"Operation Cyberstorm" US-Fahnder zerschlagen Ring von Software-Piraten

Die Ware war offenbar wirklich gut, aber leider gefälscht. US-Ermittler haben im Westen des Landes einen groß angelegten Ring von Software-Piraten ausgehoben. Deren Produkte wurden sogar bei der Polizei, Behörden und großen Firmen genutzt.


Sogar Behörden nutzten gefälschte Ware: FBI-Direktor Mueller mit beschlagnahmten Raubkopien
AP

Sogar Behörden nutzten gefälschte Ware: FBI-Direktor Mueller mit beschlagnahmten Raubkopien

Nach Medienberichten wurden bei der "Operation Cyberstorm" in Kalifornien, Oregon und Washington 27 Personen festgenommen. Bei den meisten Verdächtigen, die im Großraum San Francisco wohnten, handele es sich um Taiwaner.

Sie hätten Programme wie Microsoft Office oder Adobe Photoshop in Taiwan kopiert, bevor sie sie in den USA verkauften. Die gesamten finanziellen Auswirkungen seien noch nicht festzustellen, doch erreichten die Verluste allein bei Microsoft mehrere hundert Millionen Dollar, teilte das Unternehmen mit.

Den Verhafteten werde Geldwäsche, Verletzung des Urheberrechts und Schmuggel von gefälschten Produkten vorgeworfen, sagte FBI-Direktor Robert Mueller. "Operation Cyberstorm" sei nur eine von mehreren Ermittlungssträngen zur Software-Piraterie gewesen. Mueller sprach von einem der landesweit größten Fahndungserfolge.

Die gefälschten Produkte waren den echten äußerlich so gut nachempfunden, dass die Käufer häufig nicht einmal bemerkten, dass sie eine Fälschung gekauft hatten. Der Leiter der Abteilung Produktpiraterie bei Microsoft, Richard LaMagna, erklärte, gefälschte Ware sei auch auf Polizeiwachen, in Behörden und bei großen Unternehmen entdeckt worden. LaMagna lobte die Arbeit des FBI und der anderen an der Untersuchung beteiligten Behörden. "Zu einer Zeit in der die Wirtschaft unserer Nation zu kämpfen hat, sind Schritte zum Schutz geistigen Eigentums wichtiger denn je."



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