Päpstlicher Appell: Gehet hin und bloggt

Das Internet wächst rasend schnell, weiß Papst Benedikt XVI. - und seine katholische Kirche soll den Anschluss nicht verpassen. Darum schwört der Pontifex seine Priester auf multimediale Glaubensverbreitung ein. Sie sollen die Botschaft Christi verstärkt ins Netz tragen.

Oberster Hirte im Web: Papst Benedikt XVI. will, dass seine Brüder künftig bloggen Zur Großansicht
dpa

Oberster Hirte im Web: Papst Benedikt XVI. will, dass seine Brüder künftig bloggen

Rom - Die katholische Kirche soll künftig verstärkt online um neue Schäfchen werben und ihre Anhänger auch direkt über das Internet ansprechen. Papst Benedikt XVI. hat Priester weltweit dazu aufgerufen, moderne Kommunikationsmöglichkeiten wie das Internet stärker zu nutzen. Die Neuen Medien ermöglichten eine "neue Epoche" der Glaubensverkündigung, schrieb der Papst in einer Botschaft zum 44. Katholischen Welttag sozialer Kommunikationsmittel.

Die Priester sollten alle möglichen multimedialen Mittel nutzen, um das Evangelium unter die Menschen zu bringen und mit Angehörigen anderer Religionen und Kulturen ins Gespräch zu kommen.

Die "rasende umfassende Verbreitung" und der Einfluss der neuen Kommunikationswege erlaube es, Christi Wort engagiert zu verkünden. "Durch die modernen Kommunikationsmittel kann der Priester das Leben der Kirche bekanntmachen und den Menschen von heute helfen, das Gesicht Christi zu entdecken", schreibt Benedikt.

Die katholische Kirche bemüht sich schon länger um ein etwas moderneres Erscheinungsbild: Im vergangenen Jahr eröffnete der Vatikan einen eigenen, mäßig erfolgreichen Kanal auf YouTubeund obendrein ein dem Papst gewidmetes Portal. Auf Pope2You können sich Internetnutzer über Reisepläne und Reden des Papstes informieren.

Internetkurse für Kirchenmänner

Priester müssten auch Blogs und Onlinevideos zu Evangelisierung nutzen, der Einsatz des Internet sollte Teil der Priesterausbildung werden, schrieb Benedikt jetzt in seiner Botschaft. "Wer als Gottgeweihter in den Medien arbeitet, hat die Aufgabe, den Weg für neue Begegnungen zu ebnen, und zwar dadurch, dass er immer die Qualität des menschlichen Kontaktes und die Aufmerksamkeit gegenüber den Menschen und ihren wahren geistlichen Bedürfnissen sicherstellt", heißt es in dem päpstlichen Schreiben. Ein Priester müsse dem "Kommunikationsstrom des Internet eine Seele geben". Bei aller Hinwendung zu modernen Kommunikationsmitteln dürfe der spirituelle Kern der Botschaft Christi und des Priesteramts nicht vergessen werden.

Benedikt appellierte an die Priester, und sagte er lade sie erneut ein, mit Weisheit die "außergewöhnlichen Gelegenheiten zu ergreifen, die sich durch die moderne Kommunikation bieten". Die neuen Kommunikationsmittel, die das Internet bietet, bezeichnete der Papst als 'Agora', die die Geistlichen nutzen sollten. Eine Agora war im antiken Griechenland ein offener Platz oder Markt für politische, kultische aber auch juristische Handlungen und Rituale.

