Technikpanne: Otto-Versand storniert 50.000 Bestellungen

Schnäppchenjagd ohne Happy End: In der Nacht zum Montag ließen sich im Onlineshop des Otto-Versands Gutscheine im Wert von bis zu 400 Euro einlösen, die im Netz kursierten. Das Unternehmen hat die Bestellungen storniert. Ein technischer Fehler habe die Rabatte ermöglicht.

Otto-Onlineshop: Kurzfristig Liebling der Online-Einkäufer Zur Großansicht

Otto-Onlineshop: Kurzfristig Liebling der Online-Einkäufer

"Dazu fällt mir nichts mehr ein", kommentierte am Montag das Schnäppchenportal myDealz.de den Höhepunkt des Gutscheinchaos beim Otto-Versand. Gegen zwei Uhr morgens hatte ein Nutzer einen Gutschein-Code veröffentlicht, der im Onlineshop des Versandhauses 400 Euro Rabatt bringen sollte. Es war der Höhepunkt einer Entwicklung, die Tage zuvor ihren Anfang genommen hatte. Seit dem Sonntagabend kursierten in Shoppingblogs und Sozialen Netzwerken solche Zahlenkombinationen. Besonders verlockend war dabei, dass die geforderten Mindestbestellwerte entweder dem Gutscheinwert entsprachen oder nur minimal darüber lagen.

Die fünfstelligen Codes machen Otto kurzfristig zum Liebling der Online-Einkäufer: Nach dem Motto "Die Hoffnung stirbt zuletzt" gaben Nutzer zahlreiche Bestellungen auf. Dabei hatten viele Schnäppchenseiten von vornherein darauf hingewiesen, dass es sich tendenziell um einen Fehler des Unternehmens handelt - der Gutscheinwert erschien zu hoch.

Rund 50.000 rabattierte Bestellungen seien innerhalb weniger Stunden eingegangen, meldete Ottos Kommunikationsabteilung am Montag. Laut des Versandhändlers konnten Nutzer die Gutscheine beliebig oft eingeben, die Preisspanne soll je nach Code zwischen 88 und 400 Euro gelegen haben. Ermöglicht haben soll das Einlösen ein technischer Fehler, die Gutscheine seien nicht autorisiert gewesen. Aus diesem Grund habe das Unternehmen alle zugehörigen Bestellungen storniert.

Frustrierte Kunden auf Facebook

Bei den Kunden sorgte diese Entscheidung am Montag für Frust. Wütende Kommentare erschienen unter anderem auf der Facebook-Seite des Versandhändlers. Am Abend erläuterte Ottos Social-Media-Team dort, man habe die Bestellungen storniert, damit keine Lieferungen zum vollen Preis erfolgen. Entschieden habe man das im "guten Glauben", dass die meisten Nutzer nur aufgrund der Gutscheine bestellt hätten.

Wenngleich die Rabatthöhe ungewöhnlich war: Das Timing für eine Rabattaktion Ottos hätte gepasst. Am Montag fand auch der sogenannte "Cyber Monday" statt - ein Tag, an dem viele Onlineshops mit besonderen Angeboten das Weihnachtsgeschäft starten.

mbö/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Ein technischer Fehler.......
herr_kowalski 27.11.2012
Zitat von sysopSchnäppchenjagd ohne Happy End: In der Nacht zum Montag ließen sich im Onlineshop des Otto-Versands Gutscheine im Wert von bis zu 400 Euro, einlösen, die im Netz kursierten. Das Unternehmen hat die Bestellungen storniert. Ein technischer Fehler habe die Rabatte ermöglicht. Otto-Versand: Technikpanne im Onlineshop - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/otto-versand-technikpanne-im-onlineshop-a-869493.html)
Was hat eine solcher Fehler mit Technik zu tun. Da sitzen offenbar rechte Pfeifen im IT-Zirkus sich die E... platt.
2. ein rotes tuch
meos1976 27.11.2012
dieses unternehmen zahlt seinen mitarbeitern über subunternehmer 4,30 € die stunde. brutto, wohlgemerkt. ~ absolutes no go.
3. Fehler passieren
Wunderläufer 27.11.2012
Fehler passieren immer mal wieder; ist menschlich. Vor einigen Jahren waren bei AMAZON verschiedene nagelneue CDs (Erstveröffentlichungen) aufgrund einer Panne auch für 1.- Euro angeboten worden
4. Hoher einstelliger Millionenbetrag
FBLeser 27.11.2012
Hätte OTTO nicht die Reißleine gezogen, wäre die Aktion das Unternehmen womöglich einen hohen einstelligen Millionenbetrag gekostet, wie OTTO-Sprecherin Ulrike Abratis im Gespräch mit SocialPunk.de erklärte. Siehe dazu http://www.socialpunk.de/1764/exklusiv-otto-sprecherin-erklart-stornierung-sei-zum-schutz-der-kunden-durchgefuhrt-worden-bestellungen-in-einem-wert-von-einem-hohen-einstelligen-millionenbetrag/
5. Kommentar zu ein rotes Tuch
mary1803 27.11.2012
@meos1976. Woher willst du denn wissen, daß Otto seinen Mitarbeitern über Subunternehmen 4,30 EUR Brutto bezahlt?? Nur weil viele Firmen mittlerweile zur Otto Group gehören, heißt das doch nicht, daß Otto nun all diese Mitarbeiter der ganzen Firmen bezahlt.... Das ist nunmal völliger Unsinn den du da von dir gibst. Diese Firmen sind alle für sich selbst zuständig und müssen ihre Mitarbeiter auch selber bezahlen!!!
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