist ein wirklich guter Browser. Warum der IE weltweit weiterhin so hoch in der Nutzungsstatisktik steht, erschliesst sich mir allerdings nicht.
2. Safari?!
cthullhu 19.11.2012
Wieso wird in Statistiken immer wieder der Browser "Safari" angegeben? Safari ist das Ebenbild zum Internet Explorer. Wer sich Safari auf seinen PC mit Windows OS herunterlädt, würde sicherlich auch extra den Internet Explorer installieren. *facepalm*
3. Operaner
emantsol 19.11.2012
Ich verwende (in D) seit über 10 Jahren vorzugsweise Opera. Ich nutze und kenne auch die anderen Browser. Mir ist nicht klar, warum ich meinen Lieblingsbrowser ändern sollte - trotz schnellem, günstigem Internet. Der geringe Marktanteil von Opera ist mir schon lange ein Rätsel. Der Norveger war schon immer ein Vorreiter (Tabs, Gesten, etc.).
4. Noch einfacher...
iridium 19.11.2012
Zitat von sysopFast jeder zweite weißrussische Surfer geht mit Opera ins Netz. ...
Noch einfacher, oder als dritte Variante: Wenn Sie hier einen PC oder ein Notebook kaufen, ist zu 90% ein (natuerlich nur ausserhalb Weissrusslands) illegales Windows-Betriebssystem schon installiert und gleichzeitig eine Vielzahl anderer Programme, darunter eben schon seit Jahren und auch meist als Standardbrowser schon mal voreingestellt: Opera.
5.
Thyphon 19.11.2012
Zitat von floerscheWeiterer Grund für ein Aussterben von Opera dürfte auch sein, dass der Browser seit einiger Zeit grützelahm ist. Ich nutze ihn auch seit ein paar Jahren, gehe aber aufgrund von Geschwindigkeitsvorteilen langsam aber sicher zu Chrome. Schade eigentlich denn Opera ist ein wirklich guter Browser. Warum der IE weltweit weiterhin so hoch in der Nutzungsstatisktik steht, erschliesst sich mir allerdings nicht.
Also ich benutze ebenfalls seit langem den Opera, und das dieser langsamer geworden ist, konnte ich nicht feststellen. Was ich mich aber frage ist, weshalb so viele Leute Chrome nutzen. Ich finde es schon bedenklich genug, dass Google-Konzern uns über seine Suchmaschine seine Andoid-Phones und über seine vielen kostenlosen Dienste ausspioniert, da muss man nicht auch noch deren Spionagebrowser nutzen. Und was den Internet Explorer betrifft, so ist dieser weit besser als sein Ruf. Ich konnte da bisher (bis auf wenige Ausnahmefälle) keine signifikanten Leistungsunterschiede zu anderen Browsern feststellen. Und was das Design angeht, finde ich den Explorer sogar eleganter als die Konkurrenz. Einziges Manko ist die mangelnde Unterstützung von Plugins und Add-Ons.
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