cht/dpa/APN

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insgesamt 53 Beiträge
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    Seite 1    
1. Da hat der Papst Recht
GM64 23.01.2010
Das meiste über die katholische Kirche habe ich aus dem Internet erfahren. Ich hatte mir die Enzykliken und den Katechismus angeschaut. Am meisten hat mich aber ein Satz in Benedikts Jesus Buch beeindruckt. Da weist er darauf hin, dass Jesus gesagt hat, dass das Reich Gottes schon kommen könnte, noch ehe Johannes stirbt. Dann habe ich mir gedacht, dass es dann kommen könnte, wenn alle Menschen das Evangelium verstehen. Und da bietet das Internet doch eine einmalige Möglichkeit. Ohne Benedikt hätte ich meine Krankheit bestimmt nicht überlebt, aber ich habe www.vatican.va gelesen und habe gelernt wie man das Leben meistert. Kardinal Meisner hat gesagt, der Priester ist da um den Menschen das Evangelium zu bringen, anders geht es nicht, Jesus hat es so gewollt. Also ist das Internet doch der ergiebigste Weg. In die Kirche kommen nur jene die sich trauen, im Internet kann jeder angesprochen werden. Danke Heiliger Vater Benedikt XVI, danke Heiliger Vater Johannes Paul II, danke Joachim Kardinal Meisner. Die kenne ich alle nur aus dem Internet. Wer glaubt ist nie alleine. Der Geist dieser Herren ist immer im Internet für einen da. Genial finde ich es auch, wenn es einen Podcast gibt. http://www.radiovaticana.org hat so etwas. So kann ich schnell sehen was es in Rom neues gibt.
2. Nepper, Schlepper, Bauernfänger
brean 23.01.2010
Das ist das Problem im Internet. Je größer es wird, desto mehr Nepper, Schlepper und Bauernfänger zieht es an. Und jetzt will die größte und älteste Lügner- und Betrügerbande auch mitmischen.
3. Den anschluss verpasst...
uralte Morla 23.01.2010
Zitat von sysopDas Internet wächst rasend schnell, weiß Papst Benedikt XVI. - und seine katholische Kirche soll den Anschluss nicht verpassen. Darum schwört der Pontifex seine Priester auf multimediale Glaubensverbreitung ein. Sie sollen die Botschaft Christi verstärkt ins Netz tragen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,673651,00.html
...hat die kirche schon lange. Wie sonst liesse sich der glaube an gott (alternativ das grosse spaghettimonster) erklären? Das mit dem internet wird wohl nicht funktionieren, schliesslich nutzen viele menschen das internet, um wissen zu verbreiten und zu erlangen (vom spam mal abgesehen). Und wer "weiss", der glaubt nicht an gott, das schliesst sich aus. In aller konsequenz sollte der papst das internet als heidnisches werkzeug des teufels ächten...das wäre glaubwürdig.
4. .
genugistgenug 23.01.2010
Zitat von breanDas ist das Problem im Internet. Je größer es wird, desto mehr Nepper, Schlepper und Bauernfänger zieht es an. Und jetzt will die größte und älteste Lügner- und Betrügerbande auch mitmischen.
um es anders zu sagen. Die dunkle Seite der Macht ist angetreten.
5. xxx
udo46 23.01.2010
Zitat von GM64Das meiste über die katholische Kirche habe ich aus dem Internet erfahren. Ich hatte mir die Enzykliken und den Katechismus angeschaut. Am meisten hat mich aber ein Satz in Benedikts Jesus Buch beeindruckt. Da weist er darauf hin, dass Jesus gesagt hat, dass das Reich Gottes schon kommen könnte, noch ehe Johannes stirbt. Dann habe ich mir gedacht, dass es dann kommen könnte, wenn alle Menschen das Evangelium verstehen. Und da bietet das Internet doch eine einmalige Möglichkeit. Ohne Benedikt hätte ich meine Krankheit bestimmt nicht überlebt, aber ich habe www.vatican.va gelesen und habe gelernt wie man das Leben meistert. Kardinal Meisner hat gesagt, der Priester ist da um den Menschen das Evangelium zu bringen, anders geht es nicht, Jesus hat es so gewollt. Also ist das Internet doch der ergiebigste Weg. In die Kirche kommen nur jene die sich trauen, im Internet kann jeder angesprochen werden. Danke Heiliger Vater Benedikt XVI, danke Heiliger Vater Johannes Paul II, danke Joachim Kardinal Meisner. Die kenne ich alle nur aus dem Internet. Wer glaubt ist nie alleine. Der Geist dieser Herren ist immer im Internet für einen da. Genial finde ich es auch, wenn es einen Podcast gibt. http://www.radiovaticana.org hat so etwas. So kann ich schnell sehen was es in Rom neues gibt.
Dann können Sie sich sicher auch bald via Internet katholisch taufen lassen.
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