P2P-Prozesswelle Hollywood nutzt Serverdaten gegen Filmtauscher

In den USA ist erneut eine Prozesswelle gegen Nutzer von Internet-Tauschbörsen gestartet worden. Vor allem BitTorrent-User sind im Visier der Fahnder - diesmal auch unter Zuhilfenahme von beschlagnahmten Daten von P2P-Seiten.


Hollywood holt zum nächsten Schlag gegen Nutzer von Tauschbörsen im Internet aus. Gestern feuerte die Motion Picture Association of America (MPAA) eine Breitseite gegen insgesamt 286 Filmetauscher ab. Neu an der Prozesswelle ist, dass die Piratenjäger diesmal auf Daten zurückgreifen, die von inzwischen geschlossenen Knotenpunkten des BitTorrent-Netzwerkes stammen.

Ein Gericht in Texas hatte zu Beginn des Jahres angeordnet, dass die Server-Logs einer großen Seite namens "LokiTorrent" den Fahndern aus Hollywood übergeben werden. "LokiTorrent", "SuprNova" und andere große Torrent-Seiten waren im Verlauf des Anti-Piraterie-Feldzuges geschlossen worden, den Hollywood im vergangenen Dezember gestartet hatte.

Die aktuellen Prozesse richten sich bislang nicht gegen konkrete Nutzer der Tauschsoftware, sondern gegen unbekannt. Die Internetadressen der betroffenen Personen würden erst im Laufe der Prozesse deren Identitäten zugeordnet, so die MPAA.

Bram Cohen, Schöpfer der BitTorrent-Software, die eigentlich für schnellen Filetransfer im Netz gedacht war, hatte kürzlich selbst vor dem verbotenen Datentausch gewarnt. Illegales Material über BitTorrent zu verteilen sei "eine dumme Idee", weil die Software nicht geeignet sei, die eigene Identität im Netz zu verschleiern, sagte Cohen der Branchenseite ZDNet.



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