Page Impressions: IVW will Web-Währung abschaffen

Es wäre das Ende einer Ära: Die IVW will künftig keine Page Impressions mehr öffentlich melden. Die Organisation zur Reichweitenmessung von Werbeträgern würde damit die umstrittene Standard-Messgröße der Online-Werbewirtschaft aus dem Verkehr ziehen.

Spätestens ab 2010 wird sich für Inhalte-Anbieter und Werbetreibende im Internet einiges ändern. Denn ab dem kommenden Jahr will die IVW, die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V., die sogenannten Page Impressions nicht mehr öffentlich auf ihrer Website präsentieren, sondern ausschließlich Mitgliedern in einem geschützten Bereich zugänglich machen, berichtet das Branchenmagazin " Horizont".

Page Impressions (PI) sind quasi die Leitwährung des Internets. Wer im Internet mit Werbung Geld verdienen will, wird in den meisten Fällen nach Page Impressions abgerechnet. Diese Messgröße steht jedoch schon lang in der Kritik, da sie mit einfachen Mitteln manipulierbar ist. Bildergalerien, Web-Spiele und Quizformate beispielsweise generieren massenweise Klicks, ohne dass die Nutzer dabei notwendigerweise mit Werbung in Berührung kommen. "Dieses PI-Schaulaufen wollen wir eingrenzen", sagt Jörg Bungartz, der bei der IVW für die Online-Ausweisung zuständig ist, dem Branchenmagazin " kress".

"Bisher wurde grundsätzlich jeder Seitenaufruf eines Nutzers gezählt. Nach gegenwärtigem Diskussionsstand in den zuständigen IVW-Gremien sollen künftig nur noch die Klicks auf potentiell werbeführende Seiten berücksichtigt werden", zitiert "Horizont" Bungartz. Die Funktion der bisher genutzten Page Impressions soll zunächst die Messgröße Visit übernehmen. Bei dieser Methode wird nicht jeder einzelne Klick gezählt, sondern jeder Nutzer nur einmal pro Besuch einer Website. Hierzu werden die IP-Adressen der User als Vergleichskriterium herangezogen. Erst nach jeweils 30 Minuten wird eine solche IP gelöscht, kann als neuer Besuch gezählt werden.

Für die Zukunft aber arbeitet die IVW zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) an einem komplett neuen Messsystem zur Bewertung von Klicks und Visits. Künftig sollen Zugriffe auf Websites damit weit detaillierter aufgeschlüsselt werden können als bisher. So ist beispielsweise geplant, Zugriffe danach auszuwerten, von welchen Endgeräten sie erfolgen und ob die Internet-Seiten aus dem In- oder Ausland aufgerufen werden. Laut "Horizont" soll ein Beschluss der IVW über diese Umstellung der Online-Zählungen in den kommenden Wochen erfolgen. Die Umsetzung könnte dann schon im Herbst beginnen.

mak

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